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04.04.03 , 15:27 Uhr
B 90/Grüne

Irene Fröhlich zum Science Center

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 11 – Science Center Phänomenta Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Irene Fröhlich: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 086.03 / 04.04.2003

Phänomenta als Science Center phänomenal!
An der Entwicklungsgeschichte unserer Hochschulen mit den gerade erst erschienen schmerzlichen Strukturvorschlägen durch die Erichsen-Kommission lässt sich zeitnah und eindrucksvoll nachvollziehen, was passiert, wenn im edlen Wettstreit der Standorte und Ideen bei gleichzeitig chronisch knappen Geldmitteln zu viel Wünschenswertes er- richtet wird, ohne gleichzeitig eine solide Perspektive zu schaffen.
Als vor gut einem Jahr die Idee eines schleswig-holsteinischen Science Centers durch die Medien rauschte, war eigentlich schon klar, dass verantwortliche PolitikerInnen hier sehr sorgfältig würden abwägen müssen, wenn sie sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollten, leichtfertig mit Erwartungen und auch mit Geld umzugehen.
Insofern begrüße ich den Antrag des SSW, wenn ich auch die Rede von dem „regionalen Kraftzentrum“ ein wenig euphemistisch empfinde, aber einem gewissen Lokalpatriotis- mus, der sich im nördlichen Landesteil leicht einstellt, zugute halte.
Nun hat ja Minister Rohwer getan, was inzwischen zum guten Ton politisch verantwortli- chen Handelns gehört: Er hat von einer unabhängigen Gutachtergesellschaft eine Studie über die Erfolgsaussichten möglicher schleswig-holsteinischer Science Center anfertigen lassen.
Diese Studie kommt nun zu dem Schluss, dass zwar der wirtschaftliche Erfolg in Lübeck und Kiel deutlich wahrscheinlicher ist, Flensburg aber unbestreitbar im Vorteil ist, weil hier bereits eine erfolgreiches Modell sich einen Namen gemacht hat und also entspre- chendes Wissen und Erfahrung zur Durchführung eines solchen Vorhabens vorhanden ist. Obwohl nun natürlich mein Herz für die Westküste schlägt und ich sehr gerne sehen würde, wenn auch in Tönning noch weitere Möglichkeiten realisiert werden könnten, muss ich doch zugeben, dass ich die Flensburger Phänomenta eher unter dem Aspekt von Authentizität und Wissenschaftsnähe auch am Hochschulstandort Flensburg vorzie- he.
Das Multimar in Tönning hat seinen ganz eigenen Charakter in Verbindung mit dem um- liegenden Außengelände und erst recht nach dem Anbau des neuen, sehr faszinierend gestalteten Walhauses. Diesen Charakter sollten wir pflegen und hüten und nicht durch neue und vielleicht auch ein bisschen modische Attribute verderben.
„Alternativ statt additiv“, das ist seit Jahren das Motto, mit dem wir überall strengste Maßstäbe anlegen. Immer wenn ein Projekt zusätzliche Mittel verlangt müssen wir gleichzeitig an anderer Stelle schmerzhafte Abstriche machen.
Am Hochschulstandort Flensburg aber mit seinem Grenzverkehr und seiner sozialen und historischen Nähe zu Dänemark konnte sich offenbar ein Phänomen wie die Phänomen- ta entwickeln und wer einmal dort war, wird das Erlebnis geheimnisvoller Licht- und Ge- räuscheffekte, faszinierender und spielerischer Gleichgewichts- und Bewegungsexperi- mente nicht so leicht vergessen. Sehr gut kann ich mich auch noch erinnern an die wo- chenlange Aktion eines völlig verdunkelten Cafes, in dem blinde Menschen den eigent- lich Sehenden Service und Betreuung anbieten konnten.
Anscheinend ist allerdings Flensburg als Touristenattraktion noch nicht so attraktiv wie z.B. Lübeck oder die Westküste und gerade hier scheint auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eher noch in den Kinderschuhen zu stecken, aber wir haben gar keine andere Wahl als diesen Faktor zu verstärken und auszubauen, um die regionalen Ent- wicklungspotenziale auszunutzen. Insofern wird man denn auch den dritten Punkt des SSW-Antrages noch einmal überprüfen müssen, die beauftragten Gutachter Petri & Tie- mann mindestens haben offenbar davon noch nichts gewusst.
Aber wer sagt denn auch, dass Gutachter allwissend sein müssen, auch PolitikerInnen müssen das nicht. Wir sollten uns allerdings um bescheidene, unserem Land angepasste Entwicklungen bemühen und keine Seifenblasen auf die Reise schicken. Die Phänomen- ta darf jedenfalls nicht gefährdet werden, selbst wenn womöglich ein Science Center ne- ben Haus der Geschichte und Multimedia Center Schleswig-Holstein Gestalt annehmen sollte.
Flensburg hat mit seiner Phänomenta einen ersten Schritt getan und unter Beweis ge- stellt, dass es in der Lage ist mit seinen örtlichen Kräften eine solche Einrichtung zu einer wesentlichen Bereicherung des Stadtlebens zu machen. Wir sollten solche Entwicklun- gen unterstützen und nicht durch Konkurrenz erschweren.
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