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22.01.04 , 11:36 Uhr
B 90/Grüne

Irene Fröhlich zur Förderung des Friesischen

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 8 – Gesetz zur Förderung des Friesischen Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt für die Fraktion von Bündnis 90/Die Grü- Telefax: 0431/988-1501 nen, Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Irene Fröhlich: Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 022.04 / 22.01.2004

Menschen sollen auf den Reichtum dieses Erbes aufmerksam werden!
Die Friesen - eine Volksgruppe in Schleswig-Holstein mit eigener Sprache, die sich aller- dings in sieben bis neun Dialekte untergliedert. Zwei Vereine, die bis vor einigen Jahren noch eher Kontrahenten waren, und ein Institut sorgen heute dafür, dass die Sprache le- bendig in Kindergärten, Schulen und Hochschulen erhalten werden kann. Selbstver- ständlich tun sie das mit Mitteln und im Rahmen staatlicher Organisation, sowohl des Landes als auch des Bundes.
Wer nach der Geschichte der Friesen und ihrer Herkunft fragt, stößt auf viele Fragezei- chen. Vermutlich brachten sie Kenntnisse und Erfahrungen im Deichbau aus der Gegend vom Niederrhein mit und haben das, was dort schon üblich war, nämlich die Eindeichung von Flüssen auf den von ihnen in Besitz genommenen fruchtbaren Küstenstreifen ange- wendet.
Zur Sicherung dieser lebensnotwendigen Deichbauarbeit gaben sie sich Strukturen und zum Teil drakonische Gesetze. Von Dänemark her übernahmen sie wohl das System der Harden und lebten relativ unangefochten unter der Herrschaft der dänischen Könige.
Paul Barz schreibt in seinem sehr lesenswerten Buch „Der wahre Schimmelreiter – Die Geschichte einer Landschaft und ihres Dichters Theodor Storm“ dazu:
„...das ohnehin nicht große Areal der Marschen und Inseln zergliedert sich noch einmal in wenigstens dreizehn voneinander unabhängige politische Gebilde. Das mag dem Indivi- dualismus der Nordfriesen, ihrem Stolz und Freiheitsdrang dienlich sein.“
1/2 Ich füge hinzu: Aber es hat natürlich auch seine Kehrseite und mit unserer Förderung wollen wir dazu beitragen, das Friesische als einen Teil unseres geistigen und kulturellen Erbes in Schleswig-Holstein zu sichern und den Friesen im Kreis Nordfriesland Möglich- keiten der Identifizierung und des Wiedererkennens zu geben. Mir liegt dabei auch dar- an, dass Menschen auf diesen Reichtum aufmerksam werden, dass sie nachfragen, wenn sie unter dem Ortseingangsschild Bredstedt zum Beispiel das friesische „Bräist“ finden.
Minderheitenkultur und die entsprechende Förderpolitik sind etwas, das allen Menschen in Schleswig-Holstein zu gute kommen sollte. Insofern ist es zu begrüßen, dass alle frie- sischen Institutionen hinter dem vom SSW vorgelegten Gesetzentwurf stehen und dass er heute offenbar auch hier im Landtag eine breite Unterstützung erfährt.
Das Gesetz soll sicherstellen, dass in den Verwaltungen von Nordfriesland wie in allen Nationalsprachen der Welt auch auf Friesisch verhandelt werden darf, wenn nicht Dritte dadurch beeinträchtigt werden. Außerdem stellt es den Gemeinden frei, Beschilderungen und Briefköpfe auch auf Friesisch zu erstellen und die Ortstafeln entsprechend zu be- schriften. Letzteres findet bereits seit Jahren statt und auf dem Anrufbeantworter des Kreises Nordfriesland kann frau hören, dass das Friesische auch dort gesprochen wird.

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