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15.06.05 , 15:56 Uhr
SPD

Jutta Schümann zu TOP 9: Integrative Pflegeausbildung weiter verbessern

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 15.06.2005 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 9 – Sicherung der Ausbildung in der Altenpflege

Jutta Schümann:

Integrative Pflegeausbildung weiter verbessern

Eine gute, qualifizierte Ausbildung ist ein zentraler Baustein für Qualitätssicherung in der Pflege. Anders als z.B. in den angelsächsischen Ländern befinden sich die Profes- sionalisierungsprozesse der Pflege in Deutschland noch in den Anfängen.

Mit einem Erlass von 1989 hat die Landesregierung erstmals die Altenpflegeausbil- dung inhaltlich geregelt und durch Landeszuschüsse die Schulgeldfreiheit abgesichert. Wer vor dieser Zeit den Beruf der Altenpflegerin ergreifen wollte, musste seinen Le- bensunterhalt aus eigener Tasche finanzieren und das Schulgeld noch mitbringen – es sei denn, er hatte Anspruch auf eine Umschulung nach dem AFG, dann wurden die Kosten von der Arbeitsverwaltung übernommen. Traditionell ist deshalb die Altenpfle- ge ein klassischer Umschulungsberuf. Lange Zeit war das Verhältnis zwei Drittel zu ei- nem Drittel, heute liegt es bei 50:50 Umschüler zu Menschen in Erstausbildung.

Und schon seit Jahren besteht von Seiten der Arbeitsverwaltung die Forderung, die dreijährige Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen. Dieses wird nun Realität. Durch die Verabschiedung des Altenpflegegesetzes auf Bundesebene 2003 sind erstmals einheitliche Ausbildungsstandards festgelegt und die Ausbildungszeit auf drei Jahre festgeschrieben. Auch dieses ist eine wichtige Voraussetzung für die Qualitätssiche- rung in der Pflege und eine Gleichstellung mit anderen Berufen in der Pflege. Es ist
Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



aber auch ein weiterer notwendiger Schritt der Pflegeausbildung im europäischen Ver- gleich.

Im Zuge dieser Gesamtentwicklung hat sich die Altenpflegeausbildung in Schleswig- Holstein in den letzten Jahren qualitativ weiterentwickelt. Die Ausbildungskapazitäten – traditionell vorwiegend bei den freien Trägern – wurden zu anerkannten Aus- und Wei- terbildungsstätten ausgebaut. Diese bilden im Schnitt jährlich ca. 1.100 Menschen aus. Die Finanzierung erfolgte aus unterschiedlichen Quellen, Arbeitsverwaltung, Landes- mittel und Selbstzahler.

Der Rückzug der Arbeitsverwaltung aus der Gesamtfinanzierung gefährdet aktuell die bestehenden Ausbildungsstrukturen, und deshalb ist es dringend notwendig, nach neuen Regelungen zu suchen.

Wenn wir die pflegerische Versorgung für die Zukunft sicherstellen wollen, müssen wir uns in den nächsten Jahren um die Weiterentwicklung der Pflegeausbildung und um ihre Neustrukturierung im Berufsfeld Gesundheit kümmern. Die demographische Ent- wicklung in Deutschland und der Strukturwandel im Gesundheitswesen bringen grund- sätzlich neue Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung für Pflegeberufe mit sich, das gilt auch für die Kranken- und Kinderkrankenpflege.

Die neuen Entwicklungen beziehen sich vor allem auf die im Gesundheitsstrukturge- setz und im Pflegeversicherungsgesetz verankerte Ausweitung der Gesundheitsförde- rung, der Prävention und Rehabilitation sowie auf den Vorrang der ambulanten medi- zinischen und pflegerischen Versorgung und die Unterstützung von Selbstverantwort- lichkeit und von Selbsthilfepotenzialen des kranken, behinderten und alten Menschen. -3-



Mit der eingeleiteten engen Zusammenarbeit der Leistungssysteme im Gesundheits- und Sozialwesen entstehen neue Versorgungsstrukturen, neue Arbeitskonzepte und in deren Folge neue Qualifikationsanforderungen insbesondere für Pflegekräfte.

Insbesondere müssen wir aber dringend etwas zur Steigerung der Ausbildungsbereit- schaft tun. Das Image und Profil der Pflegeberufe müssen wir verbessern. Negative Berichterstattung über gefährliche Pflege und Schuldzuweisungen in Richtung Pflege- kräfte sind da kontraproduktiv.

Also auch bei uns besteht die Absicht, mittel- und langfristig etwas zu verändern. Die bestehenden Modelle z.B. in Flensburg sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Es gilt aber auch, viele strukturelle und gesetzliche Hemmnisse zu überwinden. Wir haben das Ziel einer integrativen Pflegeausbildung auf allen Ebenen im Koalitionsvertrag ver- einbart. Insofern freue ich mich auf die weitere Erarbeitung neuer Konzepte für eine verbesserte integrative Pflegeausbildung.

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