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Dr. Henning Höppner zu TOP 31: Im Mittelpunkt steht die fachliche Weiterqualifikation
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 19.02.2004 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 31 – Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte im Schuljahr 2002/2003Henning Höppner:Im Mittelpunkt steht die fachliche WeiterqualifikationDer Bildungsausschuss hat die beiden ursprünglich vorliegenden Berichtsanträge der Koalitionsfraktionen und der CDU zusammengeführt und das Ministerium um eine Dar- legung der statistischen Erhebungen zu Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrer und um die detaillierten Erhebungsergebnisse für das Schuljahr 2002/03 gebe- ten. So dankbar ich für den vorgelegten Bericht bin, kommen mir doch Zweifel, ob das Bedürfnis des Parlaments nach Anfragen und Berichten nicht manchmal über das Ziel hinausschießt und die Arbeitskräfte der Verwaltung bindet, die besser in die eigentli- che Tätigkeit dieser Institutionen investiert wären.Die tabellarische Übersicht über die Veranstaltungen im Jahr 2002 und im ersten Halb- jahr 2003 zeigen, jedenfalls für diesen kurzen Zeitraum, dass sich an der Angebots- struktur nichts Entscheidendes ändert. Im Mittelpunkt steht die fachliche Weiterqualifi- kation. Pädagogischen Fragenstellungen widmen sich nur 6 – 7 % der Veranstaltun- gen, der Qualifikation von Führungskräften 6 – 8 %, der sonstigen Personalentwick- lung sowie der Vermeidung von Dienstunfähigkeit jeweils 1 – 2 %; lediglich der Um- gang mit Computern verzeichnet einen erheblichen Sprung von 5 auf 12 %.Ein solcher tabellarischer Überblick ermöglicht natürlich keine Aussage über Qualitä- ten. Insbesondere lässt er keinen Rückschluss darauf zu, ob es zu wenig Angebote oder zu wenig Nachfrage nach pädagogischen Fort- und Weiterbildungsangeboten Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-gibt, die der Ansatz sein müssten, um die nötigen Konsequenzen aus den Befunden der internationalen Vergleichsstudien zu ziehen. Insbesondere der Gedanke der För- derung ohne Ausgrenzung, der in den Unterricht integrierten Unterstützung Schwacher wie Starker, der in der Lehrerbildung der Vergangenheit zu wenig vermittelt wurde, soll ja eine der Hauptaufgaben des IQSH sein.Beeindruckend finde ich die Feststellung, dass 2002 fast 31.000 Teilnehmer an Ange- boten des IQSH teilgenommen haben; das würde rein statistisch bedeuten, dass jede Lehrkraft in Schleswig-Holstein rund 1,2 Mal innerhalb eines Jahres eine Fortbildungs- veranstaltung besucht hat. Es fällt ins Auge, dass die Männer zwar 39 % aller Lehr- kräfte im Lande stellen, aber nur 32 – 33 % der Fortbildungsteilnehmer. Auch bei der Betrachtung nach Schularten, an denen die Lehrkräfte unterrichten, ergeben sich Un- terschiede; besonders die Lehrer an Realschulen und Gymnasien sind unterrepräsen- tiert, während die Sonderschullehrer – was auch nicht überrascht – weit überrepräsen- tiert sind. Der Bericht selbst unterstreicht, dass dies nicht eine bloße Motivationsfrage ist, sondern auch mit den vorhandenen Angeboten zu tun hat.Aufschlussreich finde ich den Auswertungsbogen des IQSH, mit dem die Teilnehmer an den Veranstaltungen ihre Eindrücke über die Inhalte und Ergebnisse der betreffen- den Veranstaltung mitteilen können. Bei über 3.700 Befragten ist es bemerkenswert, dass zwischen 62 und 90 % der Befragten den Inhalten, Methoden, Veranstaltungslei- tern und äußeren Bedingungen das beste Prädikat erteilten; 7 – 30 % gaben einge- schränkt positive Urteile ab, nur 2 – 8 % äußerten sich teilweise oder völlig negativ.Wir haben heute bereits über die Frage der Bildungsstandards gesprochen. Die Vor- gaben der KMK müssen in den Schulen mit Leben erfüllt werden; auch dazu bedarf es der fachlichen Fort- und Weiterbildung.Eine weitere Schlüsselaufgabe kommt mit der Umsetzung der neuen Lehrerausbildung auf das IQSH zu, weil nicht nur die Referendare, sondern auch die künftigen Ausbil- dungslehrkräfte auf ihre neue Rolle vorbereitet werden müssen. -3-Ich bin davon überzeugt, dass nicht nur die Ausbildung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Fort- und Weiterbildung auf einem guten Weg ist. Das eine wie das andere sind ständige Aufgaben, weil sie sich ständig ändernden Bedin- gungen und Anforderungen anpassen müssen. Das IQSH stellt sich dieser Aufgabe mit großem Erfolg.