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10.11.05 , 11:09 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk zu TOP 45 - Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen / Regionale Bildungszentren

Presseinformation Kiel, den 10.11.2005 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk
TOP 45 Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen unter besonde- rer Berücksichtigung der Regionalen Bildungszentren (RBZ) Drs. 16/346

Es ist schon eine Weile her, dass sich der Schleswig-Holsteinische Landtag mit der Wei-
terentwicklung der Beruflichen Schulen befasst hat. Daher ist der Berichtsantrag der
regierungstragenden Fraktionen im Grunde mehr als überfällig. Zudem greift er genau
diejenigen Punkte auf, die von Anfang an die „Knackpunkte“ waren. Umso enttäuschter
sind wir über den Bericht der Landesregierung. Er geht nur vage auf die Fragestellungen
des Antrages ein und ist als Handreichung für weitere Entscheidungen daher völlig
ungeeignet.


Dem Bericht zu entnehmen ist aber, dass es anscheinend jetzt darum geht, Paragraphen
im Sinne des Schulgesetzes zu basteln. Ich vermisse somit eine eigentliche Auswertung
der Erfahrungen, die von den Projektschulen in der Erprobungsphase gemacht worden
sind. Aus Sicht des SSW ist mit anderen Worten zu befürchten, dass die anstehende 2
Schulgesetzänderung hinter dem zurückfällt, was in der Projektphase erprobt wurde. -
Und das wäre wirklich ärgerlich.


Das Konzept zur Weiterentwicklung der Beruflichen Schulen zu Regionalen Berufsbil-
dungszentren wurde 2001 von der Bildungsministerin vorgestellt und in die Anhörung
gegeben. Die als Ergebnis der Diskussion erstellte Konzeptstudie von 2002 beschreibt die
Zielsetzung so:
„Die Regionalen Berufsbildungszentren sollen eigenverantwortlich handelnde rechtlich
und wirtschaftlich selbständige Bildungsdienstleister sein. Sie
- erfüllen den staatlichen Bildungsauftrag,
- gestalten Lernprozesse, die selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Lernen
fördern –
- und entwickeln in Partnerschaft mit Bildungsträgern und Unternehmen das Berufs-
bildungsangebot in der Region.“


Seit August 2002 läuft nun die genannte Erprobungsphase des Projekts, die inzwischen
bis Ende des Schuljahres 2005/06 verlängert wurde. An der Erprobung sind 14 berufs-
bildende Schulen und neun kommunale Schulträger beteiligt.
Positiv zu bewerten ist, dass die Zielsetzung so formuliert ist, dass sie mehr hergibt als
nur den Rahmen der Erprobung. Sie ist auch Ausdruck einer neuen Bildungsphiloso-
phie. – Ein Ansatz, den wir ausdrücklich unterstützen. Er hat den Beruflichen Schulen
und den Regionen mit anderen Worten so viel Freiraum gegeben, dass es wirklich mög-
lich gewesen ist, vor Ort etwas zu erarbeiten, was zu einer echten Qualitätssteigerung
bei der regionalen beruflichen Bildung geführt hat. Dafür möchten wir das Ministerium
loben und der Ministerin Mut machen, diesen Weg weiter zu beschreiten. Es wäre 3
nämlich wie gesagt ärgerlich, wenn alles dies zunichte gemacht wird, bloß weil jetzt
die Zwänge des Beamtenrechts, des Schulrechts und des Verwaltungsrechts zu greifen
scheinen. Ich will diesen Punkt gern im Ausschuss vertiefen und möchte zugleich anre-
gen, dass wir uns die Zeit nehmen, uns vorstellen zu lassen, wie in den verschiedenen
Regionen des Landes mit der Zielsetzung der Erprobungsphase gearbeitet worden ist.
Dabei wird man ganz schnell auf den Vorbildcharakter des „Flensburger Modells des
RBZ“ zu sprechen kommen. Folgende Faktoren haben meines Erachtens zu dem Erfolg
dieses Modells beigetragen:
- sowohl die Region mit ihren politischen Gremien als auch die Unternehmen, die
Dual-Partner sowie die Weiterbildungsträger und die Universität waren von Anfang
an in das Konzept eingebunden
- es wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der gewerblichen Schule mitge-
tragen. Die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Beruflichen Schulen hat sich
trotzdem weiter entwickeln können
- das RBZ ist bei dem „Flensburger Modell das Dach eines neuen Hauses. Nur dieser Teil
sollte nach den Vorstellung der Beteiligten in eine andere Rechtsform überführt wer-
den
- das RBZ stellt für die gesamte regionale Wirtschaft einen Qualitätssprung dar, weil es
gelungen ist Angebot und Nachfrage in der Erstausbildung besser zu verzahnen und
mit Hilfe der Weiterbildungsträger schnell auf Veränderungen zu reagieren.


Alle Einzelheiten sollten wir uns aber im Ausschuss erklären lassen. Wichtig ist, dass wir
bei dieser Sache nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir sollten die Chance nutzen
und Schleswig-Holstein zu einen Vorzeigeland in Sachen Weiterentwicklung der berufli-
chen Bildung machen. Die Weichen dafür hat die Ministerin ja schon gestellt.

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