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11.06.03 , 11:06 Uhr
CDU

Jost de Jager: Religionsunterricht braucht mehr Lobby

Nr. 249/03 11. Juni 2003


IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG
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Bildungspolitik Jost de Jager: Religionsunterricht braucht mehr Lobby Mit einer Großen Anfrage will die CDU-Landtagsfraktion den Religionsunterricht aus dem Schatten der schulpolitischen Diskussion herausführen. In insgesamt 53 Fragen soll erstmals ein systematischer Überblick über den Zustand des Religionsunterrichts an allen Schularten des Landes erstellt werden. Dies sei notwendig, weil es beim Religionsunterricht seiner Einschätzung nach rückläufige Tendenzen gebe, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jost de Jager, bei der heutigen Vorstellung der Großen Anfrage. In einigen Schularten, wie z.B. der Sonderschule oder der Berufsschule, muss man davon ausgehen, dass teilweise nur noch die Hälfte des vorgesehenen Unterrichts erteilt wird.
Dies habe unterschiedliche Gründe. Einerseits gebe es einen anhaltenden Fachlehrermangel. So habe es für die Grund- und Hauptschulen zu Beginn des Referendariats im Februar 2003 lediglich zwei Lehramtsanwärter im Fach Religion gegeben. Andererseits werden offenbar von den Schulen bei der Lehrkräftebedarfsanmeldung immer weniger Religionslehrer angefragt. Vor dem Hintergrund einer insgesamt schlechten Unterrichtsversorgung werde das Fach Religion zunehmend zum Verlierer im Verteilungswettkampf um die Stellen, so de Jager. Dies führe zum Beispiel beim katholischen Religionsunterricht nach Kirchangaben dazu, dass bis zu 50 % von Lehrkräften erteilt wird, die die Kirche selber bezahlt.
Es gebe zwar kaum ein Fach, das gesetzlich bis hin zur Verfassung so weitreichend verankert ist wie der Religionsunterricht, um dessen Erteilung sich allerdings so wenige wirklich kümmern. Die Wirklichkeit schramme derzeit haarscharf an der Verfassungsvorgabe vorbei, befürchtete de Jager. Notwendig sei eine größere Lobby für den Religionsunterricht, wenn es um die konkrete Entscheidung vor Ort in der Schule geht. Es sei auch Aufgabe der Eltern, auf die Erteilung dieses Faches zu pochen. Oft sei das Fach Religion eine „Manövriermasse“.
Das Fach Religion sei kein „Konfirmandenunterricht im Klassenzimmer“, sondern ein ordentliches Lehrfach und elementarer Beitrag zum Bildungsauftrag der Schule. Dies gelt auch für die Berufsschule. Es gebe Klagen von Deutsch- und Kunstlehrern, das religiöse Bezüge in Literatur und Kunst von den Schülerinnen und Schülern immer weniger verstanden werden. Und wenn 2/3 der Deutschen laut Presseberichten nicht mehr wissen, was Pfingsten ist, dann sei das nicht nur ein kirchliches, sondern ein kulturelles Problem. Darüber hinaus sei Religion ein wichtiger Beitrag zur Werteerziehung, sagte de Jager. Die CDU-Fraktion halte am konfessionellen Religionsunterricht fest und lehne die Einführung lebenskundlicher Fächer wie LER in Brandenburg ab.
In einem extra Kapital beschäftigt sich die Große Anfrage mit der Umsetzung des islamischen Religionsunterrichts in Schleswig-Holstein. De Jager verwies in diesem Zusammenhang auf die Vorreiterrolle des Landes Niedersachsen, das in einem Pilotprojekt ab dem nächsten Schuljahr mit der Erteilung des islamischen Religionsunterrichts beginne. Dies hätte er sich auch für Schleswig-Holstein gewünscht, sagte de Jager abschließend.

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