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Begegnung mit dem westlichen Norden beim Sydslesvigsk Forening
74/2004 Kiel, 11. Juni 2004 Sperrfrist: 13. Juni 2004, Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort!Begegnung mit dem westlichen Norden beim Sydslesvigsk ForeningKiel (SHL) – Auch in diesem Jahr ist Landtagspräsident Heinz-Werner Arens vom Sydslesvigsk Forening wieder zum Jahrestreffen nach Flensburg einge- laden worden. In seinem Grußwort sagte er unter anderem:„Ich freue mich, auch dieses Jahr wieder an der Årsmøde teilnehmen zu dürfen. Das Jahrestreffen der dänischen Minderheit in Südschleswig, das bereits seit 1921 stattfindet – also dem Jahr nach der endgültigen Grenzziehung zwischen Dänemark und Deutschland – ist von großer Bedeutung. Nicht nur für die dänische Minderheit.Für mich als deutschen Politiker, der immer wieder gerne an diesen tra- ditionellen Feierlichkeiten Teil hat, ist der Besuch hier zu so etwas wie einer neuen Tradition geworden. Ihre regelmäßigen Einladungen sind auch ein Beweis für den Erfolg unserer gemeinsamen Bemühungen, innere und äußere Grenzen zu überwinden.Das diesjährige Treffen steht unter dem Motto ‚Begegnung mit dem westlichen Norden’. Der westliche Norden – das sind für uns neben Island hauptsächlich Grönland und die Färöer-Inseln als Teil des König- reiches Dänemark. 2Die Färöer-Inseln, gerade 1.399 km² groß, und Grönland, die größte In- sel der Welt, – das klingt zunächst einmal eher nach Gegensätzen. Auf den zweiten Blick jedoch sind die vielen Gemeinsamkeiten zu erkennen:Beide haben eine sehr kleine Population. Beide haben eine weitgehende Selbstverwaltung unter Geltung der dänischen Verfassung. Aber vor al- lem haben sich beide ihre kulturelle und sprachliche Besonderheit be- wahrt, obwohl bis vor wenigen Jahrzehnten als Amtssprache ausschließ- lich Dänisch gesprochen wurde. Trotzdem ist das Bewusstsein der kultu- rellen Eigenständigkeit nie verloren gegangen.Gleiches gilt natürlich auch für die dänische Minderheit in Südschleswig. Gerade in einer globalisierten Welt brauchen Menschen eine gefestigte Identität – und worauf soll diese beruhen, wenn nicht auf der eigenen Sprache und Kultur! Dies gilt insbesondere für die Jugend. Es ist schön zu sehen, dass die grenzübergreifende Jugendzusammenarbeit gerade im Norden Europas immer mehr Raum einnimmt. An dieser Stelle möch- te ich daher stellvertretend das starke Engagement der Südschleswig- schen Jugendvereinigung im Bereich der nordischen Zusammenarbeit lobend erwähnen.Die Jugendlichen versuchen, eigene Standpunkte zu finden sowie Er- wartungen und Hoffnungen auch in Bezug auf die zukünftige Entwick- lung der grenzüberschreitenden Kooperation in Europa zum Ausdruck zu bringen. Ihr Interesse füreinander bedeutet einen großen Schritt in Richtung europäische Integration. Sie praktizieren Friedensarbeit und Völkerverständigung in Gegenwart und Zukunft.Und das gilt nicht nur für junge Europäer. Die europäische Idee gewinnt für uns alle immer mehr an Realität. Es wird immer deutlicher, dass im Rahmen des Integrationsprozesses den Regionen eine besondere Rolle zukommt: Gerade hier, an den Binnengrenzen, wächst Europa zusam- men. Hier wird Demokratie gelebt und gefestigt, denn Demokratie lebt von kultureller Vielfalt. Und Vielfalt lebt vom Nebeneinander und Mitein- ander.Ich freue mich darauf, dass wir am heutigen Tag noch mehr übereinan- der erfahren und uns so noch ein Stück näher kommen können.“