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27.01.05 , 17:12 Uhr
SSW

Rauchfreie Schulen: Verbot löst die Probleme nicht, sondern verdrängt sie nur

Presseinformation Kiel, den 27.01.2005 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk
TOP 51 Schulen als rauchfreie Zonen Drs. 15/3906

Schleswig-Holsteins Schulen als rauchfreie Zonen ist auch für den SSW das Leitbild.
Wir sind ebenso darüber besorgt, dass so viele junge Menschen das Rauchen
anfangen, und wir wollen, dass das Rauchen an Schulen aufhört. Die Zahlen sind
beunruhigend, aber wir fordern trotzdem eine Versachlichung der Debatte und
wünschen hier keine Symbolpolitik.


Wie schon im Ausschuss gesagt, hält der SSW dieses Thema für zu wichtig, um
Entscheidungen diesbezüglich übers Knie zu brechen. Wir haben daher
vorgeschlagen, dass der Bildungsausschuss sich nach der Wahl mit dem Thema
Rauchfreie Schule intensiv befassen soll, um eine Lösung für das Problem zu
erarbeiten. Dies hilft den Schulen nach unserer Ansicht mehr als ein gut gemeinter
Erlass, der zurzeit technisch nicht umsetzbar ist. Auch die GEW hat dies in ihrer
Pressemitteilung vom 21. Januar erkannt; der GEW-Landesvorsitzende sagte hier:
„Erfahrungsgemäß finden gerade Schülerinnen und Schüler immer wieder Wege,
derartige Verbote zu umgehen.“ 2


Die rauchfreie Schule ist nur dann umsetzbar, wenn alle hinter dieser Entscheidung
stehen. Deshalb wollen wir, dass die Schulkonferenzen dazu verpflichtet werden, sich
mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sie sollte für ihre Schule ein
maßgeschneidertes Konzept – einen Aktionsplan – zur Umsetzung dieses Ziels
erstellen. Hierbei muss die Prävention eine maßgebliche Rolle spielen, aber auch die
Unterstützung für solche, die mit dem Rauchen aufhören wollen, muss vorhanden sein.


Es ist richtig, dass die Einstellungen der Kinder und Jugendlichen und der Lehrerinnen
und Lehrer verändert werden müssen, wenn man den Einstieg in die Nikotin-
abhängigkeit vermeiden und den Ausstieg erleichtern will. Hier hilft ein Verbot per
Ukas aber genauso viel, wie der Versuch einen Großbrand mit der Gießkanne zu
löschen. Wir regen daher an, dass das Land seine Präventionsmaßnahmen verbessert
und ausweitet. Es soll den Schulen bei der Umsetzung eines schuleigenen
Aktionsplans zur Seite stehen. Es muss auch noch mehr Anreize für das Nichtrauchen
geben. Mehr Initiativen, wie das Programm „Be smart, don’t start“ oder eine
Ausweitung dessen, wären hier sehr erfreulich.


Zusammenfassend kann ich nur unterstreichen:
• Wir wollen rauchfreie Schulen.
• Wir wollen mehr bzw. bessere Prävention.
• Und vor allem wollen wir konkrete Politik für die Schulen und die Gesundheit
machen und nicht Symbolpolitik.


Wir werden uns daher nicht dem Antrag anschließen. Die Logik zu glauben, dass
wenn ein Rauchverbot der Schule nicht greift, wird ein Rauchverbot per Erlass der
Landesregierung Wunder bewirken, ist für uns nicht nachvollziehbar.

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