Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

19.02.04 , 12:16 Uhr
CDU

Sylvia Eisenberg: Lehrerfortbildung – Bericht lässt viele Fragen offen

Nr. 98/04 19. Februar 2004


IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG
PRESSEMITTEILUNG PRESSESPRECHER Torsten Haase Landeshaus, 24100 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.de

Bildungspolitik TOP 31 Sylvia Eisenberg: Lehrerfortbildung – Bericht lässt viele Fragen offen
Der Bericht der Landesregierung zu den Fortbildungsveranstaltungen des IPTS/ IQSH in den Jahren 2002 und 2003 ist wie zu erwarten war, nicht zufrieden stellend und beantwortet nicht einmal die Fragen, die von den Regierungsfraktionen gestellt wurden. Ich will entsprechend der kurzen Zeit nur einige Punkte ansprechen.
1. Erst seit April 2003 ist versucht worden, eine systematische Evaluation der Fortbildungsveranstaltungen vorzunehmen. Im Klartext heißt das: Die Umstrukturierung des IPTS zum IQSH hat ohne vorherige Evaluation stattgefunden. Und deshalb wird es auch zukünftig nur schwer zu messen sein, ob sich Inhalt und Struktur des neuen IQSH im Verhältnis zu der alten Struktur bewährt hat.
2. Dass die Landesregierung sich als Ziel gesetzt hat, durch Fortbildungsveranstaltungen die Qualität des Unterrichtes zu sichern und zu verbessern ist selbstverständlich und bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Ob dieses gelingt, bleibt offen, weil die Wirksamkeit der Fortbildung auf die berufliche Praxis in der Schule nicht erfasst worden ist und nicht erfasst wird (S.4).
3. Thematik und Zielsetzung der einzelnen Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte sind aus dem Bericht nicht zu erkennen. Zwar wird auf S. 15 erwähnt, dass die fachliche Fortbildung der Lehrkräfte in der Arbeit des IQSH eindeutig im Vordergrund steht. Die Auflistung der Fachbereiche, denen die Veranstaltungen zugeordnet wurden, zeigt allerdings ein differenziertes Bild. Gerade die Fachbereiche, die nach allgemeiner Auffassung nicht fachlich, sondern methodisch und didaktisch neu organisiert werden müssten, nehmen nur einen Prozentsatz der Fortbildungsveranstaltungen ein: So Mathematik nur 2% und der gesamte Bereich der Naturwissenschaften von Physik über Chemie, Biologie Heimat- und Sachunterricht insgesamt nur 8%. Hier besteht offensichtlich auch entsprechend den Anforderungen von PISA Nachholbedarf. 4. Die Kosten für die Lehrerfortbildung sind gegenüber 2002 in 2003 geringer ausgefallen, gegenüber dem Haushaltsjahr 2000 um ca. 30 % niedriger. Woran das liegt, wird im Bericht nicht dargelegt. Vielleicht an der geringeren Anzahl der im 2. Halbjahr 2003 durchgeführten Veranstaltungen? Die Zahl der IQSH- Veranstaltungen ist nur für das 1. Halbjahr aufgeführt. Wie können die Kosten für das ganze Jahr 2003 abgerechnet werden, ohne die Anzahl der Veranstaltungen für das gesamte Jahr zu wissen? Ich denke, hier fehlt dem Bericht die Klarheit. Oder liegt es daran, dass hier verschwiegen werden soll, wie viele ganztägige Fortbildungsveranstaltungen vom IQSH im 2. Halbjahr veranstaltet wurden trotz der Versicherung des Bildungsministeriums, im Rahmen des Konzeptes „Jede Stunde zählt“ Fortbildungsveranstaltungen nur außerhalb des Unterrichtes durchzuführen?
5. Als besonders kostenintensiv, so der Bericht auf S. 15, erwiesen sich Weiterbildungsmaßnahmen, Maßnahmen zur Führungskräftequalifizierung sowie zur Schul-, Organisations- und Personalentwicklung, da diese, so der Bericht, in der Regel voll vom IPTS/IQSH finanziert werden müssten. Wenn das der Grund ist, so ist zu erklären, weshalb diese Maßnahmen lediglich 8% der Gesamtveranstaltungen ausmachen. Verstehen kann ich das nicht, wenn man bedenkt, dass gerade Führungskräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter jetzt schon und in den nächsten Jahren noch dringender gesucht werden und diese auf ihre Ämter rechtzeitig und angemessen vorbereitet werden müssen. Unerklärbar ist mir allerdings, weshalb in einem Angebot des IQSH (Veranstaltung 3004/03) zur Personalführung und Konfliktmanagement für Schulleitungen ein Teilnahmebeitrag von 218 € erhoben werden. Gerade diese Veranstaltungen sollen doch voll vom IQSH finanziert worden sein.
Meine Damen und Herren der Regierungsfraktionen, Sie hätten unserem von Ihnen als Erbsenzählerantrag geschmähten ausführlichen Berichtsantrag doch zustimmen sollen. Dann hätten wir mit den Antworten des Bildungsministeriums besser arbeiten können. So bleiben viele Fragen offen, die wir im Ausschuss klären müssen. Vielen Dank.

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen