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Landesverfassung: Sinti & Roma müssen endlich anerkannt werden
Presseinformation Kiel, den 11.11.2004 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 18 Verfassungsänderung Drs. 15/3752Schade, dass SPD und B90/Die Grünen ihren Antrag zur Änderung der Schleswig-Holsteinischen Landesverfassung unter „ferner liefen“ eingebracht haben. Schade, weilich noch im Ohr habe, was der Kollege Puls bei der Verfassungsdebatte im Februar 2003sagte. – Stichwort Diätenreform und Verkleinerung des Landtags. Er sagte damals, dass eine weiterführende Verfassungsänderung eine angemessene Vorbereitung undDebatte verdiene.Dabei rufe ich in Erinnerung, dass der SSW Anfang 2003 mit FDP und B90/Die Grünengemeinsam ein Paket mich wichtigen Änderungen der Landesverfassung geschnürthatten, weil wir damals gemeinsam der Meinung waren, es gäbe Wichtigeres als dieVerkleinerung des Landtags in der Verfassung festzuschreiben. Dazu steht der SSW auchheute noch. Am bedauerlichsten ist daher, dass der vorliegende Antrag keine Chance hat,eine Mehrheit zu finden. Damals war es uns zumindest gelungen, die FDP mit ins Boot zubekommen. Schon bei der Verfassungsreform 1998 sprach ich die Problematik der Staatsziel-bestimmungen an. Unsere Auffassung ist grundsätzlich, dass die Aufnahme vonStaatszielen niemals zu einem Katalog guter Wünsche verkommen darf. Für uns gilt,dass Staatsziele niemals den politischen Willen zur Gestaltung ersetzen können. Uns istdabei aber auch bewusst, dass die Wirklichkeit manchmal anders aussieht. Verfas-sungsänderungen sind häufig nur möglich, wenn alle bereit sind, sich zu bewegen, umKompromisse einzugehen.Für den SSW geht die Grenze eines Kompromisses bei der Aufnahme der Sinti und Romain den Minderheiten-Artikel (Art. 5) der Landesverfassung. Soll heißen – wir können demvorliegenden Antrag hierin zustimmen. Zum Punkt Landesverfassungsgericht hat sichder SSW mehrfach positiv geäußert. Darüber hinaus waren wir auch schon 1998 bereit,dem Staatsziel der Antidiskriminierung zuzustimmen. Die Aufnahme von Kindern undJugendlichen in die Landesverfassung wäre für uns Ausdruck unserer Kompromiss-willigkeit. Wir wollen konkrete Politik für Kinder und Jugendliche – das ist für unswichtiger als eine Staatszielbestimmung.Und daher noch mal: Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass die Minderheit der Sinti und Roma nicht in der Landesverfassung steht. Die dänische Minderheit und die FriesischeVolksgruppe in diesem Land erkennen die Sinti und Roma nicht nur als Minderheit an.Ihre Verbände verbindet auch eine gute Zusammenarbeit. Daraus ist in den letztenJahren ein formalisiertes Netzwerk entstanden. Zuletzt haben die vier Minderheitenbeim Deutschen Bundestag ein Minderheitenforum eingerichtet, weil Minderheiten-politik auch Bundespolitik ist.Ich fasse zusammen: Wir hoffen, das es nun trotz des engen Zeitfensters gelingen wird,die Verfassungsänderung hinzubekommen. Damit die Minderheit der Sinti und Romauns nicht vorwerfen können, dass sie von uns instrumentalisiert werden.