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10.11.05 , 11:28 Uhr
Landtag

Wulf Jöhnk folgert aus den Ereignissen in Frankreich: Bemühungen zur Integration von Migranten verstärken

156/2005 Kiel, 10. November 2005

Wulf Jöhnk folgert aus den Ereignissen in Frankreich: Bemühungen zur Integration von Migranten verstärken
Kiel (SHL) – Angesichts der gewalttätigen Proteste in sozialen Brenn- punkten in Frankreich betont der Beauftragte für Flüchtlings-, Asyl- und Zuwanderungsfragen, dass nach seiner Einschätzung in Schleswig- Holstein nicht mit vergleichbarem Vorgehen von Jugendlichen und He- ranwachsenden zu rechnen ist.
Wulf Jöhnk geht davon aus, dass es hier keine derartige Grundstimmung in den Städten gibt, die zu gewalttätigen Ausschreitungen führen wird. „Wohl aber leben Menschen mit Migrationshintergrund auch in Schleswig-Holstein oftmals in einer unbefriedigenden Situation“, so Jöhnk. „Etliche der in Deutschland le- benden Migrantinnen und Migranten oder deren Kinder bekommen leider viel zu oft zu spüren, dass sie nicht als gleichwertige Mitglieder der deutschen Ge- sellschaft betrachtet werden. Viel zu oft begegnen diese Menschen Vorbehal- ten und müssen sich rechtfertigen oder distanzieren von Vorkommnissen, für die sie keine Verantwortung tragen. Auch die wieder aufflammende Diskussion um die deutsche Leitkultur ist nicht geeignet, für ein gleichberechtigtes Zu- sammenleben zu werben.“
Der Ausländerbeauftragte betont, dass es etliche noch nicht gelöste Probleme gibt. Gerade im Bereich der Schul- und Berufsausbildung, aber auch auf dem Arbeitsmarkt sieht Jöhnk nach wie vor einen großen Handlungsbedarf. Über die positiven Ansätze, so das frühzeitige Erarbeiten eines Integrationskonzep- tes durch die Landesregierung, das integrative Sprachförderkonzept oder aber auch die Aktivitäten freier Träger oder von Migrantenselbstorganisationen hin- aus fordert Jöhnk von der Politik weitere Anstrengungen. Er warnt davor, durch Kürzungen im Haushalt – wie beabsichtigt jetzt bei der Migrationsberatung – laufende Projekte zu gefährden oder wichtige Maßnahmen zu verhindern.
Wulf Jöhnk abschließend: “Die beste Vorbeugung gegen den Frust- und Pro- test von benachteiligten Jugendlichen und Heranwachsenden aus Migranten- familien ist, deren Benachteiligung und Ausgrenzung zu verhindern und diese Menschen voll in unsere Gesellschaft zu integrieren. Die Bemühungen zur In- tegration müssen fortgesetzt und verstärkt werden.“

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