Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

29.04.04 , 15:52 Uhr
SPD

Maren Kruse zu TOP 22: Durch Beobachtungen wichtige Erkenntnisse über Pflanzenschutz gewinnen

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 29.04.2004 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell TOP 22 – Verdeckte Feldbeobachtung in der Landwirtschaft

Maren Kruse:

Durch Beobachtungen wichtige Erkenntnisse über Pflanzenschutz gewinnen

Pflanzenschutz ist ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein in der Lebensmittelpro- duktion, er ist aber auch ein Umgang mit Stoffen der erhöhten Gefährdungsklasse, der kanalisiert und kontrolliert werden muss. Die aus meiner und aus der Sicht der SPD- Landtagsfraktion etwas überzogenen Reaktionen von Verbandsfunktionären, Interes- senvertretern sowie Bundes- und Landtagsabgeordneten der FDP auf öffentlich an- noncierte Forschungsaktivitäten sind daher nur schwer nachvollziehbar.

Stein des Anstoßes ist ein Forschungsprojekt, mit dem Fehler bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erkannt werden sollen, um daraus Verbesserungsvorschläge für den zukünftigen Vollzug im Pflanzenschutzbereich abzuleiten. Denn die jetzt gültigen Anwendungsbestimmungen, die zum Beispiel Mindestabstände zu Oberflächenge- wässern vorschreiben, werden einerseits von Anwendern und deren Verbandsvertre- tern als überzogen und nicht praxisgerecht kritisiert. Andererseits werden Vorwürfe von Umweltverbänden erhoben, die Anwendungsbestimmungen würden nicht in erfor- derlichem Maße die Sicherstellung des Schutzes des Naturhaushaltes gewährleisten. Es gibt hier also eine Menge unterschiedlichster Aussagen.

Auch Sie, Herr Hildebrand, wissen, dass häufig erst mit der Erteilung der Anwen- dungsbestimmungen die Zulassungsfähigkeit eines Pflanzenschutzmittels hergestellt wird. Der Einhaltung kommt daher eine ganz besondere Bedeutung zu. Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



Der Begriff „verdeckte Feldbeobachtung“ ist sicherlich nicht ganz glücklich gewählt und weckt viele negative Assoziationen. Missverständnisse und auch Versäumnisse hat das Umweltbundesamt hier ja auch zugestanden. Die Feldbeobachtung umfasst die visuelle Beobachtung der Landwirte bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln durch geschultes mobiles Personal, das Ausmessen der Fahrspuren im Randbereich der Behandlungsfläche sowie die Entnahme von Boden- oder Pflanzenproben. Dies kann nur nach Absprache mit dem jeweiligen Landwirt erfolgen.

Im Rahmen der visuellen Erfassung sind Erkenntnisse über die verwendete Technik und den Applikationsvorgang selbst zu gewinnen. Zum Beispiel ist zu erfassen, ob Wenden mit laufender Spritze stattfindet, ob in Richtung auf Gewässer behandelt wird, ob die Abdrift von Spritznebel zu beobachten ist, ob Abschaltungen von Düsen statt- finden, welcher Abstand zum Gewässer eingehalten wird bzw. ob eine Mitbehandlung stattfindet.

Und alle Beobachtungen bzw. mit Zustimmung der Landwirte entnommenen Proben werden anonymisiert und dienen dazu, ein realistisches Bild vom alltäglichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in verschiedenen Regionen zu verzeichnen. Motiv für die- ses Projekt ist es also, die Anwendungsbestimmungen und Auflagen zu überarbeiten und gegebenenfalls zu vereinfachen.

Dies scheint ja auch Konsens zu sein. Denn in der neuesten Ausgabe des Bauernblat- tes konnten wir mit Interesse lesen, dass Qualitätsfonds und Deula ein bundesweit einmaliges Schulungsprojekt mit dem neuen Data-Bus starten: ein Schulungsprojekt auf dem Gebiet Precision Farming (Präzisionslandwirtschaft) für Landwirte, bei dem es um passgenaue Aufwandsmengen für Düngung, Pflanzenschutz und Aussaat geht. Dort wird begründet, dass mit der passgenauen Aufwandsmenge in den verschiede- nen Abschnitten Betriebsmittel eingespart werden und zu höheren Erträgen führen können. Für den Pflanzenschutz wurde hier ein Einsparpotential von 20 Euro pro ha dargestellt. -3-



Es steht also eindeutig fest und ist auch bei den Landwirten erkannt, dass mehr Quali- tätsdenken und Präzision notwendig sind. Dazu werden mehr Informationen für alle am Prozess Beteiligten benötigt. Denn die Frage „Wo tue ich was“ auf dem Acker, ge- hört heute zum Thema Rückverfolgbarkeit und vor allem zur Produkthaftung der Landwirte.

Lassen Sie uns alle offenen Fragen und Möglichkeiten dazu im Ausschuss diskutieren.

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen