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06.04.05 , 16:11 Uhr
Landtag

Kayenburg: "Papst Johannes Paul II. kann auch Vorbild für politisches Handeln in den Parlamenten sein."

37/2005 Kiel, 6. April 2005 Sperrfrist: 6. April 2005, 18:00 Uhr Es gilt das gesprochene Wort!


Landtagspräsident Kayenburg: „Papst Johannes Paul II. kann auch Vorbild für politisches Handeln in den Parlamenten sein“
Kiel (SHL) – In seinem Gedenkwort im Rahmen des Requiems des Erz- bistums Hamburg für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. sagte Landtagspräsident Martin Kayenburg stellvertretend für die Parlamente Hamburgs und Schleswig-Holsteins in der Hamburger Domkirche St. Marien heute (6. April) unter anderem:
„Heute nehmen wir hier in der Marienkirche in Hamburg Abschied von einem großen Menschen. Mit dem irdischen Tod von Papst Johannes Paul II. haben wir aber weit mehr als nur den Verlust eines Menschen zu beklagen. Mit Johannes Paul II. ist eine Persönlichkeit und ein kirchliches Oberhaupt von uns gegangen, das mit sei- nen Worten und Werten vielen Menschen Orientierung gegeben hat.
Es ist seinem Charisma, seiner Glaubwürdigkeit gerade in seinem sozialen Enga- gement und seiner an seinem Glauben reflektierten Beharrlichkeit in der Behand- lung von kritischen Themen geschuldet, dass er zu einer der großen Leitfiguren un- serer Zeit werden konnte. Innerhalb und außerhalb des Christentums hat er überra- gende Akzeptanz gefunden, persönliches Ansehen genossen und der katholischen Kirche Achtung erworben, sie wieder zu einer Konstanten in einer schnelllebigen Welt werden lassen.
Er wurde zum Ankerpunkt in einer Zeit, in der Globalisierung und neue Medien zum Kennzeichen einer Welt im Aufbruch geworden sind. Das steigende Lebenstempo hat bei vielen Menschen Zweifel, Fragen und Ängste aufkommen lassen. Johannes Paul II. wurde durch seine öffentlich gelebte Glaubensüberzeugung und herausra- gende Integrität der Petrus, der Fels in der Brandung und der Leuchtturm, der gera- de den jungen Menschen in diesen Zeiten Halt und Orientierung gab. 2



In seiner Grundsatztreue, Geradlinigkeit und moralisch-ethischen Konsequenz kann er auch Vorbild für politisches Handeln in den Parlamenten sein, die Verantwortung für Menschen und die Entwicklung ihrer Umwelt übernommen haben.
In diesen Zeiten des Wandels hat die katholische Kirche unter seiner Führung ihre Identität behalten, ohne dabei der Klärung notwendiger Fragen aus dem Weg zu gehen. Johannes Paul II. hat es dabei verstanden, die neuen Möglichkeiten, die gerade durch die Medien eröffnet worden sind, zu nutzen und dabei den Menschen präsent und auch nahe zu sein.
Das war auch sein spürbares Anliegen: Bei den Menschen zu sein – und er ist es über den Tod hinaus: das ist sein Vermächtnis.
Die Welt und die Geschichtsbücher werden Johannes Paul II. als großen Humanis- ten des 20. Jahrhunderts und als einen Gestalter und Bewahrer des christlichen Glaubens verzeichnen, dem immer der Friede in der Welt sowie die Ökumene und der Ausgleich zwischen den Religionen Herzensanliegen waren. In bestimmten Auf- fassungen war Johannes Paul II. dabei durchaus polarisierend, aber im Wesen – und das wird deutlich bestimmender in unserer und in künftiger Wahrnehmung sein – wie kaum eine andere Persönlichkeit glaubwürdig und integrierend.
Wir alle haben einen großen Menschen verloren, aber ein den Tod überdau- erndes Vorbild gewonnen.“

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