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Lars Harms zu TOP 38 - Erste Erfahrungen mit dem Emissionshandel
PresseinformationKiel, den 29.09.2005 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 38 Erste Erfahrungen mit dem Emissionshandel Drs. 16/257 EmissionshanMit dem 01. Januar 2005 wurde in Deutschland und EU-weit ein neues Instrument zum Klima-schutz eingeführt - der Handel mit dem Treibhausgas CO2. Das verfolgte Ziel des Emissionshandelsist die Reduzierung des Treibhausgases CO2, um dadurch der globalen Klimaerwärmung entgegenzu wirken.1997 hat sich die Weltgemeinschaft in Kyoto verbindlich darauf verständigt, die Treibhausgase zureduzieren. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, ihre Treibhausgase bis zum Zeitraum 2008 - 2015 um8 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren. Deutschland hat sich hierbei selbst verpflich-tet eine Minderung von 21 % zu erreichen. Dieses gesteckte Ziel gilt für die Emissionen aus Kraft-werken und energieintensiven Industrieanlagen – ausgenommen sind die privaten Haushalte undder Verkehr. Auf Grundlage der europäischen Emissionshandelsrichtlinie und des NationalenAllokationsplanes wurde im März letzten Jahres festgelegt, wie viel die betroffenen Anlagen ab2005 ausstoßen dürfen und wie sich das Emissionsbudget auf die verschiedenen Anlagen verteilt. 2Seit Anfang des Jahres besteht für die Anlagenbetreiber die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wiesie auf dem Emissionsmarkt agieren wollen. Kauf oder Verkauf von Emissionszertifikaten. Hierhaben die Betreiber also die Möglichkeit, zu wählen, ob sie in energiesparende Technologieninvestieren wollen oder ob sie beispielsweise Minderungsgutschriften erwerben wollen. DenBetreibern wurde somit durchaus Handlungsspielraum zur Verfügung gestellt.Nun lässt sich durchaus vorstellen, dass insbesondere ein Industrieland wie Deutschland mit seinerenergieintensiven Industrielandschaft durch diesen Emissionshandel künftig erhebliche wirt-schaftliche Nachteile haben wird. Dies wird mit Sicherheit auch von einigen wenigen so gesehen.Doch der Bericht macht hier deutlich, dass der Standort Deutschland mehr Vorteile als Nachteilevom Emissionshandel zu erwarten hat.Denn bereits heute, ist Deutschland auf dem besten Wege, seine Klimaschutzziele zu erreichen.Damit besteht die Chance, dass Deutschland zum Verkäufer von Emissionszertifikaten wird. Diesist darauf zurück zu führen, dass Deutschland durchaus fortschrittlich im Bereich der Umwelttech-nologien – dazu zählen auch die erneuerbaren Energieformen - und energiesparender Produktions-technologien ist. Dadurch ergibt sich natürlich die große Chance, des Technologieexports indiesem Sektor. Im Umkehrschluss lässt sich also durchaus feststellen, dass die hohen Standards imUmweltschutz, die Deutschland vorweisen kann und über die immer wieder von Seiten derWirtschaft gejammert wird, sich jetzt im barer Münze auszahlen. Darüber sollte man sich einmalwirklich Gedanken machen, statt immer nur auf das Gejammer der Wirtschaft hereinzufallen.Der Bericht hat auch deutlich gemacht, wie komplex das ganze Thema um den Emissionshandel ist– allein durch EU-Richtlinien und den nationalen Regelungen und Gesetzen. Daher gebührt meinRespekt den Mitarbeitern hier im Land, die dank ihrer hervorragenden Leistung, es ermöglichthaben, dass der Emissionshandel in Deutschland und in Schleswig-Holstein starten konnte. Diejeweiligen Mitarbeiter haben sich in der Zeit vor dem Start in diese umfangreiche Thematik 3reingekniet, damit es zum vorgegebenen Termin auch wirklich losgehen konnte und damit eskeine Verzögerungen und keine Nachteile für die Wirtschaft gibt. Hierfür noch mal meinen Dank.Die weitere Vorgehensweise der Landesregierung im Umgang mit Anlagen mit vergleichsweisegeringen CO2-Emissionen halte ich jedoch nicht für zweckdienlich. Aber ich halte es für falsch, dassdie Landesregierung entsprechende Vorschläge unterstützen wird, ab der zweiten Handelsperiodeeine Untergrenze einzuziehen, um kleinere Betriebe zu entlasten und um Bürokratie abzubauen.Damit würde man dass Ziel der Emissionsminderung konterkarieren. Schließlich basiert derEmissionshandel auf einer Übereinkunft der Weltstaatengemeinschaft und ich kann mir nichtvorstellen, dass eine Befreiung kleinerer Anlagen im Sinne der Unterzeichner ist.Denn was würde passieren, wenn wir damit durchkommen würden. Bestünde dann nicht dieGefahr, dass aus einem großen Emittenten plötzlich zehn kleinere Emittenten werden, weil diesedann unter die Untergrenze fallen würden und sich somit aus ihrer Verantwortung stehlenkönnten. Dies möchte ich doch zu bedenken geben, wenn bereits jetzt angekündigt wird, dassentsprechende Korrekturen vorgenommen werden sollen.Wie wir wissen, war dies der erste Erfahrungsbericht der Landesregierung zum Emissionshandel inSchleswig-Holstein. Dieses Thema wird uns auch die noch nächsten Jahre begleiten und ich bingespannt, wie sich das ganze weiter entwickeln wird. Ich bin aber überzeugt davon, dass Anlagenin Deutschland und Schleswig-Holstein aufgrund der qualitativ hohen Umweltstandards guteChancen haben sich auf diesem Emissionshandelsmarkt zu behaupten. Und wir Vorteile durch denEmissionshandel haben werden.