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Lars Harms zu TOP 11 & 36 - Ohhshore-Hafen Husum zügig ausbauen
PresseinformationKiel, den 22.02.2006 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 11 u 36 Sachstand Husumer Hafen Drs. 16/569 & 16/580Betrachtet man die Ausbaupläne des Hafens Husum, muss man sich natürlich immer wieder insGedächtnis rufen, was die bisherige Grundlage der Planungen war. Schon vor Jahren erkanntedie Stadt Husum, dass es Chancen für eine wirtschaftliche Entwicklung und für die weitereBindung der ortsansässigen Windkraftfirmen gibt, wenn man die Infrastruktur verbessert.Insbesondere der Offshore-Bereich gilt als der Wirtschaftszweig für die Zukunft. Damit sichdieser in Husum entwickelt, plante man den Hafen dort zum Offshore-Service-Hafenauszubauen. Einige Überlegungen damals gingen auch in Richtung Fertigung und Verschiffungvon Großanlagen. Dies rief seinerzeit auch die Stadt Brunsbüttel auf den Plan, eigene Ansprücheauf die Verschiffung von Großanlagen, insbesondere von Türmen, anzumelden. Statt sich nun bisaufs Messer zu bekämpfen, einigten sich beide Städte auf Vermittlung durch zwei regionaleLandtagsabgeordnete auf eine Arbeitsteilung, die beiden Städten zugute kommen sollte. Grobgesagt sollte Brunsbüttel die Großelemente zur Erstellung von Offshore-Windparks liefern undHusum sollte für die Wartung und den Service zuständig sein. Die damalige schriftlicheVereinbarung von 2003 gilt bis heute und wird von beiden Seiten nicht in Frage gestellt. 2Von Seiten der damaligen Landesregierung wurde diese Vereinbarung begrüßt und diePlanungen der Stadt Husum für einen Offshore-Service-Hafen unterstützt. In einem breitenProzess mit der Bevölkerung, den ortsansässigen Unternehmen und der Wirtschaft wurden diePlanungen für die Hafenerweiterung durchgeführt. Dabei verzichtete die Stadt Husum auf einenAusbau des Hafens Richtung Dockkoog im Norden, welcher für die Fertigung und Verschiffungvon Großkomponenten vorgesehen war. Man beschränkte sich auf die Service- undWartungsfunktion und hielt sich nur die Option offen, auch schwerere Komponenten im Rahmendieser Funktion verschiffen zu können. Wollte ein ortsansässiges Unternehmen auch schwerereKomponenten verschiffen können, so sollte dies möglich sein. Will man nämlich den Hafennachträglich dafür ausstatten, wäre dies ungleich teurerer geworden – im Vergleich zurrechtzeitigen Einplanung dieser Option in der allerersten Bauphase. An eine Verschiffung vonGroßkomponenten im großen Stil war hierbei aber nie gedacht. Wer etwas Gegenteiligesbehauptet, betreibt Legendenbildung.Die ehemalige Landesregierung hat mit dem Ausbau der Windenergie dafür gesorgt, dass sichgerade an der Westküste eine eigenständige, kraftvolle und leistungsstarke Industrie hatansiedeln können. Vor Ort trägt man diesen Wirtschaftszweig mit und will mit selbständigenInitiativen dafür sorgen, dass sich die Wirtschaft hier weiter entwickeln kann. Herr MinisterAustermann hat gerade vor ein paar Tagen auf dem deutsch-dänischen Wirtschaftsforum inFlensburg gesagt, dass die Landesregierung die Stärken der Regionen fördern will und dass manmit Eigeninitiative kommen möge, dann würde dass Land schon helfend beispringen. Dies allesgilt aber scheinbar nicht für die Westküste und schon gar nicht für Husum. Seit Regierungsantrittder neuen Regierung wird das Hafenprojekt behindert, wo man nur kann. Wider besseres Wissenhaben Sie, Herr Wirtschaftsminister, die Fördermittel ohne eine einzige inhaltliche Begründungrunter gekürzt, so dass ein sinnvoller Ausbau des Husumer Hafens gar nicht mehr möglich ist. AlsSie die Fördermittel gestrichen haben, haben weder wir als Politik, noch die Stadt Husum oderauch die Bürgerinnen und Bürger gesagt bekommen, was Ihnen konkret nicht an den Plänen der 3Stadt behagt hat. Dann hätte man nämlich darüber diskutieren können und auch müssen.Stattdessen haben Sie pauschal gekürzt und die Husumer schön zappeln lassen.Man hätte nämlich durchaus inhaltlich diskutieren können. Es lagen gutachterlicheStellungnahmen vor, es fand eine Anhörung statt und natürlich lagen die konkreten Pläne schonvor. Man hätte also über jeden Buchstaben und über jedes Komma reden können, wenn eswirklich an der einen oder anderen Stelle inhaltliche Probleme gegeben hätte. In Wirklichkeit warIhnen, Herr Minister, aber gar nicht daran gelegen, hier inhaltlich die Weiterentwicklung desStandortes Husum zu diskutieren. In einer Mischung aus falsch verstandenem Lokalpatriotismusfür Brunsbüttel und einer gehörigen Portion ideologischer Ablehnung von allem was nachWindkraft riecht, sollten die Hafenplanungen der Stadt Husum zu den Akten gelegt werden. Unddas macht man am besten, in dem man eine nicht tragfähige Minimallösung vorschlägt, von derman weiß, dass man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Lehnen die Husumer - mitRecht - ab, dann ist das Projekt, wie gewünscht, tot. Versuchen die Husumer die Minimallösungirgendwie umzusetzen, um zu retten was zu retten ist, dann werden sie mit Sicherheit scheiternund man könnte dieses Scheitern als Beweis dafür anführen, dass das ganze Projekt ohnehinnicht tragfähig war und man das in Kiel schon immer gewusst habe.Zum Glück für die Husumer war der politische Druck immer noch groß genug, um wenigstensnoch ein neuerliches Gutachten durchsetzen zu können. Die Stadt Husum sollte ein Gutachten inAuftrag geben und das Wirtschaftsministerium wollte dieses Gutachten schon in derEntstehungsphase mit begleiten. Es wurde eine Projektgruppe gebildet, bei der dieInvestitionsbank das Projektmanagement inne hatte und die aus Vertretern der Stadt Husum,der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Firma Windcomm, des Amtes für Ländliche Räumeund des Wirtschaftsministeriums bestand. Man wählte also einen unabhängigen Gutachter aus,begleitete dessen Studien und am Ende kam das heraus, was man sich nun von Seiten derLandesregierung gar nicht erwartet hatte. Das Gutachten kam zu den gleichenSchlussfolgerungen zu denen man vor Ort auch schon immer gekommen war: Husum ist der am 4besten geeignete Standort für einen Offshore-Service-Hafen. Nun haben wir das Ganze also auchnoch mit ausdrücklicher Beteiligung des Wirtschaftsministeriums bestätigt bekommen. BessereArgumente für eine Förderung gibt es nicht. Und trotzdem wird uns nun ein Bericht derLandesregierung vorgelegt, der dieses Projekt immer noch in Bausch und Bogen ablehnt. InHusum fragt man sich nun endgültig, was man nun noch tun soll, damit der Wirtschaftsministerseinen Fuß nun endlich von der ideologischen Bremse nimmt.Das Gutachten beschäftigt sich ausschließlich mit dem Ausbau des Hafens für Service, Wartungund Reparatur. Das neue Gutachten sagt nun aus, dass man den Ausbau der Kaianlageneinschränken kann und diese somit nicht schwerlastfähig werden. Die Schwerlastfähigkeit istzwar wünschenswert, aber eben nicht unbedingt Voraussetzung, damit der Hafenfunktionsgerecht arbeiten kann. Diesen Schritt wird die Stadt Husum mitgehen können. Alleanderen Planungen, die bisher durch die Stadt Husum vorgenommen wurden, werden vomGutachten uneingeschränkt befürwortet. In dem Gutachten ist außerdem davon die Rede, dassdie beiden vor Ort ansässigen Windenergieanlagenhersteller ebenfalls die Ausbauplänebegrüßen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, weil sie sich schon 2003 entsprechendgeäußert haben. Von Vestas war damals zu hören, ich zitiere: „Wir von Vestas sichern unserevolle Unterstützung für den Offshore-Stützpunkt Husum zu und werden diesen für die OffshoreProjekte als Service- und Wartungshafen nutzen.“ Von Repowers VorstandsvorsitzendenVahrenholt war zu hören: „Repower wird von hier aus direkt die Großkomponenten ... zu denWindparks auf See transportieren können.“ Deutlicher geht es eigentlich nicht. Bei derPräsentation des Gutachtens kürzlich im Husumer Rathaus haben sich die Vertreter derWindkraftindustrie sogar noch deutlicher geäußert und auch die IHK hat deutlich gemacht, dasssie die Hafenpläne der Stadt Husum unterstützt. Die Pläne werden also auch von der Wirtschaftgetragen. Wer etwas Gegenteiliges behauptet, betreibt auch hier Legendenbildung.Was steht nun aber drin - im Gutachten? Zu folgenden Schlüssen kommt das Gutachten: DerAusbau des Hafens ist im planfestgestellten Umfang sinnvoll und fachgerecht. Husum hat 5günstige Voraussetzungen, weil es näher an den zukünftigen Offshore-Windkraftstandortenliegt, als andere Häfen. Zur Ansiedlung weiterer Firmen ist die Ausweisung von Gewerbeflächenin Hafennähe sinnvoll und notwendig. Wird der Hafen in Husum nicht ausgebaut, werden dieseAufgaben voraussichtlich von Häfen außerhalb Schleswig-Holsteins übernommen und es istdann mittelfristig mit der Abwanderung der Windenergiebranche an andere Nordseehäfen zurechnen. Eine Deichverlegung ist ebenfalls notwendig, um den Hafen angemessen ausbauen zukönnen und um ihn auch noch bei möglichen technischen Neuerungen nutzen zu können. DerEinsatz von Wartungspersonal auf See wird ungefähr 40 bis 50 Arbeitsplätze bringen. Hinzukommt dann noch das an Land notwendige Wartungs- und Reparaturpersonal. Der Gutachtergeht somit von 200 bis 250 Arbeitsplätzen aus, wenn 3 Windparks von Husum aus versorgtwerden. In dem Moment, wo sich auch im neuen Gewerbegebiet am Hafen neueWindenergiefirmen ansiedeln, steigt die Zahl der Arbeitsplätze weiter an.Wer sich ansieht, wie viele Windparks auf offener See entstehen sollen und wie groß diese seinwerden, weiß, dass hier wirklich große Chancen bestehen, in Husum noch mehr Arbeitsplätze zuschaffen. Und wer dies nicht wahrhaben will und immer noch die Entwicklung an der Westküsteblockieren will, der gefährdet vorsätzlich Arbeitsplätze und trägt dazu bei, dass sich dieserblühende Wirtschaftszweig von Schleswig-Holstein abwenden muss.Es reicht bei weitem nicht aus, wie im Bericht angeboten, nur Ausbaumaßnahmen vor dem Deichfinanziell zu fördern. Das wäre ungefähr so, wie wenn man eine Autobahn bauen will, aber nurden Standstreifen genehmigt. Entweder fördert man ganz oder man verhindert diewirtschaftliche Entwicklung. Für uns als SSW ist es ganz klar. Wir haben schon in derEntwicklungsphase zu den Ausbauplänen in Husum gestanden und wir stehen auch weiterhindazu. Neben dieser konkreten Entwicklungsmöglichkeit für den Hafen und die in Husumansässigen Firmen, glauben wir, dass man den Standort Husum zu einem Zentrum dererneuerbaren Energien mit Schwerpunkt Windenergie weiterentwickeln kann. Der Gutachter hatempfohlen, die Planungen zeitnah umzusetzen. Wir reden auch hier im Land immer wieder 6davon, dass Projekte durch zu viel Bürokratie verzögert werden. Das mag in dem einen oderanderen Fall so sein. Hier ist dies aber nicht der Fall. Alle haben ihre Hausaufgaben gemacht undnur die Landesregierung hält die wirtschaftliche Entwicklung an der Westküste seit ihremRegierungsantritt auf. Seit einem Jahr drehen wir uns im Kreis, nur weil der politische Wille beider schwarz-roten Landesregierung nicht vorhanden ist. Sie sind damit das größte Hindernis fürdas wichtigste Leuchtturmprojekt an der Westküste.Sie, Herr Ministerpräsident und Herr Wirtschaftsminister, haben nun heute die Chance wirklichzu beweisen, dass sie nicht nur die Metropolregion Hamburg im Auge haben, sondern auch derNorden eine Chance bekommt, wenn er gute Projekte hat. Das Projekt in Husum ist gut – ihreeigenen Leute haben mitgearbeitet und wir alle können es schwarz auf weiß nachlesen – und derHafenausbau schafft Arbeitsplätze in Nordfriesland und Drumherum. Eine Stufenlösung wäresicherlich möglich, wenn vorher feststeht, dass der Gesamtausbau gemäß Gutachten erfolgt undzu einem festen Termin abgeschlossen ist. Ich fordere Sie deshalb noch einmal auf: Legen Sie denideologischen Ballast ab. Ergreifen Sie die Chance und fördern sie den Hafenausbau in Husumohne Abstriche. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen und das sollte auch Ihr Interesse sein.