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Detlef Matthiessen zur Gentechnik in der Landwirtschaft
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 31 – Gentechnik in der Landwirtschaft Düsternbrooker Weg 70 24105 KielDazu sagt der agrarpolitische Sprecher Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Detlef Matthiessen: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh-gruene.de Nr. 032.05 / 27.01.2005Schleswig-Holstein gentechnikfrei haltenWenn eine Zweidrittelmehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher Beschlusskraft hätte, wäre der deutsche Markt schon lange frei – frei von gentechnisch veränderten Le- bensmitteln. Bei den Landwirten sieht es nicht viel anders aus: Die meisten wollen nach- weislich keine Genpflanzen anbauen. Und das nicht erst, seit das Gentechnik-Gesetz novelliert wurde.Wenn wir dieser Tatsache ins Auge schauen, also den Willen von Anwendern und ihrer Kundschaft ernst nehmen, dann haben wir keine Wahl: Wir müssen alle Kräfte in Bewe- gung setzen, um die Einführung gentechnisch veränderten Saatgutes zu verhindern.Ein konsequenter Schritt in diese Richtung ist die Einrichtung zusammenhängender gen- technikfreier Regionen. Allerorten engagieren sich Verwaltungen, Kirchen, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen, Landwirte, Waldbesitzer und nicht zuletzt auch Kom- munal- und Landespolitiker aus allen Lagern gegen die (unreflektierte) Ausbringung der „ach-so-fortschrittlichen“ Gensaaten. Bereits jetzt haben sich über 11.000 Landwirte in Deutschland mit einer bewirtschafteten Fläche von 430.000 Hektar (das sind 4300 Quad- ratkilometer!) selbst dazu verpflichtet, keine Gentechnik auf ihren Äcker zulassen. Wenn man die Waldflächen noch dazu rechnet, handelt es sich bereits fast um eine Million Hektar.Diese Haltung zieht sich quer durch alle gesellschaftlichen Gruppen! Warum sollte sich dann nicht auch ein Land beziehungsweise eine Region in Europa dazu verpflichten, Gentechnik außen vor zu halten?1/2 Unser Land wäre als Rapsanbaugebiet par excellence ganz besonders davon betroffen, wenn sich ungewollt Gene auskreuzen würden. Wir müssen auch an die Vielzahl der Im- ker denken, die mit ihren Bienenvölkern eigens für den so leckeren Rapshonig nach Schleswig-Holstein wandern. Ich bezweifle, dass die 70 Prozent der gentechnisch- kritischen Verbraucherinnen und –Verbraucher gern den mit dem GVO-Logo gekenn- zeichneten Honig vernaschen würden.Daher begrüße ich ausdrücklich den Schritt der Landesregierung, dem „Netzwerk gen- technikfreie Regionen“ beizutreten: Dieses Bündnis zielt auf die Sicherung von Qualitäts- standards und ökologischer Anbaumethoden. Prominente Produkte wie der Parmaschin- ken brauchen den Schutz vor der schleichenden – ich möchte fast schon sagen „Konta- minierung“ – durch artfremde Gene. Wer von den hier im Raum Anwesenden möchte nicht unser Gütesiegel langfristig als solches sichern? Wer würde dem ökologischen Landbau und den genannten Imkern in die Suppen spucken wollen? Mittels einer klaren Entscheidung, dass Schleswig-Holstein eine gentechnikfreie Region werden soll, würden wir unseren Landwirten und auch den genannten Imkern Rechtssicherheit geben.Aber Schleswig-Holstein ist keine Insel. Eine Verunreinigung gentechnikfrei produzierter Lebensmittel und des biologischen Landbaus mit gentechnisch veränderten Organismen ist auf lange Sicht nur zu verhindern, wenn die EU endlich EU-weit verbindliche Regeln zur Sicherung gentechnikfreier Produktion (wie die zur Koexistenz) und einen möglichst niedrigen Schwellenwert zur Saatgutverunreinigung verabschiedet.Nach derzeitiger Rechtslage ist die Einrichtung von gentechnikfreien Regionen in der EU noch nicht möglich. Aus diesen Gründen fordern wir die Landesregierung auf, sich dafür einzusetzen, auf Bundesebene alles Erdenkliche zu tun, um die rechtlich abgesicherte Einrichtung gentechnikfreier Regionen in der EU zu ermöglichen – für die Wahlfreiheit der Menschen hierzulande auf allen Ebenen: Jeder muss wissen, was er isst, auf die Landwirte bezogen: was er anbaut und erntet ! ***