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24.06.05 , 09:05 Uhr
Landtag

Ingrid Franzen: Mehr ältere Menschen beschäftigen!

94/2005 Kiel, 24.06.2005



Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen: Mehr Betriebe müssen mehr ältere Menschen beschäftigen!
Kiel (SHL) – Auf dem EURO-Treff des dbb, des Bundeswehrverbandes und des Schleswig-Holsteinischen Richterbundes am Freitag, dem 24. 6. 2005, zum Thema „Die Sicherung der Sozialsysteme vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Europa“ erklärte Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen u. a.:

„Dieses Thema gewinnt immer mehr an Bedeutung in einem Europa, das heute demografische Veränderungen in bisher nie erfahrenem Ausmaß er- lebt. Die Menschen in der EU werden immer älter, und ihre Zahl im Verhält- nis zu den Jungen wird immer größer. Besonders kritisch ist, dass die Anzahl der Erwerbstätigen im Vergleich zur Bevölkerung im Rentenalter erheblich abnimmt.

Die Europäische Kommission hat sich dieser Problematik in dem im März dieses Jahres vorgelegten Grünbuch zum demografischen Wandel ange- nommen. Die Zahlen hierin zeigen, dass bis zum Jahr 2030 in der EU 20,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter fehlen werden. Der Druck auf die Rentensysteme, die Krankenversicherungen und die öffentlichen Finan- zen aufgrund der wachsenden Zahl der Rentner und des Rückgangs der Er- werbsbevölkerung wird in erheblichem Maße steigen. Die Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft werden massiv sein. 2


Es kann nicht richtig sein, dass gut vierzig Prozent der Betriebe in Deutsch- land keine Arbeitnehmer beschäftigen, die über fünfzig Jahre alt sind. In kaum einem anderen Industrieland verabschieden sich Menschen so früh aus dem Erwerbsleben wie hier. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 waren nur rund 39 Prozent der Bundesbürger zwischen 55 und 64 Jahren erwerbstätig. In der Schweiz waren es 66 Prozent, in Schweden gar fast 70 Prozent. Das heißt: Es geht auch anders!

Bei allen Diskussionen und Differenzen dürfen wir nicht vergessen, dass die EU zu den Wohlstandsinseln in dieser Welt gehört. Die Mitgliedsstaaten sind noch immer privilegiert sowohl im Hinblick auf ökonomische Maßzahlen wie das Bruttosozialprodukt als auch hinsichtlich sozialer Lebensbedingungen. Wenn Frieden und Wohlstand, soziale Sicherheit und ein menschliches Mit- einander jedoch auch für die Zukunft sichergestellt werden sollen, werden wir uns alle gemeinsam den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen müssen.“

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