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Vergleichsarbeiten an Schulen
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82PRESSEINFORMATION SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 10.12.2003 Es gilt das gesprochene WortTOP 16 Vergleichsarbeiten an Schulen (Drs. 15/3058) Anke Spoorendonk: „VERA ist nicht als Instrument für ein Schulranking gedacht“„Hefte raus, Klassenarbeit!“ so oder so ähnlich schallte es wohl durch deutsche Klassenzim- mer, als Schülerinnen und Schüler zu internationalen oder nationalen Vergleichsarbeiten wie PISA und IGLU herangezogen wurden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind uns hinlänglich bekannt und haben den Anstoß gegeben, über unser Bildungssystem neu nach zu denken.Aus diesem Grund wurde von den Kultusministern der Länder beschlossen, Vergleichsarbei- ten – VERA – an Schulen durchzuführen. Aber zunächst haben sich nur die Länder Rhein- land-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Bremen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein auf dieses Projekt eingelassen. Dass sich hierbei nicht alle Bundes- länder beteiligen, ist bedauerlich.VERA soll über die kommenden fünf Jahre durchgeführt werden und wird wissenschaftlich von der Universität Landau begleitet und ausgewertet. Das Projekt ist der standardisierte Ver- gleich, um bundesweite Bildungsstandards für den vierten, den neunten und den zehnten Jahrgang zu erarbeiten und zu überprüfen. Hierbei handelt es sich nicht um Klassenarbeiten im herkömmlichen Sinn, denn es werden nicht bestimmte vorher erarbeitete Unterrichtsstoffe abgefragt. Vielmehr kommt es darauf an, Stoffe eines längeren Zeitraumes und somit be- stimmte Vorkenntnisse in die Vergleichsarbeiten mit einzubeziehen. Es geht also nicht um einen direkten Vergleich der Noten von Schülern oder Schulen. Viel- mehr soll VERA als Instrument zur Evaluation der Leistungsfähigkeit genutzt werden. Es soll als Instrument der Standortbestimmung für Schulen dienen. - Sowohl innerhalb der Schule als auch zur Vergleichsmöglichkeit mit Schulen in ähnlichen Einzugsgebieten, um zu sehen, in- Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de wieweit die gesetzten Standards erreicht wurden und vor allem um die Qualität des Unter- richts zu verbessern. VERA ist ein Reformelement, das die Schul- und Unterrichtsqualität voran bringen soll. Nur so können wir uns für künftige internationale Vergleichserhebungen rüsten.Der Ansatz des FDP-Antrages geht also an der Grundidee von VERA völlig vorbei, wenn gefordert wird, die Ergebnisse transparent darzustellen oder gar zugänglich zu machen. VERA ist nicht als Instrument für ein Schulranking gedacht. Wir brauchen an unseren Schu- len kein weiteres Instrument, um Konkurrenzdenken zu forcieren. Dies sollten wir mittlerwei- le aus PISA und IGLU gelernt haben. Was wir benötigen, sind Vergleichsdaten, um feststellen zu können, wo angesetzt werden muss, um das Lehren und Lernen qualitativ zu verbessern.Wie bei allen Vergleichsarbeiten, wird es auch hier Unterschiede in den Ergebnissen geben. Das ist uns allen klar. Es geht aber nicht darum, die „Verlierer“ oder die „Gewinner“ dieser Vergleichsarbeiten öffentlich zu machen. Wichtig ist vielmehr, dass dem Lehrkörper die Da- ten zur Verfügung gestellt werden, um aus den Ergebnissen die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.Auf der Internetseite des Landesbildungsservers gehen deutlich die verfolgten Ziele von VE- RA hervor: - Erfassung und Verbesserung diagnostischer Kompetenzen - Qualitätssicherung - Implementation der Lehrpläne - Verbesserung der Unterrichtsqualität - Beratung der Eltern und - Förderung der Medienkompetenz Doch um diese Ziele auch wirklich umsetzen zu können, bedarf es der Mitarbeit der Schulen und der Lehrkräfte. Hier muss die Landesregierung weiter für VERA werben. Denn nur wenn alle Schulen sich beteiligen, kann auch wirklich von einer länderübergreifenden Vergleichsar- beiten gesprochen werden. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de