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Ingrid Franzen zu TOP 10: Kampagne des Netzwerks unterstützen!
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 23.02.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 10 - Fußball-Weltmeisterschaft 2006: Rote Karte der Zwangsprostitution (Drucksache 16/568 neu)Ingrid Franzen:Kampagne des Netzwerks unterstützen!Die Fußballweltmeisterschaft ist ein sportliches Großereignis, auf das sich viele Men- schen im In- und Ausland freuen - ich auch. Millionen von Fans werden Deutschland insbesondere an den zwölf Spielstätten besuchen. Unser Motto dazu lautet: Zu Gast bei Freunden.Aber Großereignisse werfen auch ihre Schatten voraus, und ein solcher dunkel- schwarzer Schatten ist in meinen Augen die Zwangsprostitution. Im März-Journal von amnesty international wird ausführlich die Situation von Frauen, die von Menschen- handel und Zwangsprostitution betroffen sind, dargestellt. Und es geht dabei um Westeuropa, um Deutschland.Neben allen Strafandrohungen, die Mangels Beweisen fast nie durchsetzbar sind, fin- de ich es einfach eine Schande, dass in einem freien Land, in einer gefestigten Demokratie wie Deutschland, diese Verbrechen nicht gestoppt werden können.Ich bin deshalb dem Netzwerk „Stoppt Zwangsprostitution“ und dem Deutschen Frau- enrat außerordentlich dankbar für die anlässlich der Fußballweltmeisterschaft ergriffe- nen Initiativen. Dahinter steckt geballte Frauenpower, denn der Deutsche Frauenrat, Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-der bereits 1952 gegründet wurde, umfasst 55 Frauenverbände mit insgesamt 11 Milli- onen Frauen.Die Kampagne „ Abpfiff - Schluss mit Zwangsprostitution“ nimmt klug die Fußballspra- che auf, denn jeder Fan weiß: Rote Karte heißt, den Platz sofort zu verlassen. Das Ziel der Kampagnen ist insbesondere die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der potenziellen Freier.Eine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen, denn Sprache ist verräterisch. Warum nennen wir diese Männer Freier? Sind sie etwa auf Freiers Füßen, d.h. auf Brautsu- che? Was für ein romantisches Getue um die einfache Tatsache, dass Befriedigung gegen Geld gesucht wird!Den Männern kommt in dieser Kampagne eine zentrale Bedeutung zu, denn sie sind oft die Einzigen, die unkontrollierten Zugang zu den Frauen haben. Etwa die Hälf- te der beratenen Zwangsprostituierten gibt an, mehrfach um Hilfe gebeten zu haben. Hier gilt es aufzuklären, nicht den Helden gegen die Unterwelt zu spielen, aber auf- merksam für Hinweise auf Zwang und Gewalt zu sein und sie weiter zu geben.Natürlich ist auch die Politik angesprochen und ich bin dankbar, dass der schleswig- holsteinische Landtag sich in dieser Frage interfraktionell einig ist. Dank gilt natürlich auch Bündnis 90/Die Grünen als InitiatorInnen des Antrages.Manche werden vielleicht sagen: Ist Schleswig-Holstein überhaupt betroffen? Schließ- lich haben wir keinen der zwölf Austragungsorte. Richtig, aber Hamburg ist Spielort, strahlt aus nach Schleswig-Holstein, und nicht nur Gutes kommt von dort. -3-Landtag und Landesregierung können gemeinsam mit Verbänden die Kampagne verbreiten und unterstützen. Klar ist uns allen aber auch, dass das Problem uns erhal- ten bleibt, wenn die Scheinwerfer zur WM wieder abgebaut sind.Erlauben Sie mir in diesem Zusammenhang einen Hinweis auf den Koalitionsvertrag in Berlin. Dort heißt es: „Ebenso werden wir die Opfer von Zwangsprostitution mit den Möglichkeiten des Strafrechts noch besser schützen und die Strafbarkeit der Freier von Zwangsprostitution regeln.“ Und, neueste Meldung über die Presseticker: Schwe- den macht einen Vorstoß gegen Sex-Käufer am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft - nach eigenem Vorbild. Und die EU-Kommission arbeitet an einem Aktionsplan zur Beseitigung jeglicher Form von Ausbeutung, einschließlich der sexuellen Ausbeutung.Liebe Kollegen und Kolleginnen, es gibt noch viel zu tun, packen wir es endlich an! Ich hoffe, dass die Aktion am Rande der Fußballweltmeisterschaft möglichst vielen be- troffenen Frauen hilft. Und natürlich wünsche ich mir, dass Deutschland Weltmeister wird.Dabei würde eine Unterstützung durch prominente Fußballer der Kondition sicher nicht schaden. Und auch dem Kaiser Franz fiele kein Zacken aus seiner Krone. Vorbildlich hat der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit die Schirmherrschaft ü- bernommen. Am historischen Datum, dem 08.03., ist Anpfiff für die Kampagne - pfei- fen wir mit!