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Detlef Matthiessen: "Mehr Qualität. Mehr Umwelt. Klasse statt Masse!"
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin TOP 12/26 – Agrarreport und Verbraucherverhalten Claudia Jacob Landeshaus Dazu sagt der agrarpolitische Sprecher Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Detlef Matthiessen: Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Nr. 166.03 / 20.06.2003Mehr Qualität. Mehr Umwelt. Klasse statt Masse! Die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein ist schwierig. Das ist kein spezielles Problem unseres Landes, sondern gilt EU-weit.Man sagt, Bauern jammern berufsmäßig über die schlechte Lage. Das liegt jedoch an der Lage, nicht an den Bauern. Allerdings kann man auch sagen, dass die Bauern, denen es gut geht - und die gibt es ja auch - zu der menschlichen Kategorie der stillen Genießer gehören.Beleg für den langanhaltenden wirtschaftlichen Druck ist die Zahl der Betriebe: 1965 50.430 Betriebe in Schleswig-Holstein 1975 36.050 1985 30.790 1995 21.845 2001 19.240Der Trend hält weiter an, und es gibt Szenarien, die von zukünftig 6.000 Betrieben in Schleswig-Holstein ausgehen. Das heißt: Innerhalb von dreißig Jahren bzw. einer Generation hat sich die Zahl der Betriebe in unserem Land mehr als halbiert.Da die Landwirtschaft ein schönes Berufsfeld ist, und der Besitz über Generationen bewirt- schaftet wird, kann man sagen: Freiwillig sind die alle nicht gegangen.Noch dramatischer zeigt sich die Betrachtung der Erwerbstätigen in Land- und Forstwirt- schaft und Fischerei, die 1970 11,6% der Erwerbstätigen gesamt betrug. 1980 7,1% 1990 4,7% 2000 3,6% 2001 3,4% Hier ging also die Beschäftigung um 2/3 zurück. Wenn man die Zahlen jüngeren Datums be- trachtet, stellt man fest, dass aus dem Bereich Landwirtschaft verdrängte Arbeitskräfte den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt insgesamt in quantitativ nennenswertem Umfang be- lasten.Die Hauptmusik in der Agrarpolitik wird auf der Europäischen Ebene gespielt. Dort gibt es ei- ne etablierte agrarpolitische Marschrichtung, die genau den permanenten wirtschaftlichen Druck auf die Landwirtschaft ausgeübt hat, den sie abzumildern vorgab. „Die subventionierte Unvernunft“, so lautet treffend der Titel eines Buches des Agrarkritikers Priebe.Wir GRÜNEN haben immer auf besondere Produktqualität gesetzt, um die Landwirtschaft aus dem anonymen Massenmarkt herauszuholen. Beispiele sind Demeter, Bioland und Na- turland, die Produkte aus dem Ökolandbau anbieten, Nahrungsmittel mit dem Siegel „Herge- stellt und geprüft in Schleswig-Holstein“, die beispielsweise bei Kartoffeln einen niedrigen Nit- ratgehalt aufweisen, und Neuland als Beispiel für tiergerechte Produktion.Die ökonomische Integration von Umweltleistungen der Landwirtschaft und die Ausrichtung der Fördergelder an der Beschäftigungsintensität (sog. Sozialkriterium) – das sind Versuche, die wirtschaftlichen Problemen des Strukturwandels mit seinen Folgen abzumildern.Dabei gibt es Erfolge. Im Bereich der Ökoprodukte haben wir es mit einem freien Markt zu tun. Der Agrarausschuss konnte sich auf der Dithmarschen-Bereisung und dem Besuch des Westhofes ein eindrucksvolles Bild von der Leistungsfähigkeit dieses Landwirtschaftszweiges machen. Dort findet sich eine exzellente Reinigungs- und Abpackanlage für Biogemüse, 30 zusammengeschlossene Betriebe, die Hochqualität für den Großhandel anbauen und markt- fähig weiterverarbeiten.Die Modulation hilft, spezielle Umweltleistungen auch wirtschaftlich zu honorieren. Eine Um- strukturierung der Agrarmittel weg von der produktbezogenen Förderung mit den bekannten negativen Mengenfolgen, wie sie zur Zeit in Brüssel diskutiert wird, geht im Prinzip in die rich- tige Richtung.Diesen Weg wollen wir weitergehen, ganz im Sinne des Mottos: Mehr Qualität, mehr Umwelt, Klasse statt Masse. ***