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28.09.05 , 15:40 Uhr
SPD

Detlef Buder zu TOP 24: Ausbildung stärker an beruflicher Praxis orientieren

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 28.09.2005 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 24 – Neuordnung der Lehrerbildung (Drucksache 16/264 16/284)

Detlef Buder:

Ausbildung stärker an beruflicher Praxis orientieren

Lehrerbildung ist ein ständiges Thema im Landtag; er hat in den letzten Jahren mehrfach über die Neuordnung der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte beraten, da die 2003 be- schlossene Reform der 2. Phase der Lehrerbildung gerade in die Praxis umgesetzt wor- den ist.

Betroffene, Schulpraktiker und Experten haben im Detail zum Teil deutliche Kritik an die- ser Reform geübt, aus der man im Einzelfall auch Konsequenzen ziehen muss. Aber in der Diskussion ist eines unstrittig gewesen: Die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer muss sich sehr viel stärker als bisher an der beruflichen Praxis orientieren.

Das gilt sicher in besonderem Maß für die Gymnasiallehrer, die eine hochkarätige fach- wissenschaftliche Ausbildung erhalten haben, aber so gut wie gar nicht auf die pädagogi- schen Herausforderungen dieses Berufes vorbereitet worden sind. Dies gilt aber auch für andere Schularten; wir alle wissen, wie sehr sich die pädagogischen Probleme an den Hauptschulen bündeln.

Was also auf der Tagesordnung steht, ist die Reform der 1. Phase, also des Lehramts- studiums, und zugleich die engere Verzahnung zwischen beiden Ausbildungsab- schnitten. Neben der besseren Vorbereitung auf eine pädagogische Tätigkeit muss das
Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: Internet: pressestelle@spd.ltsh.de www.spd.ltsh.de SPD -2-



Ziel stehen, die Entscheidung für den Lehrerberuf frühzeitig zu überprüfen und ggf. zu korrigieren.

Das liegt im Interesse der künftigen Schüler, denen wir auch in Zeiten des Lehrermangels ungeeignete Pädagogen ersparen sollten. Das liegt im Interesse der Hochschulen und des Landes, da wir uns keine Fehlallokationen von Ressourcen leisten können. Uns das liegt zu allererst im Interesse der jungen Menschen, die wir nicht in eine Sackgasse lau- fen lassen dürfen, wenn sie erst nach einem längeren Studium beim beruflichen Einstieg die bittere Erfahrung machen müssen, dass sie die nötigen Voraussetzungen für diesen Beruf gar nicht mitbringen. Der gute Wissenschaftler ist bekanntlich nicht immer der beste Pädagoge - und umgekehrt.

Die beiden vorgelegten Anträge orientieren sich an diesen Zielen. Der wesentliche struk- turelle Unterschied liegt natürlich auf der Hand und ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD ja auch klar benannt. Geschäftsgrundlage der Koalition ist, dass das gegliederte Schulwesen derzeit, also in der 16. Legislaturperiode, erhalten bleibt, dass aber ein Ein- stieg in die Gemeinschaftsschule unternommen wird. Dass dies nach Auffassung der SPD nicht für alle Ewigkeit gilt, ist hinlänglich bekannt. Aber aus dem Koalitionsvertrag folgt für den jetzigen Zeitpunkt logischerweise, dass wir die Lehramtsausbildung nicht ohne Bezugnahme auf die Schulart gestalten können.

Die Eckwerte für die Neugestaltung des Lehramtsstudiums sind für uns: • die Verbesserung der Berufsvorbereitung durch Studien begleitende Schulpraktika, die in die universitären Curricula eingebettet und begleitet sein müssen, • Angleichung an die europäischen Studienstrukturen durch Umstellung auf die konse- kutiven Abschlüsse Bachelor und Master, um das Berufsfeld der Absolventen zu er- weitern und damit ihr Arbeitslosigkeitsrisiko zu mindern, • die Verbindung der theoretischen Ausbildung und der Unterrichtspraxis in der Master- phase, -3-



• Betriebspraktika für Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, • die Ausrichtung der Lehrer bildenden Hochschulen auf diesen Reformprozess durch Lehrangebote und Forschungstätigkeit.

Die Verzahnung zwischen der 1. und der 2. Phase der Lehrerbildung muss natürlich so gestaltet werden, dass die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsausbildung mit den übrigen Bundesländern nicht in Frage gestellt wird; das gilt besonders für die Länge der 2. Phase. Dass insgesamt kürzere Ausbildungszeiten bis zum Berufseintritt sinnvoll und richtig sind, gilt für den Lehrerberuf wie für jeden anderen.

Diesem Ziel dient die Konzeption des GRÜNEN Antrages meiner Ansicht nach nicht, ins- besondere wenn ich mir die in ihrem Punkt 5 skizzierte Neustrukturierung der Lehreraus- bildung ansehe.

Ich schlage vor, die fachliche Diskussion im Bildungsausschuss zu vertiefen.

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