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11.04.05 , 09:44 Uhr
Landtag

Redewettbewerb Jugend debattiert - Finale im Plenarsaal

38/2005 Kiel, 11. April 2005 S p e r r f r i s t : Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort!

Redewettbewerb Jugend debattiert – Finale im Plenarsaal
Kiel (SHL) – Das Landesfinale von „Jugend debattiert“ – eines von der Hertie-Stiftung organisierten und finanzierten bundesweiten Rhetorik- wettstreits für Schülerinnen und Schüler – findet heute ab 14:30 Uhr im Plenarsaal des Landtages statt. Die Teilnehmer kommen aus Bad Bramstedt, Kiel, Niebüll und Reinbek. Zur Eröffnung begrüßte Landtags- präsident Martin Kayenburg die Jugendlichen. Er sagte unter anderem: „Jugend debattiert ist ein beeindruckendes Projekt zur politischen und sprachlichen Bildung von Jugendlichen und auch Erwachsenen, das durch großzügiges privates Sponsoring erst möglich wurde. Es hat auch in diesem Jahr wieder sehr großen Anklang gefunden. Fast tausend Schülerinnen und Schüler haben an den Vorbereitungen teilgenommen und alle haben dabei sicher einiges über den Aufbau einer guten Argumentation und einer guten Rede gelernt. Ich bin sicher, dass davon alle – die beteiligten Lehrer und die Schüler – von dieser Qualifizierung profitiert haben und weiterhin profitieren werden.
Das Wettbewerbselement trägt sicherlich dazu bei, jede und jeden zu Höchstleis- tungen anzuspornen. Ich weiß, alle, die heute hier mitmachen, sind mit Ehrgeiz, Willen und Begeisterung bei der Sache. Alle werden ihr Bestes geben. Und bereits deswegen ist dieser Wettbewerb sehr zu begrüßen.
Wer in der Lage ist, seine Meinung rhetorisch gut und inhaltlich sauber aufgebaut vorzubringen, wird es leichter haben, sich mit seinem Anliegen, aber auch als Per- son durchzusetzen.
Wir haben gleich in der Jury die Finalisten unter vier Aspekten zu begutachten: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft; das heißt: klasse reden ohne Inhalt reicht nicht! Und – super Inhalt, aber kein Bezug zu den Argumenten der anderen Gesprächspartner reicht auch nicht! Insofern spielt 2


nicht zuletzt der im wahrsten Sinne des Wortes Ausdruck sozialer Kompetenz eine wichtige Rolle, die sich in einer erfolgreichen Diskussion zu erkennen gibt.
Vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Entwicklung, die wegen des Einflus- ses der neuen Medien die Entwicklung sozialer Fähigkeiten nicht gerade unterstützt, halte ich diesen Aspekt für besonders wichtig. Soziale Kompetenz erwirbt man sich sicherlich nicht, indem man Stunden vor dem Computer verbringt. Und: Zuhören will gelernt sein. Auf Argumente und Bedürfnisse eines anderen Menschen einzugehen ist beim Reden und beim Zuhören ganz genau so wichtig. Dabei sind auch der Ein- fluss von Gestik und Mimik nicht zu unterschätzen.
Eine Gesellschaft mit ich-bezogenen Singles wird weder den Einzelnen noch die Gesellschaft glücklich oder besser: zukunftsfähig gestaltbar machen. Es gilt das Zitat: Wenn jeder nur an sich denkt, ist noch lange nicht an alle gedacht. Hier gegen zu steuern, ist eine wichtige gemeinsame Aufgabe von Schule, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Hinzu kommt in jeder Diskussion natürlich die Sachkenntnis: Wer überzeugen will, muss etwas von der Sache verstehen, sonst wird man schnell ausgezählt und weiß schon beim zweiten Gegenargument nichts mehr entgegen zu setzen. Ich bin auch deswegen sehr gespannt auf die Debatten gleich im Finale, weil Ihr Euch ja mit Themen beschäftigt, die im politischen Bereich auch immer wieder kontrovers disku- tiert werden. Der Zeitrahmen ist straff gespannt und lässt keinen Raum für Aus- schweifungen. Das ist vorbildlich und vielleicht – um nicht zu sagen: hoffentlich – nimmt sich der Landtag dies zum Vorbild, um seine Debatten etwas spannender und Ziel gerichteter zu gestalten und Wiederholungen von Argumenten zu vermei- den. Auf jeden Fall erwarte ich aber, dass Ihr uns gute Vorbilder sein werdet!
Diejenigen, die das Finale für sich entscheiden werden, darf ich aber schon jetzt einladen, einmal den Landtag während einer Plenartagung zu besuchen und sich einen Eindruck vom Stand der rhetorischen Fertigkeit der Abgeordneten zu machen. Kann natürlich sein, dass die Sieger statt guter Rhetorik deftige Polemik zu hören bekommen. Auch die gehört bei uns in der politischen Konkurrenz dazu.
Ich bin gespannt, wie Ihr Eure Aufgaben anpackt. Allen Finalisten wünsche ich viel Erfolg und freue mich auf die Debatten und die kommenden Stunden mit Euch.“



Die Themen des Landesfinales: - Altersgruppe I (Klasse 8 - 10): Soll die Note für den Sportunterricht abgeschafft werden?
- Altersgruppe II (Jahrgangsstufen 11 - 13): Soll der SSW ab der nächsten Landtagswahl der Fünf-Prozent-Klausel unterworfen werden?

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