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Lars Harms - TOP 19 - Vertragsnaturschutz
PresseinformationKiel, den 01.09.2005 Es gilt das gesprochene Wort Lars HarmsTOP 19 Vertragsnaturschutz Drs. 16/195Mit der Einführung des Vertragsnaturschutzes wurde ein Weg eingeschlagen, um insbesonde-re den Landwirten mehr Möglichkeiten an die Hand zu geben, um bestimmte Lebensräumeauf ihrem Land zu erhalten oder zu schaffen und Einkommen zu sichern. Angesichts der vielenunterschiedlichen Anforderungen an den Naturschutz auf der einen Seite und der Landwirt-schaft auf der anderen Seite, wundert es nicht, dass dieser partnerschaftliche Weg über dieJahre viele unterschiedliche Förderprogramme hervorgebracht hat. Diesen Weg hat auch derSSW immer befürwortet.Gerade in der jüngsten Zeit, als es um die Ausweisung von Flächen für NATURA 2000 ging, hatder Vertragsnaturschutz einen neuen wertvollen Charakter bekommen. Der SSW hat in dieserDiskussion und im Zusammenhang mit NATURA 2000 darauf hingewiesen und gedrängt, dassder Vertragsnaturschutz das Instrument ist, das für diese Flächen Anwendung finden muss.Insbesondere in der Diskussion um die Ausweisung von NATURA 2000 auf der HalbinselEiderstedt hätten die unterschiedlichen Programme existenzielle Härten abfangen können. 2Doch anstatt die im Antrag aufgelisteten sechs Umweltmaßnahmen von der EU-Kommissionnotifizieren zu lassen, hat die neue Landesregierung diese Programme – die sich schon aufdem europäischen Prüfstand befanden – zurückgezogen. Mit der Begründung, dass die EUderzeit keine Notifizierung durchführt, da ab 2007 mit der ELER-Verordnung eine neue Förder-kulisse entsteht, wo diese Maßnahmen dann aufgenommen werden. So lange möge das Landdann für etwaige Maßnahmen aufkommen.Dies mag so durchaus richtig sein, aber solange die EU sich hierzu nicht abschließend geäußerthat, sollte die Landesregierung beharrlich an den Programmen festhalten und den Notifizie-rungsprozess wieder aufnehmen. Daher unterstützen wir ausdrücklich diesen Punkt desgrünen Antrages, zumal wir sicher sein können, dass die neue EU-Förderung einen nochgrößeren Wert auf Naturschutz legen wird.Dies tun wir auch, um nicht Gefahr zu laufen, dass eine Förderung bis 2007 ausschließlich ausLandesmitteln erfolgen muss. Denn schließlich haben derzeit bereits über 50 Landwirte mitüber 3000 Hektar Grünland eine Vertragsnaturschutzmaßnahme angemeldet. Diese Landwir-te müssen Planungssicherheit haben. Sie haben sich darauf verlassen, dass ihnen mit derMaßnahme „Extensive Weidewirtschaft Eiderstedt“ ein 5-jähriges Programm an die Seitegestellt wird, mit dem sie kalkuliert haben. Hier steht die Landesregierung in der Verantwor-tung gegenüber den Landwirten auf Eiderstedt.Wie muss ich mir also die Situation auf Eiderstedt jetzt vorstellen: Die Landesregierungweigert sich eine Aussage darüber zu treffen, wann sie die versprochene Rücknahme einzelnerNATURA 2000-Gebiete umsetzen wird. De Facto steht die Ausweisung von NATURA 2000immer noch im Raum. Darüber hinaus hat die Landesregierung in vorauseilendem Gehorsam 3den Notifizierungsprozess für die Vertragsnaturschutz-Muster gestoppt. Das heißt, dass derRegion wird Geld entzogen.Ich halte es also für redlich und angemessen, dass die Landesregierung den Menschen aufEiderstedt endlich sagt, wie sie sich zu den Gebietsmeldungen auf Eiderstedt verhalten will.Und dass sie den Landwirten dort bezüglich des Vertragsnaturschutzes geeignete Möglichkei-ten auf ihren Flächen anbietet, damit finanzielle Nachteile ausgeglichen werden.Den zweiten Punkt des vorliegenden Antrages sehen wir etwas zweifelnd. Natürlich wäre eswünschenswert, wenn wir Vertragsnaturschutz auf allen geeigneten landwirtschaftlichenFlächen durchführen könnten. Doch wir sollten so ehrlich sein und uns eingestehen, dass diederzeitige finanzielle Lage eine solche groß angelegte Förderung unmöglich macht. Dahersollten wir weiterhin alles dafür tun, dass wir zumindest auf den geeigneten NATURA 2000Flächen den Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft zulassen und somit konkretesHandeln auf diesen Flächen ermöglichen. Das würde die Akzeptanz von NATURA 2000 erhö-hen und dazu führen, dass auch wirklich konkrete Maßnahmen in den NATURA 2000 Gebietenerfolgen.