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Ekkehard Klug: "Bildung beginnt in Familie und Kindergarten"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 030/2005 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 27. Januar 2005 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Günther Hildebrand, MdLFrühkindliche Bildung/Hochschulstudium im Veronika Kolb, MdL Bereich/Elementarpädagogik www.fdp-sh.de Ekkehard Klug: „Bildung beginnt in Familie und Kindergarten“ In seinem Redebeitrag zu den Tagesordnungspunkten 43 und 66 – Hochschulstudium im Bereich Elementarpädagogik/OECD-Bericht zur frühkindlichen Bildung – erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Bildung beginnt in Familie und Kindergarten. Die vorschulische Bildung – auch Elementarbildung genannt – ist das Fundament des Bildungs- wesens. Dessen erste öffentliche Institution ist die Kindertagesstätte. Sie darf deshalb nicht bloß ein Betreuungsort sein, sondern muss in viel stärkerem Maße als bisher auch eine Bildungseinrichtung werden.Die Neubewertung der Kitas hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Bildung der Kinder - nach und neben deren Förderung in der Familie - ist vielleicht die wichtigste Veränderung in der deutschen Bildungs- landschaft. Dies kommt schon fast einer Umwälzung gleich – in einem Land, wo Studienplätze bislang kostenlos zu haben sind, wo jedoch Kindergartenplätze den Eltern eine hohe Kostenbeteiligung abverlangen – doppelt so hoch wie im Durchschnitt der OECD, und das für ein Angebot, das angesichts hoher Gruppengrößen schlechter ist als anderswo.Die Bedeutung der frühkindlichen Bildung ist in den letzten zehn Jahren vor allem durch neue Erkenntnisse der Neurowissenschaften herausgearbeitet worden. Bereits im Vorschulalter erfolgen Weichenstellungen, die auf die später in der Schulzeit folgenden Bildungsmöglichkeiten entscheidenden Einfluss haben.Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für Neurobiologische Grundlagenforschung am Göttinger Universitätsklinikum, stellt fest: „In viel stärkerem Maße als bisher angenommen wird die Entwicklung des menschlichen Gehirns … durch nutzungsbedingte Bahnungs- und Strukturierungsprozesse bestimmt“. Im Altersbereich zwischen drei und sechs Jahren, also im Kindergartenalter, liegt eine wesentliche Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Entwicklungsphase des Frontalhirns - der Bereiche, in denen sich das menschliche Gehirn am deutlichsten von dem der Tiere unterscheidet und die vor allem „die Planung und Organisation von Handlungen sowie die Konzentrationsfähigkeit auf bestimmte Aufgaben steuern“.Sprachliche Ausdrucksfähigkeiten und Bewegungskompetenz, die Fähigkeit, sich auf den Anderen einzulassen - also das soziale Verhalten – und die Annahme des Gesollten als letztlich freiwillige Handlungsnorm, all dies wird bereits im Kindergartenalter angelegt. Was hier unterbleibt, konfrontiert Schule und Gesellschaft mit einer Vielzahl von später nur schwer auszugleichenden Entwicklungsdefiziten.Solche „Bildungsbremsen“ gar nicht erst entstehen zu lassen, ist die Aufgabe der Kitas, die einen erweiterten Bildungsauftrag wahrnehmen müssen, und selbstverständlich auch die Aufgabe der Familie. „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, heißt es in Artikel 6 des Grundgesetzes.Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen – dies bedeutet nicht die Vorverlegung der Schule in den Kindergarten, wohl aber altersgerechte Formen der Förderung sprachlicher Ausdrucksfähigkeit, der Bewegungskompetenz und der Feinmotorik, sozialer Kompetenzen und von Musik und Spiel. Selbst das scheinbar zweckfreie Spiel fördert, wie Neurowissenschaftler festgestellt haben, durch Vernetzung von Gehirnzellen die Entwicklung der kindlichen Intelligenz.Für eine systematisch angelegte frühkindliche Pädagogik brauchen Kindertageseinrichtungen qualifiziertes Personal, das entsprechende Bildungskonzepte umsetzen kann. Die Aus- und Fortbildung der Fachkräfte in den Kitas ist deshalb ein Schlüssel für notwendige Verbesserungen in diesem Bereich. Das gilt für die traditionelle deutsche Erzieherausbildung an Fachschulen ebenso wie für die erstmals in Schleswig-Holstein durch einen Antrag der FDP-Fraktion angeregte Einführung eines Hochschulstudiums im Fachgebiet Elementarpädagogik.Vor einem Dreivierteljahr gab es dafür im Landtag noch keine Mehrheit, weil die SPD dazu Nein gesagt hat. Heide Simonis hat diese Ablehnung sogar noch auf dem Erzieherinnentag der GEW am 6. November bekräftigt. Drei Wochen später veröffentlichte die OECD dann ihren als „Baby-PISA“ bekannt gewordenen Länderbericht zur frühkindlichen Bildung. Die Wochenzeitung DIE ZEIT schrieb dazu: „Die OECD-Studie beklagt die fehlende akademische Ausbildung deutscher Erzieher“.Das Einschwenken der SPD auf unsere Vorstellungen macht es nun möglich, heute in dieser Sache einen Mehrheitsbeschluss zu fassen. Liebe Genossen: Willkommen an Bord! Für die Freischwimmer von der Union halten wir übrigens gern auch noch eine Ruderbank frei.Sicher ist darüber hinaus noch vieles mehr zu tun. Nach der Hartz-IV- Reform melden viele ehemalige Sozialhilfeempfänger, die jetzt „Arbeitslosengeld II“ erhalten, ihre Kinder wegen höherer Beiträge aus den Kitas ab. Diese katastrophale „Nebenwirkung“ der von Rot-Grün mit so viel Eigenlob bedachten Hartz-Reformen muss so rasch wie möglich korrigiert werden!“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/