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Karl-Martin Hentschel zur Ausbildungssituation
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 70 - Ausbildungssituation in Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Schleswig-Holstein Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Dazu sagt der Fraktionsvorsitzende Mobil: 0172/541 83 53 von Bündnis 90/Die Grünen, E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Karl-Martin Hentschel: Internet: www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 425.04 / 17.12.2004Chancen der Jugendlichen sichernFür die Zukunft unserer Gesellschaft und des Wirtschaftsstandortes Schleswig-Holstein spielt die Qualifikation der jungen Menschen die entscheidende Rolle. Ohne eine gute Berufsausbildung, egal ob in der Lehre oder auf der Hochschule, werden wir im Wettbe- werb der Volkswirtschaften nicht bestehen.Bei der Versorgung unserer Schulabgänger mit Ausbildungsplätzen hat Schleswig- Holstein immer sehr gut abgeschnitten, wir lagen durchweg an der Spitze der Bundes- länder. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung gab es im Vergleich der Jahre 2003 zu 2004 nur in Schleswig-Holstein einen Zuwachs an neuen Ausbildungsverträgen, von plus einem halben Prozent. Bei allen anderen Bundesländern mussten wir ein Minus hinneh- men. In Bayern, zum Beispiel, minus 3,6 Prozent und in Baden-Württemberg minus 2,2 Prozent.Bei steigenden Zahlen der Schulabgänger und einer nur schwach wachsenden Wirt- schaft wird es immer schwieriger eine ausreichende Zahl von Ausbildungsplätzen zu mobilisieren. Das Ziel des schleswig-holsteinischen Bündnisses für Ausbildung ist es, für alle ausbildungsfähigen und -willigen Bewerberinnen und Bewerber einen Ausbildungs- platz zu finden oder mindestens ein Qualifizierungsangebot zu machen.Dieses hohe Ziel hat Schleswig-Holstein fast erreicht, von den 803 Jugendlichen, die En- de September noch ohne Ausbildungsplatz waren, sind nun schon 512 Jugendliche ver- mittelt worden. Dazu hat das „Sofortprogramm für mehr Ausbildung und Qualifizierung“ einen entscheidenden Beitrag geleistet. Meine Gespräche mit den Industrie- und Han- delskammern und den Handwerkskammern haben ergeben, dass vor allem die zusätzli- chen Ausbildungsplatzakquisiteure viel erreicht haben. Sie haben die einzelnen1/2 Betriebe besucht und durch hartnäckiges Klinkenputzen neue Ausbildungsplätze gewon- nen. Dafür schönen Dank! Im Bezirk Flensburg haben die Akquisiteure zwei beschriftete „Smarts“ bekommen, mit denen sie durchs Land fahren und die einzelnen Betriebe besu- chen.Insgesamt konnte die Zahl der Plätze um zwei Prozent gesteigert werden, im Bereich der IHKs gibt es sogar einen Zuwachs von vier Prozent. Ein schöner Erfolg.Bedenklich ist aber eine weitere Zahl. Rund 50 Prozent der BewerberInnen kommen aus der Warteschleife, dabei kann diese Berufsvorbereitung sehr sinnvoll sein. 50 Prozent, das ist doch eine erhebliche Quote von jungen Menschen, die im ersten Schritt nach der Schule keinen regulären Ausbildungsplatz gefunden haben.Auch der bundesweite „Pakt für Ausbildung“ hat das Seine geleistet. Dieser Pakt kam auf Betreiben der Arbeitgeber zustande, um die drohende Ausbildungsplatzumlage zu ver- hindern. Insofern war die Diskussion um die Umlage eine richtige Aktion, ohne diese Drohkulisse hätte sich weniger bewegt. Da bin ich mir sicher.Der DGB hat die Erfolgsmeldungen zu den Ausbildungsplätzen mit Skepsis aufgenom- men. Er sagt, die Zahl der Jugendlichen, die sich in sogenannten Warteschleifen befin- den, sei weiter gestiegen. Im Schuljahr 2003/2004 gab es nach Angaben des DGB Nord fast 500 Jugendliche mehr, die in Schleswig-Holstein ein Ausbildungsvorbereitungsjahr absolvierten. Auch die Zahl der Jugendlichen an staatlichen Berufsfachschulen sei ge- stiegen. Wir werden sehen, wie der Wirtschaftsminister in seinem Bericht die Situation beurteilt.Loben will ich das Projekt der türkischen Gemeinde mit dem Namen „AIM“ (Ausbildung und Integration von Migranten), das nun schon fünf Jahre läuft. Hiermit ist es gelungen, Migranten-Betriebe zu finden, die neu in die berufliche Ausbildung einsteigen. Auch diese Betriebe müssen jedes Jahr neu angesprochen werden, damit die Ausbildungsbereit- schaft keine Eintagsfliege bleibt.Die Politik wird sich daran messen lassen, wie wir die Lebenschancen der Jugendlichen ausgestalten. Neben einer nachhaltigen Umwelt geht es um Bildung und Berufsausbil- dung. In diesen Bereichen werden die Grundlagen gelegt für die weiteren Wege in der Gesellschaft und im Arbeitsleben. Wir dürfen deshalb in unseren Anstrengungen nicht nachlassen, möglichst für jede Jugendliche und jeden Jugendlichen eine gute Chance für Bildung und Ausbildung zu eröffnen. Das ist das Wichtigste, was die jungen Menschen brauchen. ***