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Anke Spoorendonk zu TOP 24 - Neuordnung der Lehrerbildung
PresseinformationKiel, den 28.09.2005 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 24 Neuordnung der Lehrerbildung Drs. 16/264Der Antrag der Grünen entspricht voll und ganz der Linie des SSW. Die grüne Fraktion hat einenAntrag vorgelegt, der aus einem Guss die Lehrerbildung auf ein vernünftiges Fundament stellt.Einmal Lehrer, immer Lehrer – mit diesem antiquierten Bild muss ein für alle Mal Schluss sein.Praxisjahr, betriebliche Praktika und modulare Strukturen fördern die Durchlässigkeit desschulischen Systems. Eine Ausbildung ausschließlich für die Schule macht die Lehrerbildungunheimlich anfällig für Schwankungen. Das wird gemeinhin Schweinezyklus genannt: auf einJahr mit hohen Fleischpreisen explodiert die Zahl der Schweine, worauf der Preis verfällt und vielweniger Schweine gehalten werden, worauf der Preis wieder steigt und so weiter. Sie kennendas. Bei den Lehramtsstudenten ist das ganz ähnlich, so dass wir jetzt einen massivenLehrermangel beklagen. Das hätte nicht sein müssen, wenn die Ausbildung flexibler gewesenwäre. 2Die Universität Flensburg zeigt in vorbildlicher Weise, wie es geht. Der Bachelor-Studiengangwird die Lehrerbildung öffnen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, dass sich damit auch dieWeiterbildung ändern wird. Das Bachelor-Studium in Vermittlungswissenschaften richtet sichsomit an alle, die eine Lehrerlaufbahn in Erwägung ziehen oder im außerschulisch vermittelndenBereich, zum Beispiel in der Weiterbildung, im Freizeitbereich oder im Tourismus arbeitenwollen.Das Studium in Vermittlungswissenschaften endet nach sechs Semestern mit dem Bachelor ofArts-Abschluss. Studiert werden jeweils zwei Fächer und der fachübergreifende Bereich"Grundlagen der Vermittlung und generelle Kompetenzen". Der Fächerkanon umfasst 20 Fächerund reicht von Biologie über Englisch, Gesundheit und Ernährung, Musik und Sonderpädagogikbis zu Wirtschaft/Politik. Der Bachelor in Vermittlungswissenschaften wird Grundlage für dieBewerbung zu einem der weiterführenden Master of Education-Studiengänge sein. Das wirdbundesweit abgestimmt sein. Die Studiengänge bereiten schulartbezogen auf denBerufseinstieg als Lehrer für Grund- und Hauptschulen, für Realschulen oder Sonderschulen vor.Die Einteilung in Grundschullehrer und Lehrer für die Sekundarstufe ist wohl nicht andersmachbar. Das ist eine Einengung, die nach meiner Erfahrung willkürlich ist. Das Modell desStufenlehrers unterstützt der SSW ausdrücklich.Ich fasse zusammen: Die acht Punkte des Antrages werden in ihrer Umsetzung die zukünftigenLehrerinnen und Lehrer ein größeres Gebiet erschließen als es derzeit der Fall ist. Dazu gehörtauch, dass der Antrag konkret aufgreift, wie eine bessere Verzahnung von Theorie und Praxis inder Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern gestaltet werden könnte.