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17.12.04 , 12:03 Uhr
B 90/Grüne

Karl-Martin Hentschel zur Bahnverbindung Kiel-Hamburg

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 27 – Bahnverbindung Kiel-Hamburg Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt der Fraktionsvorsitzende Telefax: 0431/988-1501 von Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Karl-Martin Hentschel: Internet: www.sh.gruene-fraktion.de

Nr. 422.04 / 17.12.2004



Metroexpress zügig einführen
Ich bin hocherfreut, dass sich alle Fraktionen zu einer direkten schnellen Schienenanbin- dung zum Hamburger Airport und zum Hamburger Hauptbahnhof bekennen. Eine direk- te, schnelle Schienenverbindung von Kiel über Neumünster, Kaltenkirchen, den Airport Hamburg, die City-Nord zum Hauptbahnhof wäre nach unserer Einschätzung die wirt- schaftlichste und nachfragekräftigste Schienenstrecke für Schleswig-Holstein überhaupt.
Die dicht bevölkerte Achse im nördlichen Hamburger Umland erhält damit endlich eine attraktive und schnelle Schienenverbindung an die Fernbahn in Hamburg. Unsere Bere- chungen weisen auf ein Passagierpotenzial von bis zu 30.000 Menschen täglich hin.
Aber nun müssen auch Nägel mit Köpfen gemacht werden. Immerhin hat der Landtag zu dem Projekt Metroexpress schon zwei positive Beschlüsse gefasst. Einmal in der Anmel- dung der Schienenprojekte zum Bundesverkehrswegeplan und zum zweiten im Landes- verkehrsprogramm – beides ohne wesentliche Auswirkungen.
Wenn die CDU in ihrem Landtagswahlprogramm diesen grünen Vorschlag eines erwei- terten „FlugZuges“ aufgreift, dann sind wir hocherfreut. Ein richtiger Vorschlag kann gar nicht oft genug wiederholt werden. Ob Hauptstadtexpress oder Metroexpress, wichtig ist, das wir damit vorankommen.
Die Kooperation von Kiel und Hamburg bekommt durch den Metroexpress einen weite- ren Schub, durch den beide Seiten gewinnen.


1/2 Dass der Metroexpress indirekt auch etwas mit dem geplanten Ausbau des Kieler Flug- hafens zu tun hat, ist kein Geheimnis. Aber diese Diskussion gibt keinen Sinn. Egal, ob Holtenau ausgebaut wird, oder nicht: Der Airport Hamburg ist der wichtige Flugplatz für Kiel und Schleswig-Holstein. Während jährlich 3,5 Millionen Schleswig-Holsteiner den Hamburger Flughafen nutzen, sind es gerade mal 81.000 Nutzer im Jahr 2003 in Kiel- Holtenau, für 2004 wird mit nur noch 53.000 Passagieren gerechnet. Das heißt, nur zwei Prozent der Schleswig-Holsteiner nutzen Kiel, 98 Prozent dagegen den Hamburg-Airport.
Der Metro-Express ist aber nicht allein mit dem Flughafen begründbar. Von den erwarte- ten Zuwächsen werden nur 2000 Fahrgäste zum HH-Airport fahren, dagegen über 10.000 in den Hamburger Norden oder zum Hauptbahnhof.
Es geht um die Anbindung einer ganzen Region mit zirka 150.000 Menschen an die Fernbahn. Es geht um eine attraktive Pendlerverbindung aus der KERN-Region nach Hamburg. Und es geht um die Anbindung von großen Teilen Schleswig-Holsteins an ih- ren Flughafen, den Hamburg Airport.
Und schließlich geht es um die direkte Anbindung der Metropole Hamburg an die Kreuz- fahrtterminals in Kiel, so dass die Gäste der Kreuzfahrtschiffe, die schnell vom Hambur- ger Hauptbahnhof bzw. dem Airport zum Kieler Hauptbahnhof und direkt an die Fähr- Terminals kommen.
Die zurückhaltende Haltung des Verkehrsministers kommt mir bekannt vor. Als Hauptar- gument werden die Kosten genannt. Aber wenn wir den Halt in Wrist, wo überwiegend Auto-Pendler einsteigen, nach Bad-Bramstedt verlegen, dann können wir den Regional- express in Zukunft über Norderstedt fahren lassen. Und wenn wir dann noch den Flens- burg-Express umlegen, dann können wir einen Halbstundentakt bekommen.
Damit könnten mehr als die Hälfte der zusätzlichen Einnahmen zur Amortisation der Strecke eingesetzt werden. Die Einnahmen von 3000 zusätzlichen Fahrgästen reichen nach der Rechnung von Pro Bahn zur Amortisation von 110 Millionen Euro.
Der ICE Hamburg-Berlin wurde fast zehn Jahre verzögert, weil ein Bundesverkehrsminis- ter unbedingt die unwirtschaftliche Transrapid-Option offen halten wollte. Das darf uns mit dem Metro-Express, dem wichtigsten Schienenvorhaben in Schleswig-Holstein über- haupt, nicht auch noch passieren.
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