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16.12.05 , 11:30 Uhr
B 90/Grüne

Monika Heinold zum rauchfreien öffentlichen Raum

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort. Claudia Jacob Landeshaus TOP 32 – Rauchfreier öffentlicher Raum Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Dazu sagt die sozialpolitische Sprecherin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Monika Heinold: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh-gruene.de

Nr. 409.05 / 16.12.2005



Landtag muss rauchfreies Vorbild werden!
Der Beschluss des Landtages, das Rauchen in den Schulen zu verbieten, hat einiges in Bewegung gebracht. Meine Fraktion hatte lange mit dieser Beschlusslage gehadert, wir hatten gehofft, dass freiwillige Vereinbarungen erfolgreicher sind als Verordnungen aus dem Ministerium.
Nun, wo wir das Rauchverbot an Schulen gemeinsam beschlossen haben, müssen wir auch konsequent sein und unser eigenes Verhalten ändern.
In der Schule wird jede einzelne Lehrerin, jeder Lehrer, damit konfrontiert, ihr oder sein eigenes Verhalten in Frage zu stellen und zu überlegen, wie er das von ihr oder ihm zu- künftig erwartete „gute Vorbild“ umsetzen kann.
Ich freue mich, dass es der Bildungsministerin gelungen ist, gemeinsam mit den Lehre- rInnen einen Kompromiss zu finden, damit die „rauchfreie Schule“ zum 29.1.06 starten kann. Damit nehmen die LehrerInnen ihre Vorbildfunktion gegenüber den jungen Men- schen ernst! Nun sind die Abgeordneten gefordert!
Meine Damen und Herren Abgeordnete, insbesondere bei Plenarsitzungen geben wir ein denkbar schlechtes Bild ab! Besuchergruppen – und darunter viele Schülergruppen – stoßen als erstes auf rauchende Abgeordnete und MinisterInnen, wenn sie in der Ple- narwoche zu uns in den Landtag kommen.
Die Grüne Fraktion fordert Sie, meine Damen und Herren, mit unserem heutigen Antrag auf, dieses Verhalten zu ändern. Auch der Landtag muss einen Beitrag zu einer aktiven und präventiven Gesundheitspolitik leisten.

1/2 Wir wollen, dass das Landeshaus rauchfrei wird – eine Maßnahme, die wir sofort be- schließen und umsetzen können! In einem weitern Schritt fordern wir, dass Ministerien und Landesbehörden rauchfrei werden.
Ich möchte mich bei Ihnen, Frau Dr. Trauernicht, dafür bedanken, dass Sie, als Gesund- heitsministerin, dieses unterstützt haben.
Wir wissen alle, dass Rauchen extrem gesundheitsschädlich ist. Die ÄrztInnen der Initia- tive „herz-intakt“ haben erst vor wenigen Wochen in einem Gespräch mit allen gesund- heitspolitischen SprecherInnen der Fraktionen darauf hingewiesen, dass jede zweite RaucherIn an einer Erkrankung stirbt, die im Zusammenhang mit dem Rauchen steht.
Tabakrauch enthält 40 krebserregende Stoffe. Der Rauch einer Zigarette überschreitet den zugelassenen Kohlenmonoxidgehalt am Arbeitsplatz um das 1000fache. Jedes Jahr sterben in Deutschland 3.300 Nichtraucherinnen an den Folgen des sogenannten Pas- sivrauchens, 60 von ihnen sind Säuglinge. Das Einstiegsalter von Jugendlichen für das Rauchen sinkt seit Jahren. Mit derzeit statistischen 11 Jahren sind es heute Kinder, die mit dem Rauchen beginnen.
Unser Antrag wirbt für das Nichtrauchen. Die bewährten Präventionsstrategien der Lan- desregierung müssen erweitert und fortgeführt werden.
Aber wir müssen auch neue Wege beschreiten: Prävention heißt auch, dass die Wer- bung für Rauchwaren eingestellt werden muss. Wir fordern, dass Deutschland ein gene- relles Werbeverbot durchsetzt – unabhängig davon, ob die entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt werden muss oder nicht.
Zigarettenautomaten sollen - wo möglich - gar nicht erst aufgestellt werden. Sie sind für Jugendliche eine zu einfache Möglichkeit, sich Tabak zu besorgen.
Und NichtraucherInnen müssen besser beschützt werden. Gerade in Restaurants sind alle Gäste permanent und unfreiwillig rauchenden Mitmenschen ausgesetzt – selbst, wenn sie mit Kindern unterwegs sind.
Was in Irland und Schweden, in Italien und der USA möglich ist, das sollte doch auch in Deutschland möglich sein. Lassen Sie uns von anderen Ländern lernen, lassen Sie uns - im Interesse der Gesundheit - ein gutes Vorbild sein!

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