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Lars Harms zu TOP 25 - Ganzjährige Verkehrsanbindung für Helgoland
Presseinformation Kiel, den 28.09.2005 Es gilt das gesprochene Wort Lars HarmsTOP 25 Ganzjährige Verkehrsanbindung für Helgoland Drs. 16/265Helgoland ist ein besonderes Stück Schleswig-Holstein. Die einzige Hochseeinsel unterliegtbesonderen Verhältnissen, wenn man die Verkehrsanbindungen betrachtet. Was für Festländervöllig normal ist, nämlich die dauerhafte und regelmäßige Anbindung an das regionale undüberregionale Verkehrsnetz, ist für die Helgoländer eben nicht selbstverständlich. Jedes Jahr vonneuem müssen die Helgoländer um ihre Verkehrsanbindungen bangen. Der Schiffstransport vonPersonen und Gütern zur Insel beruht allein auf der Tradition einer Reederei und ist nicht soabgesichert, wie wir es uns wünschen würden.Im nordfriesischen Wattenmeer finden wir eine ähnliche Lage wie auf Helgoland vor. Allerdings istdort unter anderem auch der Kreis Nordfriesland vertraglich an der Finanzierung der Verkehrsleis-tungen beteiligt. Trotzdem ist auch dort der Verkehr zu den Inseln und Halligen von der touristi-schen Nachfrage nach Ausflugs- und Fährfahrten abhängig. Zu den Inseln rechnet sich das ganzenoch, aber zu den Halligen treten auch schon erste Probleme auf. 2Das Land hat aber hier eine besondere Verantwortung. Wenn wir Verkehrswegeinfrastrukturfördern, dann muss eine solche Infrastrukturförderung natürlich auch für die Häfen an der West-küste gelten. Hier wird die Gemeinde Helgoland ja auch unterstützt und dies begrüßen wirausdrücklich. Aber es ist auch notwendig, die Verkehre selbst in einem gewissen Grad zu fördern,weil sie sonst nicht wirtschaftlich darstellbar sind. Hier kommt natürlich der Kreis Pinneberg alszuständiger Kreis ins Spiel, aber auch das Land hat hier eine Verantwortung. Im Schienenperso-nennahverkehr ist das Land für die Versorgungsleistungen zuständig. Eine ähnliche rechtlicheZuständigkeit gibt es natürlich in der Frage des Schiffsverkehrs nicht. Aber trotzdem gibt es einemoralische Verpflichtung. Und die Erfüllung dieser Verpflichtung kostet dann auch Geld. Dabeidarf die Landesregierung eben nicht nur darauf verweisen, dass eine rechtliche Verpflichtung nichtbesteht, sondern es muss klar sein, dass die Bürgerinnen und Bürger auf Helgoland genauso guteVerbindungen haben müssen, wie wir sie auch für die Bürgerinnen und Bürger auf dem Festlandgarantieren.Die Situation stellt sich jetzt so dar, dass nach und nach die Verkehrsanbindungen Helgolandsimmer schlechter werden. Eine Verbindung nach der anderen droht geschlossen zu werden. Wirkönnen immer noch froh und dankbar sein, dass ein Reeder auch eine eigene unternehmerischeVerantwortung darin sieht, die Insel vernünftig anzubinden. Aber wie lange kann man sich dasnoch leisten?Gerade die Börtebootschifffahrt hat eine lange Tradition auf Helgoland und sie ist für vieleInselbewohner neben dem Tourismus eine notwendige Einnahmequelle. Deshalb ist es auch ausarbeitsmarktpolitischen Gründen wichtig, dass dieser Erwerbszweig gestärkt wird. Auf der InselHelgoland gibt es nicht sehr viele Möglichkeiten Arbeit zu finden. Jede Möglichkeit, die denInselbewohnern genommen wird, schadet auch der Wirtschaft auf der Insel. Eine Aufrechterhal-tung und Verbesserung der Schiffsverbindungen würde also sowohl direkt als auch indirekt dazubeitragen, dass Arbeitsplätze und Einkommen für die Insulaner gesichert werden. 3Ich glaube aber auch, dass die Problematik durchaus auch noch eine regionale Komponente hat. Inden Sommermonaten wird die Insel zunehmend von Katamaranen aus Hamburg angesteuert. ImWinter beruhen die vier wöchentlichen Verbindungen vornehmlich auf Fahrten, die die Insel mitdem niedersächsischen Cuxhaven verbinden. Winterverbindungen von Schleswig-Holstein aussind da fast Fehlanzeige. Wenn das Land Schleswig-Holstein im wahrsten Sinne des Wortes dieVerbindung mit seinen Helgoländern aufrechterhalten will, dann muss die Landesregierung dafürsorgen, dass diese Verbindungen auch geschaffen beziehungsweise erhalten werden.Wir haben im Sommer schon gute Verbindungen von Büsum aus, aber danach sieht es düster aus.Ich könnte mir vorstellen, dass man hier in den Wintermonaten öfter Verbindungen bereitstellt.Aber auch auf touristischem Gebiet gibt es noch in den Sommermonaten Potentiale, die manmöglicherweise einmal anstoßen sollte und die dazu führen könnten, dass die Verbindung derHelgoländer mit uns Festländern in Schleswig-Holstein nicht abreißt. Früher gab es regelmäßigeVerbindungen von Husum nach Helgoland. Jetzt gibt es nur an seltenen einzelnen Terminen imSommer die Möglichkeit, von Nordfriesland aus die Hochseeinsel zu besuchen. Ich glaube, es stecktmehr Potential in der Verbindung Husum-Helgoland als man möglicherweise annimmt. Bei denÜberlegungen für eine ganzjährige und zuverlässige Verkehrsanbindung für Helgoland sollte mandiesen Aspekt nicht außer Acht lassen. Eine Anschubfinanzierung einer Verbindung von Husumnach Helgoland könnte dazu beitragen, dass hier eine Stecke eingerichtet werden kann, die sichspäter auch selber trägt und die im Rahmen einer Mischfinanzierung dann auch dazu beiträgt,Fahrten in nachfrageschwächeren Zeiten mit zu finanzieren. Wir sollten uns auf jeden falle alleTüren offen halten, um zu einer Lösung des Problems zu kommen und entsprechend mit allenBeteiligten – auch mit den Reedereien – darüber reden, ob und wie die Verbindungen nach Helgo-land verbessert werden können.