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Sylvia Eisenberg: Jede Stunde zählt - scheitert das Konzept am Bürokratismus?
Nr. 501/03 24. November 2003 IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG PRESSEMITTEILUNG PRESSESPRECHER Torsten Haase Landeshaus, 24100 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.deBildungspolitik Sylvia Eisenberg: Jede Stunde zählt - scheitert das Konzept am Bürokratismus?„Nach der Einführung des Handlungskonzeptes des Bildungsministeriums zur Vermeidung von Unterrichtsausfall ‚Jede Stunde zählt’ wird zunehmend Kritik an der bürokratischen Handhabung deutlich,“ erklärte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Sylvia Eisenberg, nach Gesprächen mit Betroffenen.Es gebe bereits jetzt schon auf dem Lehrermarkt kaum noch Grund- und Hauptschullehrer, die als qualifizierte Vertretungskräfte zur Verfügung stehen könnten. Folglich müssen diese Stunden durch fachfremde oder unprofessionelle Vertretungskräfte abgedeckt werden, was gerade die im Bereich der Grund- und Hauptschulen geforderte Qualitätsverbesserung des Unterrichts verhindere, so Sylvia Eisenberg.Pensionierte Lehrkräfte, die bereit wären, Vertretungsunterricht zu übernehmen, würden durch bürokratischen Wildwuchs abgeschreckt. So hätten diese bei der Bewerbung um Vertretungsstunden an die zwölf unterschiedlichen Formulare ausfüllen, einen Diensteid und eine Straffreiheitserklärung abgeben müssen, so dass einige der ehemaligen Lehrer ihre Bereitschaft daraufhin zurückgezogen hätten.Auch die angestrebte flexible Handhabung und die Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen werde durch dieses Konzept nicht erreicht, sondern vielmehr durch die Zwischenschaltung der Schulämter und des Kultusministeriums verhindert. Auf kurzfristigen Unterrichtsausfall könne so kaum reagiert werden, kritisierte Sylvia Eisenberg.Des weiteren erhöhe die Verpflichtung, auch kurzfristige Vertretungskräfte über BAT-Tarife zu bezahlen, den Kostenaufwand, ohne dass die Vertretungskräfte etwas davon hätten. Honorarkräfte, die von den Schulleitern eingestellt werden könnten, wären hierfür viel sinnvoller, so Sylvia Eisenberg.„Wir fordern daher die Kultusministerin auf, die bürokratischen Hürden abzubauen, damit die vom Landtag bereitgestellten Finanzmittel für qualifizierten Vertretungsunterricht auch ausgeschöpft werden können,“ betonte Sylvia Eisenberg und wies abschließend darauf hin, dass die CDU unter Unterrichtsgarantie nach wie vor mehr verstehe als die Behebung des Unterrichtsausfalls. „Wir bleiben dabei, oberste Priorität hat für uns die Behebung des Stundenfehls. Denn nur, wenn die Grundversorgung mit Unterricht sichergestellt ist, kann auch Unterrichtsausfall leichter aufgefangen werden.“