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18.06.04 , 16:37 Uhr
B 90/Grüne

Angelika Birk zur Kulturwirtschaft

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 26 – Kulturwirtschaft Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt die kulturpolitische Sprecherin Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Angelika Birk: Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 245.04 / 18.06.2004

Kulturwirtschaft wird zum wichtigen Wirtschaftsfaktor unseres Jahrhunderts - auch in Schleswig Holstein?
Anfang dieses Jahrtausends steht die Kultur angesichts der Globalisierung an einem Scheideweg: Bekommen wir zunehmend eine Mc-Donalds-Kultur, oder mischt sich das große kulturelle Erbe weltweit immer wieder neu zu etwas Besonderem und geografisch Einmaligen?
So oder so: Kultur wird weltweit zu einem entscheidenden Wirtschaftsfaktor im 21 Jahr- hundert, und Europa nimmt hier eine führende Rolle ein. Schleswig Holstein als eine Re- gion mit einer alten - aber auch jungen - durch den Ostseeraum vielfältig geprägten All- tags- und Hochkultur hat hier viel zu bieten. Unser Land schlägt die Brücke zwischen Skandinavien und den baltischen Staaten auf kulturellem Sektor - was aber leider noch zu wenig erkannt wird.
Deshalb ziehen wir als Konsequenz aus dem ersten Landeskulturwirtschaftsbericht: Es muss ein Bündnis im Lande geschaffen werden, um spartenübergreifend die kulturellen Potenziale zu entdecken und zu vermarkten, wie dies Nordrhein-Westfalen schon in den letzten zehn Jahren schafft.
Das Geheimnis einer nachhaltigen Kulturentwicklung liegt in dem Dreiklang zwischen eh- renamtlichem/gemeinnützigem Sektor, öffentlicher Hand und Kommerz. Ohne die ersten beiden, kann sich keine gewinnbringende Kultur entwickeln.
1/2 Ein besonders gelungenes Beispiel hierfür ist das Schleswig Holstein Musik Festival. Die Ministerpräsidentin hat hier klug immer wieder für die richtige Balance gesorgt.
Im gleichen Atemzug sind als zweitgrößtes internationales Kulturereignis in Schleswig- Holstein die Nordischen Filmtage in Lübeck zu nennen, die der Bericht leider gar nicht erwähnt. Mit 16.000 BesucherInnen in vier Tagen, die ein Viertel der Einnahmen bringen, und Hunderten von internationalen Journalisten und Profis der Filmbranche öffnet dieses mit 46 Jahren zweitälteste Filmfestival Deutschlands die Tür für die skandinavischen Filmwirtschaft nach Süden. Aber auch die Landesgewächse Detlef Buck und Lars Büchel erhielten hier den ersten entscheidenden Schub für ihre Karriere.
Daher gilt es auch hier in Zukunft, die Balance zwischen bürgerschaftlichem Engagement in Sponsoring, NDR, Stadt und Landesfinanzierung zu wahren. Dieser Appell richtet sich besonders an den NDR. Er ist mangels großer Medienhaie in unserem Land der Karpfen im Teich der Medienwirtschaft und sollte sich gegenüber Filmförderung und Nordischen Filmtagen nicht wie ein Hai gebärden.
Aufmerksamkeit braucht der Umbruch in der Theaterlandschaft, der besonders die hoch- subventionierten drei kommunalen Theater ins Schlingern bringt. Dank an Landesregie- rung und Beschäftigte, dass sie im Landestheater derzeit die Krise meistern - dies ermu- tigt für das Krisenmanagement im Theater Lübeck.
Um aber im Medienzeitalter ihren Platz neu zu justieren und auch touristisch zu vermark- ten, brauchen die Theater eine bessere Kooperation und Durchmischung zwischen der überwiegend staatlich subventionierten und der freien Theaterszene, denn letztere be- weist eine erstaunliche kulturelle und wirtschaftliche Überlebenskunst mit ausverkauften Sälen auch bei anspruchsvollem Programm.
Eine Erfolgsstory sind die Museen hierzulande, die ihr touristisches Potenzial zuneh- mend nutzen: Mit 400.000 BesucherInnen sind das Meeresmuseum in Burg auf Fehr- marn und das Sea Life Center in Timmendorf mit 300.000, gefolgt vom öffentlich geför- derten Multimar Wattforum in Tönning mit 200.000 die größte Attraktion.
Die Landesregierung steht jetzt vor der Entscheidung, ein weiteres Science Center zu fördern. Für uns steht die Phänomenta, die sich ohne laufende öffentliche Subventionen fachlich einen internationalen Ruf erworben hat und 70.000 BesucherInnen jährlich er- zielt, als Paradigma für die Vermittlung von modernem naturwissenschaftlichen Wissen.
Schleswig Holstein ist deshalb gut beraten, seine Entscheidung über ein zukünftiges Science-Center an dem Geheimnis dieses Erfolges zu orientieren.
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