Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Helmut Jacobs: Mehr Ausbildungsgänge für praktisch Begabte
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 14.10.2003, Nr.: 154/2003Helmut Jacobs:Mehr Ausbildungsgänge für praktisch Begabte„Immer mehr junge Menschen, die zwar schwache schulische Leistungen aufweisen, jedoch praktisch begabt sind, besuchen berufsvorbereitende Vollzeitklassen, weil sie keinen geeigneten Ausbildungsplatz finden. Denn häufig ist für sie ein herkömmlicher Beruf mit dem Abschluss der Gesellenprüfung nicht zu erreichen“, stellt der berufsbil- dungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Helmut Jacobs, fest. Dadurch sei das duale System der beruflichen Bildung in eine Schieflage geraten: Es gebe inzwi- schen im Lande mehr Vollzeitklassen als Klassen des dualen Systems, so Jacobs. Dies habe zur Folge, dass die Finanzierung der beruflichen Bildung hauptsächlich durch den Staat geleistet werde.„Wir müssen die ursprünglichen Finanzierungsanteile der an dualer Berufsausbildung Beteiligten wieder erreichen“, fordert der Abgeordnete. Dazu seien mehr Ausbildungs- plätze notwendig. Insbesondere müsse versucht werden, für lernschwächere und prak- tisch begabte Jugendliche neue Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen, damit sie aus den Vollzeitklassen in die Berufsausbildung kommen. „Ich appelliere an die Tarifpart- ner, bestehende Berufe daraufhin zu überprüfen, ob es hier Möglichkeiten für ‚abge- speckte’ Gesellenbriefe gibt, die sich für praktisch begabte Jugendlich eignen“, so Ja- cobs. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Beruf des Beschichters, der im Maler- und Lackiererhandwerk speziell für lernschwache Auszubildende entwickelt worden ist. „Diese Idee sollte man auch für andere Berufe aufgreifen!“Vor diesem Hintergrund und in der derzeitigen finanziellen Situation sei es der falsche Weg, mehr Lehrerstellen für Berufsschulen zu fordern, wie die CDU es mache. „Wir Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/13 07 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-brauchen nicht mehr Lehrer, sondern mehr Ausbildungsplätze – und zwar speziell für benachteiligte Jugendliche. Dann geht die Anzahl der Vollzeitklassen zurück, und die Lehrer stehen für den Unterricht im dualen System zur Verfügung.“