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Angelika Birk zur Eliteförderung im Bildungswesen
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 20 – Eliteförderung im Bildungswesen Düsternbrooker Weg 70 24105 KielDazu sagt die bildungspolitische Sprecherin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Angelika Birk: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Nr. 030.04 / 23.01.2004 Elite Ja – elitär Nein!Spektakuläre Nobelpreisträger sagen weniger über die Qualität der Hochschulen aus als das gesellschaftliche Ergebnis der wissenschaftlichen Ausbildung.Dieser ökonomische Erfolg Deutschlands ist auch ein Zeichen, dass die deutschen Hochschulen immer noch die besten Ingenieure und Betriebswirte der Welt und hinrei- chend gute Naturwissenschaftler ausbilden.Gerne würde ich auch sagen, dass der friedliche, soziale und kinderfreundliche Zustand der Gesellschaft an der hervorragenden Ausbildung unserer Juristinnen, Psychologin- nen, Pädagoginnen und Sozialwissenschaftlerinnen liegt, aber leider wird in deutschen Hochschulen zu viel an dieser Stelle gespart, deshalb gibt es in diesen Bereichen eher Mittelmaß und immer noch überwiegend Männer an der Spitze von Forschung und Leh- re.Karl-Otto Sattler analysiert in der Zeitschrift Das Parlament vom 12. Januar, dass bei der Mittelzuweisung in wachsendem Maß jene Forschungszweige bedacht und bevorzugt werden, die „anwendungsnah“ sind, die rasch marktfähiges versprechen – und dass, „wertlose“ Wissenschaft in den Hintergrund gedrängt werden, dass Spitzenforschung in Zukunft mehr noch als bisher, von der Wirtschaft finanziert werden dürfte.Er fordert Freiräume für Forschung, um über die Gesellschaft und über das eigene Tun kritisch und unabhängig zu reflektieren, das kostet Zeit und Geld, aber ein demokrati- sches Gemeinwesen benötigt solche Impulse. Deutschland wird nicht nur mit Ingenieur- spitzenleistung, sondern auch mit Namen, wie Max Weber, Adorno, Horkheimer und Hannah Arendt verbunden. Es darf nie wieder passieren, dass solche Stimmen in Wis- senschaft und Gesellschaft keinen Platz mehr haben, aus welchen Gründen auch immer.1/2 Was wir brauchen, sind keine Elitehochschulen, sondern gute Hochschulen, die sehr vie- le und sehr gute wissenschaftlich ausgebildete Menschen hervorbringen. Wir brauchen Hochschulen mit besseren LehrerInnen, das heißt auf gute Leistungen in der Lehre muss endlich mehr Wert gelegt werden. Wir brauchen Forscherinnen und Forscher, die über die Wirkungen ihrer Forschungen auf die Gesellschaft nachdenken und nicht nur über die Wirkung auf ihre persönliche Karriere. Wir brauchen eine gute wissenschaftliche Ausbil- dung in der Breite und in der Spitze!Der Grundstein hierzu muss schon in den Schulen gelegt werden. Es reicht nicht, dabei wie die FDP nur an die Hochbegabten zu denken und für sie extra Einrichtungen zu schaffen. Unsere Lehrerinnen und Lehrer brauchen vielmehr Unterstützung dabei, um zu lernen, wie sie in sehr heterogenen Lerngruppen jedes Kind individuell fördern.Unsere Schulen brauchen interkulturelles Lernen. Jugendliche von heute sollten nicht nur lesen können, sondern auch wenigsten ein Buch aus dem europäischen Nachbarländern und der wunderbaren literarischen Tradition der Türkei kennen. Dies fordert Sabine Kebir in ihrem Beitrag der oben genannten Parlaments Ausgabe, indem sie die Chance der in- terkulturellen Öffnung Deutschlands Schulen beschreibt.Die grüne Fraktion geht selbstverständlich davon aus, dass die Bundesrepublik Deutsch- land eine Elite hat und braucht, aber wird sich immer dagegen stellen, wenn diese elitär und exklusiv unter sich bleiben und rekrutieren will. Innovation heißt auch Intellektualität, Integration und Integrität von Bildung und Wissenschaft. ***