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12.12.03 , 10:39 Uhr
B 90/Grüne

Detlef Matthiessen zu Europaschulen

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 18 – Europaschulen Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Dazu sagt der europapolitische Sprecher Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Detlef Matthiessen: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 339.03 / 12.12.2003


Beitrag zur europäischen Identität
In nicht einmal drei Wochen haben wir das Jahr 2004, das Jahr der Europawahl, das Jahr der EU-Erweiterung und hoffentlich auch das Jahr mit der Europäischen Verfas- sung.
Mit dem vorliegenden Antrag wollen wir auf die positive Rolle der Europaschulen einge- hen, diese Rolle in der parlamentarischen Befassung würdigen und in der Sache die Eu- ropaschulen stärken.
Europa wächst friedlich zusammen, nachdem dieser Kontinent Schauplatz der größten Kriege in der Menschheitsgeschichte war.
Nicht nur die Staaten verbinden sich, auch die Menschen im geeinten Europa. Das Zu- sammenwachsen der Menschen, das Entstehen einer europäischen Identität, dazu leis- ten die Europaschulen einen wichtigen Beitrag.
Das Programm der Europaschulen bietet für SchülerInnen einen guten Einstieg in Euro- pa. Mit Austauschprogrammen, bilingualem Unterricht, Auslandspraktika, Lehrerfortbil- dungen, der Durchführung von gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekten und vie- lem mehr, wird die Basis für ein europäisches Bewusstsein gelegt.
Hierzu bietet das Programm beste Voraussetzungen. Kinder lernen den selbstverständli- chen Umgang mit anderen Kulturen innerhalb Europas, sie lernen die Vielfalt schätzen und andere Sprachen und Länder kennen. Das gilt natürlich auch für die LehrerInnen mit.


1/2 Kurz: Die Europaschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Entstehung und Entwicklung einer europäischen Identität in den Köpfen und Herzen der Menschen, der BürgerInnen Europas.
Aber Schule ist nicht nur dazu da, Wissen zu vermitteln. Der Erziehungsaspekt, die sozi- ale Kompetenz gewinnt an Bedeutung.
Schule soll den Kindern auch Fähigkeiten und Fertigkeiten vermitteln, die für eine zukünf- tige Berufsausübung immer bedeutsamer werden. Die Möglichkeiten des europäischen Arbeitsmarktes können von SchulabgängerInnen jedoch nur genutzt werden, wenn ein ausreichendes Maß an Sprachverständnis und Kulturverständnis vorhanden ist. Mit der Einrichtung von FremdsprachenassistentInnen erhält der Sprachunterricht eine Leben- digkeit, wie sie nur von MuttersprachlerInnen geleistet werden kann.
Aber auch der Austausch zwischen SchülerInnen und zwischen LehrerInnen trägt zu ei- ner enormen Motivations- und damit zu einer Leistungssteigerung bei.
Doch bei aller Euphorie muss kritisch angemerkt werden, dass der Anteil der Hauptschu- len am Europaschulprogramm durchaus noch ausbaufähig ist. Gerade die Kinder dieser Schulart haben eine besondere Förderung nötig, um den Kampf um einen Ausbildungs- platz und einen späteren Beruf erfolgreich bestehen zu können. Die Europaschulen ge- ben den Jugendlichen zusätzliche Kompetenzen mit aus den Weg, die ihnen helfen, das Leben besser zu meistern.
Doch eine Entwicklung darf nicht vernachlässigt werden: Die EU-Osterweiterung. Es ist wichtig, die neuen Staaten der EU schnellstmöglich in das Netzwerk mit aufzunehmen. Hier tut sich für uns ein enorm spannender und kulturell vielfältiger Raum auf.
Offenbar ist der Europaschulgedanke attraktiv, die Zahl der Schulen wächst, was wir sehr begrüßen und mit Dank und Anerkennung verbinden gegenüber den LehrerInnen, gegenüber den Eltern und dem Verein Europaschulen in Schleswig-Holstein und natür- lich auch gegenüber den Kindern und Jugendlichen an den Schulen.
Die Landesregierung möge den Schulen dabei soviel Hilfe wie möglich zur Verfügung stellen, sei es bei der Zuweisung von Fremdsprachenassistenten oder anderer Mittel. Die schon bestehenden 21 Europaschulen müssen weiterhin in geeigneter Weise unterstützt werden, damit sie neue Projekte ins Leben rufen können, die der zukünftigen Topogra- phie Europas entspricht. Aber es kommt auch darauf an, neue Schulen zu gewinnen, die sich ein europäisches Profil geben möchten.
Die kommende Europawahl stellt einen hervorragenden Bezugspunkt dar, um Schulpro- gramme entsprechend umzugestalten und eine Bewerbung als Europaschule ab- zugeben. Das Europaschulprogramm ist ein Programm für die Zukunft und ist deshalb wert, sich dafür einzusetzen. ***

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