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Monika Heinold zur Schuleingangsuntersuchung
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 17 – Vorgezogene Schuleingangsuntersuchung Düsternbrooker Weg 70 24105 KielDazu sagt die sozialpolitische Sprecherin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Monika Heinold: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh-gruene.de Nr. 149.05 / 15.06.2005Frühförderung entlastet den späteren SchulalltagMit unserem heutigen Antrag fordern wir, dass die Schuleingangsuntersuchung schritt- weise vorgezogen wird. Ziel ist es, dass spätestens zum Schuljahr 2007/2008 eine Un- tersuchung aller Kinder mindestens ein Jahr vor ihrer Einschulung gewährleistet wird. Die Zeit bis zur Einschulung soll dann intensiv genutzt werden, um in der Kindertagesstätte und in Kooperation mit anderen Hilfs- und Förderangeboten bestehende Defizite aus- zugleichen.Diese Maßnahme ist aus Sicht der Grünen Landtagsfraktion zwingend, um die Bildungs- chancen aller Kinder zu verbessern: Wenn gewährleistet ist, dass mit Eintritt in den Schulalltag alle Kinder ausreichende soziale Kompetenzen haben und die deutsche Sprache beherrschen, wird das den Schulalltag für Kinder und LehrerInnen deutlich verbessern. Von der verbesserten Unterrichtssituation würden so auch leistungsstärkere Kinder profitieren.Auch Sozialministerin Gitta Trauernicht hat in einem Interview mit den „Kieler Nachrich- ten“ am vergangenen Wochenende (Sa. 11.6.05) darauf abgehoben, dass die bestehen- den Angebote im Rahmen von Frühförderung und Jugendhilfe, bei allen positiven Aspek- ten, ein gemeinsames Manko haben: Ihnen fehlt letztendlich die Verbindlichkeit. Ich teile daher die Aussage der Ministerin: „Wir wollen, dass künftig sicher gestellt ist, dass Kin- der, die Hilfe brauchen, diese auch erhalten. (...) Das kann auch ein gesundheitliches Frühwarnsystem sein (...).“Wir schlagen hierzu mit unserem Antrag die Schuleingangsuntersuchung vor, da diese für alle Kinder verbindlich ist: Diesen Vorteil wollen wir weiter ausbauen. Das Vorziehen der Schuleingangsuntersuchung muss dazu genutzt werden, um Kindern mit Defiziten anschließend eine aktive Hilfestellung zu bieten:1/2 - Für Kinder, die bereits in der Kindertagesstätte sind, muss es ein abgestimmtes Förderkonzept geben, in das auch weitere Hilfsangebote wie z.B. Logopädie auf- genommen werden können. - Familien, die die Chance Kindertagesstätte nicht nutzen, muss der Weg in die Kindertagesstätte und zu anderen Hilfesystemen aufgezeigt werden. - Bei Eltern, die keine Hilfsangebote für ihre Kinder annehmen wollen, muss ge- währleistet werden, dass diese Kinder dennoch von den gezielten Förderangebo- ten profitieren.Damit soll sichergestellt werden, dass sozial benachteiligte Kinder und Kinder mit Migra- tionshintergrund gezielter als bisher gefördert werden. Die aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstitutes belegt eindeutig, dass gerade diese Kinder keine Kindertagesstätte besuchen.Uns ist bewusst, dass die konkrete Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und ggf. mit weiteren zuständigen Institutionen nur auf freiwilliger Basis mit den Familien vereinbart werden kann. Es sei denn, dass unmittelbare Maßnahmen zum Schutz des Kindes oder der Jugendlichen notwendig sind.Über den Bildungsauftrag der Kindertagesstätten haben wir bereits heute morgen unter TOP 8 diskutiert. In diesem Zusammenhang habe ich auf unsere Forderung hingewie- sen, das ursprünglich im rot-grünen Koalitionsvertrag vereinbarte 30 Millionen Euro För- derprogramm „erfolgreich starten“ umzusetzen.Eine vorgezogene Schuleingangsuntersuchung zieht Kosten nach sich. Der Ausgleich der festgestellten Defizite kostet Geld. Schon kurzfristig wird sich dies jedoch rentieren, denn in der Schule wird es durch vorher gelerntes Sozialverhalten und Sprachkompetenz zu erheblichen Entlastungen kommen.Ich bitte sie deshalb, unserem Antrag zuzustimmen. ***