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Anke Spoorendonk zur Landtagsgeschäftsordnung: Große Koalition zeigt beim Grundmandat wenig Größe
Presseinformation Kiel, den 27.04.2005 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 16 Änderung der Landtagsgeschäftsordnung Drs. 16/27; 16/37Geschäftsordnungsdebatten gehören selten zu den Sternstunden des Parlaments. Sie sindaber notwendig, weil die Geschäftsordnung die Korsettstangen der Parlamentsarbeit sind.Daher war die Geschäftsordnungsdebatte am 17.März unumgänglich; die heutige ist esnicht.Überflüssig wie ein Kropf erscheint uns die erneute Debatte um das Grundmandat desSSW in den Ausschüssen des Landtages. Dabei stehe ich zu dem, was ich am 17.März sagte:Der SSW hätte von sich aus keine Änderung des Geschäftsordnung beantragt. Wir habender Änderung letztlich zugestimmt, weil sie transparent und in der konkreten Situationnotwendig war. Sie besagt nämlich schlicht und ergreifend, dass alle Fraktionen vorwegein Grundmandat in den Ausschüssen erhalten, wonach mit d’Hondt weitergezählt wird. - Und da der SSW - auch laut Geschäftsordnung – die Rechte einer Fraktion besitzt, wärenwir genau wie FDP und Grüne künftig über ein Grundmandat mit Stimmrecht in denAusschüssen vertreten gewesen.Die Pointe dieser Regelung ist, dass sie unabhängig vom konkreten Anlass Bestand habenkönnte, weil sie – denkt man sie zu Ende – nicht die Position der Fraktionen, sondern diedes einzelnen Abgeordneten stärkt. Hätte dieser Aspekt in der Landtagsdebatte von vorsechs Wochen eine stärkere Rolle gespielt, wäre sie vielleicht weniger hohl gewesen. Diessage ich ausdrücklich in Richtung FDP als Partei der Bürgerrechte, die heute wie wir gegeneine erneute Änderung der Geschäftsordnung stimmen will. Ich sage es aber auch vor demHintergrund des vorliegenden Antrages von CDU und SPD.Da ich grundsätzlich der Meinung bin, dass das Leben für Geschäftsordnungsdebatten zukurz ist, werde ich mich jetzt nicht darauf versteifen zu erraten, was zu diesem Antraggeführt hat. Der CDU ist es anscheinend ganz wichtig, auch in den Ausschüssen größteFraktion zu sein. – Dass dies zulasten des SSW geschieht, bedauert man wohl eher nicht.Und die SPD? Sie wollte sich in dieser Angelegenheit nicht verkämpfen, denke ich. Wobeies natürlich eine spannende Frage ist, ob sie mit mehr Überzeugungsarbeit den neuenStatus Quo hätte erhalten können. So steht heute nicht nur der SSW als Verlierer dar,sondern das gesamte Parlament. Durch die Rücknahme unseres Grundmandats wird dieOppositionsarbeit in den Ausschüssen geschwächt, das ist der Punkt. Was bleibt, ist alsoder Eindruck, dass die neue große Koalition in dieser Frage wenig Größe gezeigt hat.Schade.