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Lars Harms zum Flughafenausbau Kiel-Holtenau: Schlewig-Holstein kann sich keine Hasardspiele leisten
Presseinformation Kiel, den 27.05.2005 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 22 Keine Geldverschwendung für den Ausbau des Flughafens Holtenau Hol Drs. 16/74Für den SSW kann ich sagen, dass wir uns als einzige Partei hier im Landtag klar gegenden Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau ausgesprochen haben und das werden wirauch weiterhin tun. Hier sind wir von unserer Haltung auch nicht abgewichen und daherwerden wir dem Antrag der Grünen nicht zustimmen, denn der Antrag lässt die Möglich-keit des Ausbaus zu, wenn man sich z.B. an den finanziellen Deckel hält. Das sehen wirklar anders. Selbst wenn man uns den Ausbau schenken würde, würden wir im Interesseder Menschen nicht zustimmen.Für den Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau wurden bereits ausreichend Gutachtenund Analysen in Auftrag gegeben und erstellt. Daher sind wir der Auffassung, dass wirjetzt auch keine Expertise mehr benötigen und daher lehnen wir auch die PlanungsphaseII strikt ab. Gleiches gilt im Übrigen auch für die in Punkt 1 des Antrages genannten ver-tiefenden Kostenuntersuchungen. 2Zu Punkt 2 des Antrages kann ich den Grünen mitteilen, dass die Landesregierung sichbereits in einer kleinen Anfrage des SSW zu den Kosten geäußert hat. Dort wird zwarbestätigt, dass die Kosten für den Ausbau des Regionalflughafens Kiel-Holtenau seitensder Landesregierung und der Landeshauptstadt Kiel mit einem Betrag von 48,3 Mio. Eurogedeckelt wurden, aber dass diese Kostenschätzung mit einer Ungenauigkeit von +/-20% behaftet ist. Dadurch wird zwischen den Zeilen deutlich gemacht, dass der Ausbauteurer wird als geplant.Gleiches gilt für die Äußerung des Wirtschaftministers im Ausschuss zum Charterver-kehr. Dort ließ er durchblicken, dass mit einem Ausbau des Flughafens auch der Charter-verkehr nach Kiel kommen darf. Wir wissen alle, dass ein Flughafen sich nur lohnt, wennman Geschäftsreiseverkehr und Charterverkehr zulässt. Dies sind Tatsachen, denen wirvon vornherein ins Auge sehen müssen. Für diese Erkenntnis muss ich nicht Kaffeesatzlesen oder noch weitere Gutachten abwarten, dies kann man sich an fünf Fingern abzäh-len. Wenn der Flughafen sich nach einem Ausbau wirtschaftlich rentieren soll, dann lässtsich dies nur mit Charterverkehr machen. Und das will die Landesregierung nun zulassen.Was sagten eigentlich die Sozialdemokraten dazu? Sie haben doch bisher immer wiedergesagt, dass Charterverkehr ausgeschlossen sein soll!Die Situation des Flughafens Kiel Holtenau spiegelt sich deutlich in der Entwicklung derFluggastzahlen wider. Die Zahl der Fluggäste ist seit 2002 extrem rückläufig. In Zahlenausgedrückt handelt es sich um einen Rückgang von 129.485 auf 52.865 Passagiere. Diesist vor allem auf den wenig attraktiven Standort zurück zuführen. Und anstatt dies zuerkennen, klammert sich die Landesregierung an die Zahlen der Bedarfsprognose von2004.Schleswig-Holstein kann es sich nicht leisten, mindestens 50 Mio. Euro in den Flughafen-ausbau zu versenken und dann zu hoffen, dass die Zahlen der Bedarfsprognose irgend- 3wann aufgehen. Hier hat der SSW schon früh darauf hingewiesen, dass das vorgeseheneGeld besser für realistische und zukunftsfähige Projekte ausgegeben werden soll. Auchin anbetracht der katastrophalen Haushaltslage können wir uns keine finanziellen Ha-sardspiele leisten.Die Kieler Flughafengesellschaft leidet bereits jetzt unter erheblichen Einnahmeverlus-ten, die das Land ausbügeln muss. So sind hierfür derzeit 733.000 Euro im Haushaltveranschlagt und angesichts der sinkenden Fluggastzahlen geht die Landesregierungdavon aus, dass für die Jahre 2005 und 2006 ein erhöhter Defizitausgleich zu zahlen ist.Daher müssen wir uns überlegen, ob es künftig überhaupt noch Sinn macht, als Landweiterhin Anteilseigner an der Kieler Flughafengesellschaft zu sein. Zumal der Landes-rechnungshof dies schon mehrmals kritisiert hat und der damaligen Landesregierung insBuch geschrieben hat, dass es nicht Aufgabe des Landes sei Flughäfen zu betreiben. Hierwerden regelmäßig hunderttausende Euros versenkt.Über eins sind wir uns natürlich im Klaren, wir brauchen eine Alternative zum Flugha-fenausbau. Daher begrüßen wir den dritten Punkt des Antrages in dem die Landesregie-rung aufgefordert wird eine Machbarkeitsstudie zu erstellen für den Metroexpress vonKiel nach Hamburg Hauptbahnhof über Airport Hamburg. Dies ist keine neue Idee, abersie wurde bisher nie als echte Alternative geprüft.Aber auch die Erarbeitung eines gemeinsamen Flugverkehrskonzeptes mit Hamburgsollte die Landesregierung jetzt nutzen, um eben auch solche Alternativen wie den Met-roexpress zu überprüfen.