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Karl-Martin Hentschel zur Landesjagdzeitenverordnung
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh-gruene.de Nr. 234.05 / 09.09.2005SPD muss von Boetticher stoppen!Zum Entwurf der Landesjagdzeitenverordnung durch das CDU-geführte Umweltministe- rium und der Kritik von Naturschutzverbänden und SPD erklärt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Karl-Martin Hentschel:Der vorgelegte Entwurf aus dem Hause von Boetticher ist schamlose Lobbypolitik pur. Wir schließen uns der massiven Kritik der Naturschutzverbände und der SPD an und for- dern die Landtagsfraktion der SPD auf, ihren Koalitionspartner deutlich in die Schranken zu weisen. Vernünftige Landespolitik darf nicht auf dem Altar der CDU-Parteifolklore ge- opfert werden.Nach der neuen Verordnung würden mehr Tierarten zum Abschuss frei gegeben als in jedem anderen Bundesland. Sie würde die bundesweit längsten Jagdzeiten und die ge- ringsten Schonzeiten festlegen.Außerdem enthält der Entwurf zahlreiche grobe Verstöße gegen den Artenschutz. Die Jagd auf eine Reihe von seltenen Arten oder Arten mit abnehmenden Beständen würde wieder erlaubt oder ausgeweitet werden.Ethisch betrachtet ist der Entwurf schlicht nicht zu rechtfertigen, da er die Jagd auf Tiere erlaubt, die nicht genutzt werden und für die keine Bestandsregulierung erforderlich ist. Jagd ohne erkennbaren Nutzwert ist eine blutige Freizeitbeschäftigung, die keine politi- sche Legitimation erhalten kann.Weiterhin würde von Boettichers Verordnung dem Tourismus in Schleswig-Holstein schaden. Die Ausdehnung von Jagdzeiten würde viele Arten unsichtbar machen. Das hätte gerade im Naturland Schleswig-Holstein eine verheerende Wirkung für den natur- nahen Tourismus. Das über viele Jahre gepflegte Image von Schleswig-Holstein als ei- nem naturverbundenen Land ist nach allen Untersuchungen ein wichtiger weicher Standortfaktor. Wenn es Minister von Boetticher gelingt, Schleswig-Holstein bundesweit zum Baller-Land Nummer 1 zu machen, würde das nachhaltigen Schaden anrichten. Der Entwurf der Landesregierung ist also nicht fachlich, sondern ausschließlich politisch motiviert. Es geht darum, das versprochene Wahlgeschenk für den Jagdverband am schwarz-roten Koalitionsvertrag vorbei durchzumogeln. ***