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Lars Harms zu TOP 28 - EU-Strukturförderung
Presseinformation Kiel, den 10.11.2005 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 28 EU-Strukturförderung Drs. 16/318Schleswig-Holstein profitiert seit vielen Jahren von den europäischen Strukturfondmitteln. Imjetzigen Förderzeitraum von 2000 bis 2006 bekommen wir aus dem Europäischen Fonds fürRegionale Entwicklung – dem EFRE - 231,5Mio. Euro und aus dem Europäischen Sozialfonds – demESF - 170 Mio. Euro. Diese Mittel haben entscheidend dazu beigetragen, dass unser Land denmassiven Strukturwandel der letzten Jahre trotz allem einigermaßen gut überstanden hat. Dennzusammen mit den Landes- und Bundesmitteln stand diese EU-Strukturförderung im Rahmender Landesprogramm „Regionalprogramm 2000“ und dem „ASH 2000“ bereit für Investitionenim ländlichen Raum und für Projekte in mittelständische Unternehmen, Infrastruktur,Langzeitarbeitslose, Existenzgründer, für Innovationen und für vieles mehr zur Verfügung.Die neue Landesregierung hat jetzt die bisherigen Mittel von ASH 2000 und desRegionalprogramms 2000 zu einem neuen „Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein“zusammengelegt. Bis 2006 können immer noch erhebliche Mittel für eine vernünftigewirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein abgerufen werden. Diese Investitionen sollten 2wir gemeinsam unbedingt nutzen, um unser Land weiter voranzubringen. Der SSW hat immerkritisiert, dass zu viele dieser Mittel in die wirtschaftstarken Regionen um Kiel und Lübeckinvestiert wurden und zuwenig in die strukturschwachen Gebiete an der Westküste und imnördlichen Landesteil. Bei dieser Kritik bleiben wir selbstverständlich. Stichworte sind für unsimmer noch der Ausbau des Flughafens Kiel-Holtenau und der Neubau eines Science Centers inKiel.Doch eines bleibt auch für den SSW unbestritten - und darin sind wir uns hier im Landtag ja auchfraktionsübergreifend einig: Wir brauchen auch nach 2006 weiterhin eine europäischeRegionalpolitik der Europäischen Union für strukturschwache Regionen der alten EU-15-Staaten.Leider wissen wir, nicht zuletzt seit dem gescheiterten EU-Gipfel im Juni über die zukünftigeFinanzierung der EU, dass die Eu-Strukturförderung auf des Messers Schneide ist.Dabei spielte gerade die scheidende rot-grüne Bundesregierung im Bezug auf die Finanzierungder zukünftigen EU-Regionalpolitik eine aus Sicht von Schleswig-Holstein bedauerliche Rolle. Sowollte die alte Bundesregierung zum Beispiel nicht mehr die grenzüberschreitende Interreg-Förderung zwischen den alten EU-Staaten unterstützen. Gerade für Schleswig-Holstein ist diesaber weiterhin eine sehr wichtige Frage und ich weiß, dass wir uns auch hier alle einig sind.Im Grunde genommen kommt dieser Bericht der Landesregierung etwas zu früh. Denn dieEntscheidung über die Finanzierung der EU ab 2007 wird – wenn überhaupt – erst EndeNovember oder sogar erst im nächsten Jahr entschieden und die Folgen für den Landeshaushaltsind somit schwer einzuschätzen. Dennoch ist es positiv, dass wir als Landtag mit diesem Berichtdie Gelegenheit bekommen, noch mal unsere Forderungen an die neue Bundesregierung und andie EU-Kommission zu formulieren. In diesem Zusammenhang möchte ich auch ausdrücklich denMinistern Döring und Austermann dafür danken, das sie sich schon Ende Oktober klar unddeutlich für eine Fortsetzung der EU-Förderung für Schleswig-Holsteins nach 2006 eingesetzthaben. 3Auch wenn noch keine endgültige Entscheidung aus Brüssel vorliegt, ist es doch schon wichtig,dass wir uns mit den bisher bekannt gewordenen Plänen beschäftigen. In diesemZusammenhang will ich nicht verhehlen, dass der SSW übergeordnet einige Sympathien für diePosition Großbritanniens hinsichtlich der Agrarsubventionen hat. Natürlich hat Tony Blair seineForderungen diesbezüglich etwas zu radikal formuliert. Dennoch: Langfristig kann sich die EU diebisherigen Agrarsubventionen nicht mehr leisten. Statt Subventionen für Mengenförderungmüssen mehr Gelder in eine umweltfreundliche und zukunftsgerichtete Landwirtschaftinvestieren. Dabei gilt es zu beachten, dass die Kommission vorgeschlagen hat einen Großteilmöglicher neuer EU-Regionalmittel an umweltpolitische Ziele zu knüpfen. Darauf sollte sich dieLandesregierung schon bei der Ausrichtung ihrer zukünftigen Landesprogramme schon maleinrichten. Im Haushaltsentwurf für 2006 passierte gerade das Gegenteil.Aber aus Sicht des SSW wird es in Zukunft entscheidend sein, dass weiterhin genügendStrukturfondsmittel in Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und derAbfederung des Strukturwandels auch für die strukturschwachen Regionen der alten EU-Ländereinzusetzen. Dafür werden wir gemeinsam hart kämpfen müssen.