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Für ein einheitliches Schulsystem bis zum 15. Lebensjahr
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Stellvertr. Pressesprecherin Anja Koch Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 Für ein einheitliches Schulsystem E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de bis zum 15. Lebensjahr! Nr. 238.03 / 29.09.2003Bündnis 90/Die Grünen in Schleswig-Holstein haben in den letzten zwei Jahren zwei grundlegende Papiere zur inhaltlichen Reform des Bildungswesens und zur Autonomie der Schulen vorgelegt. Der Landesvorstand und die Landtagsfraktion haben die Landes- arbeitsgemeinschaft Bildung und den Arbeitskreis 5 (Bildung) der Landtagsfraktion gebe- ten, eine konzeptionelle Diskussionsvorlage für die Strukturreform des Schulwesens in Schleswig-Holstein zu erarbeiten. Diese liegt nun vor.Dazu erklären Marion Barsuhn, Sprecherin des Landesverbandes, Angelika Birk, bil- dungspolitische Sprecherin und Karl-Martin Hentschel, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen:Unser Vorschlag basiert auf den Ergebnissen der PISA- und der IGLU-Studie sowie auf den Erfahrungen anderer Staaten wie z.B. den skandinavischen Ländern. Für das Be- rufsschulwesen wurde insbesondere das dänische Modell berücksichtigt. Für die gymna- siale Oberstufe hat das finnische Modell eine wichtige Rolle gespielt. Wir legen hiermit ein Modell vor, das kostenneutral finanzierbar ist, weil nur ein solches Modell eine Chan- ce hat, innerhalb der kommenden Jahre umgesetzt zu werden.Die wichtigsten Merkmale der vorgeschlagenen Systemreform sind: ⇒ Die Abkehr von leistungshomogenen Lerngruppen und damit vom dreigliedrigen Schulsystem durch die Bildung gemeinsamer jahrgangsabhängiger Klassen für al- le SchülerInnen bis zum 15. Lebensjahr. ⇒ Die Verantwortung der Schule für die individuelle Bildung und Erziehung der ein- zelnen SchülerIn – Fördern und Fordern anstelle von Aussieben/Sitzen Bleiben. ⇒ Die Stärkung der frühen Bildungsphasen in der Elementarbildung und im Primar- bereich. ⇒ Das Modell der autonomen Schule mit einer externen Evaluation der Ergebnisse, aber maximalem internen Gestaltungsfreiraum. ⇒ Verkürzung der Schulzeit auf durchschnittlich 12 Jahre. ⇒ Durchlässigkeit für alle Bildungseinrichtungen. Dieser Vorschlag soll kein abgeschlossenes Konzept sein, sondern ein Anstoß zu einer notwendigen Diskussion für die Öffentlichkeit, Verbände, Fachleute und Partei.Die Entwicklung hin zu einer neuen Struktur des Bildungssystems wird sicher Jahre dauern. Die Landesregierung hat im vergangenen Jahr bereits einige Schritte in die vorgeschlagene Richtung unternommen (Stärkung der Autonomie, Stärkung des Pri- marbereichs, neue Instrumente der Evaluierung). Wir wollen mit diesem Papier die Dis- kussion über die Ziele der Veränderung vorantreiben und die Reformen hin zu diesem Ziel beschleunigen.