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21.01.04 , 12:18 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk: Der SSW lehnt eine Privatisierung der Sparkassen ab

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Kiel, den 21.01.2004 Anke Spoorendonk Es gilt das gesprochene Wort
„Der SSW lehnt weiterhin eine Privatisierung der Sparkassen ab.“

TOP 5 Änderung des Sparkassengesetzes (Drs. 15/3052)

Es ist gar keine Frage: Die Sparkassenlandschaft in Schleswig-Holstein ist in Bewe- gung. Dies wurde zuletzt dokumentiert durch die geplante Fusion der Sparkassen Stormarn und Ostholstein. Durch diese Fusion entsteht ab 1. Januar 2005 mit einer Bi- lanzsumme von 5,6 Milliarden €, 1500 Mitarbeitern und 76 Filialen die größte Spar- kasse in Schleswig-Holstein. Damit soll eine betriebswirtschaftliche Größe erreicht werden, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit sichert.
Der Hintergrund solcher Fusionsbestrebungen ist uns auch allen klar: Dadurch, dass ab 2005 Anstaltslast und Gewährträgerhaftung bei den öffentlichen Banken – also bei den Sparkassen und Landesbanken – wegfallen, entsteht ein verschärfter Wettbewerb für den staatlichen Finanzsektor in Deutschland. Die Mehrheit der Parteien in der Bundes- republik war gegen diese Entwicklung. Doch durch die Entscheidung der EU- Kommission und durch Urteile des Europäischen Gerichtshofes wurden wir gezwun- gen, die erfolgreiche öffentlich-rechtliche Kreditversorgung der Bundesrepublik grundlegend zu verändern. Das ist immer noch sehr schwer zu akzeptieren.
Auch der SSW hat immer wieder deutlich gemacht, dass er diese Entwicklung mit Sorge sieht. Den gerade die Sparkassen haben sich ihrer regionalen Verankerung ge- stellt und die regionale Wirtschaftsstruktur entschieden unterstützt. – Durch günstige Kredite an den Mittelstand oder die Bauern vor Ort und auch durch ein großes Filial- netz in der Fläche, das den Bürgerinnen und Bürgern im ländlichen Raum zugute kam. Doch auch wir müssen uns den neuen Rahmenbedingungen - die wir so nicht gewollt haben – jetzt stellen. Deshalb haben wir ja auch die Fusion der Schleswig- 2



Holsteinischen mit der Hamburger Landesbank zur HSH Nordbank unterstützt. Des- halb unterstützen wir auch alle Kooperationsbestrebungen der Sparkassen, die dazu beitragen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Dennoch lehnen wir weiterhin den jetzt wieder eingebrachten Gesetzesvorschlag der FDP zu Umwandlungsmöglichkeiten von Sparkassen in Aktiengesellschaften ab. Auch wenn es sich nur um Teilprivatisierungen handeln sollte: Wir sind der Auffassung, dass dieser Gesetzesvorschlag zu schnell zum völligen Ausverkauf des öffentlich- rechtlichen Kreditversorgungssystems in Schleswig-Holstein führen würde.
Wir geben zwar der FDP Recht, dass sich Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz der Sparkassen verbessern müssen, damit sie unter den neuen Rahmenbedingungen beste- hen können. Doch wir meinen, dass dieses Ziel auch ohne Privatisierung möglich ist. Das Beispiel der Sparkassenfusion von Stormarn und Ostholstein zeigt dies ja auch. Wir wollen, dass das jetzige Sparkassensystem mit seiner regionalen Verantwortung für die Daseinsvorsorge in der Region solange wie möglich erhalten bleibt. Der FDP- Vorstoß würde nur dazu führen, dass sich alle Sparkassen im Lande in kurzer Zeit wie die anderen Privatbanken aufführen werden. Das wäre definitiv keine positive Ent- wicklung für die strukturschwachen ländlichen Räume und für die regionale Wirt- schaftsstruktur.
Deshalb befürwortet der SSW auch, dass sich der Schleswig-Holsteinische Sparkas- sen- und Giroverband nach Kooperationspartnern umsieht, um Verwaltungskosten zu sparen und um neue Geschäftsfelder zu erschließen. Allerdings sehen wir es kritisch, dass die SGNV mit dem Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverband fusioniert hat. Zum einen kann der geschlossene Vertrag zwischen den beiden Verbänden ohne gesetzliche Änderung in Schleswig-Holstein und Niedersachsen gar nicht in Kraft tre- ten. Und zum anderen – ein noch wesentlicher Punkt – vertritt auch der SSW die Auf- fassung, dass eine solche Fusion ohne die Beteiligung Hamburgs nicht sehr sinnvoll ist.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Zielsetzung des Schleswig-Holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes, durch die geplante Fusion Synergieeffekte zu erzie- len, unterstützten wir natürlich. Aber im Interesse unseres Landes wäre eine Beteili- gung der Hamburger Sparkassen an der neuen Zusammenarbeit - entweder gleich oder als realistische Option – mehr als wünschenswert. Also: auch der SSW befürwortet ei- nen Norddeutschen Sparkassenverbund, der zur Qualität und Leistungsfähigkeit sowie zur Effizienzsteigerung der Sparkassen und ihrer Organisation beiträgt.

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