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20.06.03 , 11:26 Uhr
FDP

Günther Hildebrand: "Abhängigkeit der Landwirte von öffentlichen Zahlungen wächst"

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Nr. 180/2003 Stellvertretender Vorsitzender Dr. Ekkehard Klug, MdL Kiel, Freitag, den 20. Juni 2003 Parlamentarischer Geschäftsführer Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Sperrfrist: Redebeginn Joachim Behm , MdL Günther Hildebrand, MdL Es gilt das gesprochene Wort! Veronika Kolb, MdL
Agrarpolitik/Agrarreport 2003



www.fdp-sh.de Günther Hildebrand: „Abhängigkeit der Landwirte von öffentlichen Zahlungen wächst“ In seinem Redebeitrag zu den TOP 12 und 26 (Agrarreport und Verbraucherverhalten) erklärte der agrarpolitische Sprecher der FDP- Landtagsfraktion, Günther Hildebrand:
„Irgendwie ist es ja ein bißchen traurig. Nun stellt ausgerechnet der Minister seinen ersten Agrarreport vor, der noch vor zwei Jahren in einem Interview mit den Lübecker Nachrichten erklärt hat, was teilweise als Lebensmittel angeboten würde sei „Sondermüll“. Ich hoffe Minister Müller hat schnell dazu gelernt und mittlerweile ein besseres Verhältnis zu den Landwirten in Schleswig-Holstein, die für ihn als reiner Umweltminister bisher mehr Gegner als Partner waren.
Die Landwirte Schleswig-Holsteins stehen im Bundesvergleich immer noch überdurchschnittlich dar. Das belegen die Zahlen, die der Agrarreport 2003 uns bietet. Trotz zum Teil erheblicher Einkommenseinbußen gegenüber dem Vorjahr liegen ihre Gewinne immer noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Dennoch waren die Landwirte in einer Kategorie leider Bundesspitze, sie hatten prozentual gesehen die größten Einkommensrückgänge mit 14,8 Prozent. Zwar waren die Einkommen auch im Durchschnitt bundesweit rückgängig, aber nur um 6,1 Prozent.
Erhebliche Einbußen gab es insbesondere bei den Milchbaubetrieben mit einem Rückgang von 13,9 Prozent, bei den Futterbaubetrieben von 14 Prozent, bei den Gemischtbetrieben von 19,6 Prozent und drastisch bei den Veredlungsbetrieben mit einem Rückgang von über 34 Prozent.
Die Ackerbaubetriebe konnten hingegen einen Zuwachs von immerhin 10 Prozent vermelden.
Diese insgesamt dramatischen Zahlen relativieren sich nur dadurch ein wenig, dass im vergangenen Wirtschaftsjahr die bislang höchsten Gewinne je
Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2 Unternehmen erzielt worden sind. Im mehrjährigen Durchschnitt liegen die Landwirte auch mit diesen Einbußen noch überdurchschnittlich gut.
Trotzdem, die Zeiten für die Landwirtschaft werden härter. Bereits nach den Zahlen des diesjährigen Agrarreports bestehen 58 Prozent des Gewinns der Landwirte aus Ausgleichszahlungen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung von 11 Prozent. In Zahlen betrugen die durchschnittlichen Ausgleichszahlungen 22.000 Euro/ pro Betrieb und Jahr.
Bemerkenswert ist, dass der Landwirtschaftminister dies als großen Erfolg darstellt. Er führt in seiner Pressemitteilung vom 22. Mai hierzu wörtlich aus: „Das (die 22.000 Euro) ist der höchste Betrag an Zahlungen je Unternehmer aller alten Länder.“
Der Minister verkennt dabei, dass insgesamt die Abhängigkeit von öffentlichen Kassen gestiegen ist. Das kann aber nicht im Sinn einer zukunftsorientierten Landwirtschaft sein. Das wollen die Landwirte im übrigen auch nicht. Sie wollen durch ihre Leistung und ausreichende Preise ein angemessenes Einkommen erzielen. Das muss unsere Perspektive sein.
Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist 2001 erstmals unter die Marke von 20.000 gerutscht. Der Rückgang betrug in Prozentzahlen 2,3. Das Höfesterben geht also auf gleichem Niveau weiter, denn der Rückgang ist vergleichbar mit den Zahlen der Vorjahre. Ein Ende scheint noch nicht in Sicht. Zumindest habe ich dem Bericht keine Anhaltspunkte dafür entnommen, dass wir mittlerweile an einem Höfebestand angekommen sind, der langfristig überlebensfähig ist.
Im Gegenteil es droht neues Unheil. In Schleswig wird die Zuckerfabrik geschlossen. Das ist gleichbedeutend mit dem praktischen Aus für das Rübenanbaugebiet Schleswig-Holstein. Die Landwirte werden nicht in der Lage sein ab 2006, wenn die Entschädigungszahlungen von Nordzucker auslaufen, die höheren Transportkosten für die längeren Rübenfuhren nach Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen zu tragen. Das sind keine guten Aussichten.
Der konventionelle Landbau dominiert auch weiterhin in Schleswig- Holstein. Der Ökolandbau macht in Schleswig-Holstein knapp über 2 Prozent aus und wird seinen Anteil auch nicht wesentlich ausweiten können, auch wenn in Mecklenburg-Vorpommern der Anteil mehr als doppelt so hoch ist. Deshalb muss es unser Ziel sein, auch in Zukunft die Landwirtschaft insgesamt so zu gestalten, dass sie den Verbrauchern Qualität und den Landwirten Einkommen sichert - unabhängig von „öko“ oder „konventionell“. Schleswig-Holstein ist eben auch Agrarland.“



Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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