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28.09.05 , 15:19 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk zu TOP 24 - Neuordnung der Lehrerbildung

Presseinformation
Kiel, den 28.09.2005 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk
TOP 24 Neuordnung der Lehrerbildung Drs. 16/264

Der Antrag der Grünen entspricht voll und ganz der Linie des SSW. Die grüne Fraktion hat einen
Antrag vorgelegt, der aus einem Guss die Lehrerbildung auf ein vernünftiges Fundament stellt.


Einmal Lehrer, immer Lehrer – mit diesem antiquierten Bild muss ein für alle Mal Schluss sein.
Praxisjahr, betriebliche Praktika und modulare Strukturen fördern die Durchlässigkeit des
schulischen Systems. Eine Ausbildung ausschließlich für die Schule macht die Lehrerbildung
unheimlich anfällig für Schwankungen. Das wird gemeinhin Schweinezyklus genannt: auf ein
Jahr mit hohen Fleischpreisen explodiert die Zahl der Schweine, worauf der Preis verfällt und viel
weniger Schweine gehalten werden, worauf der Preis wieder steigt und so weiter. Sie kennen
das. Bei den Lehramtsstudenten ist das ganz ähnlich, so dass wir jetzt einen massiven
Lehrermangel beklagen. Das hätte nicht sein müssen, wenn die Ausbildung flexibler gewesen
wäre. 2
Die Universität Flensburg zeigt in vorbildlicher Weise, wie es geht. Der Bachelor-Studiengang
wird die Lehrerbildung öffnen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass sich damit auch die
Weiterbildung ändern wird. Das Bachelor-Studium in Vermittlungswissenschaften richtet sich
somit an alle, die eine Lehrerlaufbahn in Erwägung ziehen oder im außerschulisch vermittelnden
Bereich, zum Beispiel in der Weiterbildung, im Freizeitbereich oder im Tourismus arbeiten
wollen.


Das Studium in Vermittlungswissenschaften endet nach sechs Semestern mit dem Bachelor of
Arts-Abschluss. Studiert werden jeweils zwei Fächer und der fachübergreifende Bereich
"Grundlagen der Vermittlung und generelle Kompetenzen". Der Fächerkanon umfasst 20 Fächer
und reicht von Biologie über Englisch, Gesundheit und Ernährung, Musik und Sonderpädagogik
bis zu Wirtschaft/Politik. Der Bachelor in Vermittlungswissenschaften wird Grundlage für die
Bewerbung zu einem der weiterführenden Master of Education-Studiengänge sein. Das wird
bundesweit abgestimmt sein. Die Studiengänge bereiten schulartbezogen auf den
Berufseinstieg als Lehrer für Grund- und Hauptschulen, für Realschulen oder Sonderschulen vor.


Die Einteilung in Grundschullehrer und Lehrer für die Sekundarstufe ist wohl nicht anders
machbar. Das ist eine Einengung, die nach meiner Erfahrung willkürlich ist. Das Modell des
Stufenlehrers unterstützt der SSW ausdrücklich.


Ich fasse zusammen: Die acht Punkte des Antrages werden in ihrer Umsetzung die zukünftigen
Lehrerinnen und Lehrer ein größeres Gebiet erschließen als es derzeit der Fall ist. Dazu gehört
auch, dass der Antrag konkret aufgreift, wie eine bessere Verzahnung von Theorie und Praxis in
der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern gestaltet werden könnte.

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