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Lars Harms zu den Frauen im ländlichen Raum: Alternativen zu "grünen Berufen" stärker nutzen
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82 SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74PRESSEINFORMATION D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, den 20.02.2004 Anke Spoorendonk Es gilt das gesprochene Wort"Es gibt im ländlichen Raum Alternativen zu den „grünen Berufen“. Diese Alternativen müssen weiter genutzt werden."TOP 34 Berufliche Situation insbesondere der Frauen im ländlichen Be- reich und in den so genannten „grünen Berufen“ (Drs. 15/3208)Aufgrund des Berichtsantrags der CDU legt die Landesregierung nunmehr den Bericht zur beruflichen Situation insbesondere der Frauen im ländlichen Bereich und in den sogenannten „grünen Berufen“ vor. Leider ist dem Bericht nicht allzu viel Neues zu entnehmen, was nicht bereits hinlänglich bekannt ist. Trotzdem ist es wichtig, dass dieses Thema aufgegriffen wird. Der Bericht macht deutlich, dass die Arbeitsmarktsituation im ländlichen Bereich nicht rosig aussieht. Und dies ist auch ein Grund, warum es insbesondere für Frauen schwierig ist, in sogenannten „grünen Berufen“ Fuß zu fassen.Die Übersichttabelle im Bericht über die „grünen Berufe“ mit der Frauen/Männer-Verteilung zeigt die überwiegende Männerdominanz - mit wenigen Ausnahmen - in diesen Berufen. Gleiches gilt im übrigen auch für Bereiche der Weiterbildung. Entsprechend gestaltet sich somit auch die Verteilung von Frauen im akademischen Lehrkör- per der agrarwissenschaftlichen Fakultät und der Fachhochschule sowie in „verantwortlichen Positionen“, das heißt Beschäftigte im gehobenen und höheren Dienst. Hier ist es aber erfreu- lich, dass sich der Anteil an Frauen in der Agrarverwaltung des Landes und in der Landwirt- schaftskammer im Zeitraum von 1994 bis 2003 gestiegen ist. Jedoch sind Frauen auch in die- sen Bereichen immer noch unterrepräsentiert. 2Nun kann natürlich gefordert werden, dass Gender Mainstreaming eine stärkere Berücksichti- gung in den „grünen Berufen“ finden soll. Dieser Ansatz ist auch nicht verkehrt. Jedoch müs- sen wir uns ehrlicherweise die Frage stellen, inwieweit es sinnvoll ist die „grünen Berufe“ sektoral zu betrachten, da wir wissen, dass in vielen Bereichen der „grünen Berufe“ seit Jah- ren ein Strukturwandel stattfindet, der noch nicht beendet ist. Dies geht auch deutlich aus dem Bericht hervor, der deutlich macht, dass im Zeitraum von 1998 bis 2001 die Zahl der Beschäf- tigten Personen in der Land- und Forstwirtschaft in Schleswig-Holstein um 10% gesunken ist. Und der zunehmend enger werdende Arbeitsmarkt in der Landwirtschaft wird sich daher auch weiter negativ auf die Situation der Frauen in landwirtschaftlichen Berufen auswirken. Ich will hier keinen falschen Eindruck entstehen lassen. Natürlich sollen wir diese Entwicklung nicht zum Anlass nehmen, und das Ungleichgewicht akzeptieren. Wir müssen uns aber die Frage stellen, wie der Strukturwandel anderweitig abgefangen werden kann.Der Bericht gibt einen guten Überblick über Förderprogramme und Maßnahmen, die derzeit explizit für Frauen im ländlichen Bereich angeboten werden. Hervorheben möchte ich hierbei insbesondere die Beratungsstellen Frau & Beruf, die sich seit 1989 kontinuierlich weiterent- wickelt haben. Ursprünglich als reine Weiterbildungsberatungsstelle für Berufsrückkehrerin- nen haben sie mittlerweile eine erweiterte Konzeption unter Federführung des Frauenministe- riums erarbeitet. Die Grundlagen des Konzepts sind arbeitsmarktorientierte Beratung von Frauen, Abstimmung des regionalen Weiterbildungsangebots auf die Situation von Frauen sowie strukturpolitische Aktivitäten in der Region zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituati- on von Frauen.„Frau & Beruf“ hat ein Netzwerk im Land aufgebaut, das flexibel auf regionale Anforderun- gen an Frauen reagieren kann. Darüber hinaus haben die Beratungsstellen besondere regional- spezifische Schwerpunktthemen, die sich aus den Besonderheiten vor Ort ergeben. Die erfolg- reiche Tätigkeit von Frau & Beruf macht deutlich, dass es wichtig ist, dass wir arbeitsmarkt- politisch auch den regionalen Ansatz berücksichtigen. Denn nur so schaffen wir es, Chancen- gleichheit zum städtischen Raum herzustellen.Wichtig ist und bleibt aber, die qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Frauen. Und der Bericht macht deutlich, dass es im ländlichen Raum durchaus Alternativen zu den „grünen Berufen“ gibt. Und diese Alternativen müssen weiter genutzt werden. So können wir mehr für die Frauen im ländlichen Raum tun.