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Hermann Benker zu TOP 19: Wir brauchen ein Bildungsstättenkonzept
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 18.02.2004 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 19 – Bericht zur Situation der Bildungsstätten in Schleswig-HolsteinHermann Benker:Wir brauchen ein BildungsstättenkonzeptDer vorliegende Bericht zeigt, dass Schleswig-Holstein ein Gesamtspektrum an Wei- terbildung bietet, das sich sehen lassen kann. Es zeigt sich aber auch, dass nicht erst mit den Ergebnissen der PISA-Studie der Begriff des lebenslangen Lernens geboren worden ist, sondern dass die drei „L“ sich im Grunde genommen historisch aus Volks- hochschule und Heimvolkshochschule entwickelt haben.Auch wenn die 80 Seiten des Berichts zu mehr als zwei Dritteln des Inhalts Zahlenan- gaben enthalten, muss man das Weiterbildungskonzept 2003 der Landesregierung mit weiteren 68 Seiten unbedingt dazu lesen. Das haben wir im Ausschuss mit diskutiert. Und das hat letztlich auch zu dem vorliegenden Antrag geführt. Aber der Bericht gibt jedem, der eine solche Einrichtung besuchen will, schon jetzt Zahlen und Fakten an die Hand, um mit den jeweiligen Trägern kompetent diskutieren zu können.Ich will nur einmal beispielhaft an den Bildungsstätten, die nach dem Förderkonzept subventioniert werden, darlegen, welche Entwicklung die Bildungsstätten in ihrer Ge- samtschau genommen haben, und belegen, dass unser Geld, das wir dort investiert haben, gut angelegt und gut umgesetzt worden ist.Bezogen auf die letzten drei Jahre, ist dort die Zahl der Veranstaltungen um 17 % auf nunmehr 1.402 gestiegen. Ebenso sieht es mit den sogenannten Teilnehmertagen wig- Schles HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: Internet: pressestelle@spd.ltsh.de www.spd.ltsh.de SPD -2-aus. Dort ist ein Anstieg von 64.108 auf 75.383 Teilnehmertage mit einer Steigerung von 17,6 % zu verzeichnen. Auf Grund kürzerer Kursuszeiten ist die Teilnehmerzahl im gleichen Zeitraum von 28.110 auf 35.632, also um 26,8 % gestiegen. Beides ist erfreu- lich.Nun will ich zusammengefasst für diese Bildungsstätten auch einmal nur die Einnah- meseite betrachten. Daraus wird deutlich, dass wir im Rahmen des Weiterbildungs- konzeptes mit den Bildungsstätten zusammen die Eigeneinnahmen der Institute um ca. 700 T€ steigern und den Zuschussbedarf des Landes um 160 T€ senken konnten bei insgesamt gestiegenen Gesamtausgaben. Dies verdient besondere Anerkennung.In dieser Rechnung sind nicht enthalten die 7 Mio. € Modernisierungsmittel, die das Land aufgebracht hat und die letztlich zu der von mir geschilderten Aufwärtsentwick- lung der Bildungsstätten beigetragen haben. Wir hoffen, dass wir mit dem Ansatz von 800 T€ in 2004 und 2005 diese Attraktivität bei zunehmender Eigenwirtschaftlichkeit der Bildungsstätten aufrecht erhalten können.Man könnte bei 156 Bildungsstätten, die im Bericht erwähnt und abgefragt worden sind, die keineswegs alle gefördert werden und die bei weitem noch nicht alle Bil- dungseinrichtungen im Lande erfassen, der Auffassung sein, dass wir hier zu viele Bil- dungsträger haben. Aber wenn sich Wirtschaft und Gesellschaft in einem permanenten Wandel befinden, und zwar in größerem Umfang als zu Gründerzeiten der Heimvolks- hochschulen, dann muss auf diese vielfältigen Herausforderungen auch ein vielfältiges Angebot bereitgestellt werden. Und dies haben wir in Schleswig-Holstein erreicht.Dennoch schlagen wir heute vor, die Landesregierung aufzufordern, ein Bildungsstät- tenkonzept zu entwickeln. Obwohl wir danach dieses Thema noch einmal aufgreifen werden, müssen ein paar Besonderheiten in der politischen Diskussion beachtet wer- den: -3-1. Trotz der hohen Teilnehmerzahl, nimmt nur jeder zweite Schleswig-Holsteiner an Weiterbildung teil.2. Die Teilnehmer an Weiterbildung sind in der Regel diejenigen, die eine gute Erst- ausbildung erhalten haben. Gedacht war aber eher, dass bildungsferne und bil- dungsbenachteiligte Gruppen eine zusätzliche Chance erhalten sollen. Dies haben wir im Antrag aufgenommen.3. Ältere Personen und ausländische Mitbürger nutzen die Chancen zur Weiterbil- dung immer noch zu wenig.4. Die Arbeitsmarktsituation, die Angst um den Arbeitsplatz sind weitere Hemmnisse, Weiterbildungsstätten zu besuchen.Maßgebend für die Entscheidung einer oder eines Berufstätigen, an einer Weiterbil- dungsmaßnahme teilzunehmen, ist auch, ob die Leitung eines Betriebes positiv oder negativ zu Weiterbildungsfragen steht. Dabei ist als Ausbildungshemmnis weniger die unmittelbare Kostenfrage zu sehen, sondern eher personelle Engpässe und zeitliche Dispositionen im Betrieb.Trotz dieser Feststellungen, die zum Nachdenken Anlass geben sollten, ist Schleswig- Holstein in der Weiterbildungslandschaft gut aufgestellt. Damit wir noch besser wer- den, bitte ich um Zustimmung zu unserem Antrag.