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Wulf Jöhnk: Motivieren und kooperieren statt sanktionieren
48/2006 Kiel, 13. April 2006Wulf Jöhnk: Motivieren und kooperieren statt sanktionierenKiel (SHL) – Ein Schritt in die richtige Richtung ist das gestern bekannt ge- wordene Integrative Sprachförderkonzept des schleswig-holsteinischen Bil- dungsministeriums. Diese Auffassung vertritt Wulf Jöhnk, Ausländerbeauf- tragter des Landtages. „Hier wird frühzeitig Förderung angeboten statt mit der Kürzung von sozialen Leistungen, der Verweigerung der Einschulung in Regelschulen oder sogar der Abschiebung zu drohen. Wir brauchen keine markschreierische Ausei- nandersetzung über angeblich gesetzesfreie Räume und Parallelgesellschaf- ten, bei der die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Eltern zum schwarzem Peter gestempelt werden, sondern eine sachlich ori- entierte Debatte über Sprachförderkonzepte die greifen“, so Jöhnk. Schleswig-Holstein habe hier schon einiges geleistet, wobei Jöhnk sowohl auf die SPRINT-Sprachkurse für Kinder, die kurz vor der Einschulung stehen, hinweist, als auch auf die Deutsch-als-Zweitsprache (DaZ) –Zentren. Dort werden Deutschintensivkurse für bereits eingeschulte Kinder angeboten. Ein frühzeitiger Kindergartenbesuch erhöht die Kompetenz in der deutschen Sprache deutlich. Daher muss laut Jöhnk erreicht werden, dass möglichst alle Kinder mit Migrationshintergrund eine Kindertageseinrichtung besuchen - und zwar so früh wie möglich. Dies kann nur durch umfassende Information der Eltern über den Wert eines Kindergartenbesuchs gelingen bei gleichzeiti- ger Reduzierung der Kosten eines Kindergartenplatzes. „In das Werben um den Kindergartenbesuch sollen selbstverständlich die Migrantenselbstorganisationen einbezogen werden“, betont der Ausländer- beauftragte. „Sie haben eine wichtige Funktion bei der Integration.“ Die Eltern der Kinder müssen laut Jöhnk in den Kindergartenalltag und spä- ter auch in den Schulalltag mit einbezogen werden. Auch die Eltern mit 2Migrationshintergrund wünschen selbstverständlich einen guten Bildungser- folg für ihre Kinder. Leider sind viele Eltern jedoch aufgrund anderer Erfah- rungen in den Herkunftsländern nicht ausreichend orientiert, wie sie ihre Kin- der beim Schulbesuch aktiv fördern und unterstützen können. Hier sieht der Ausländerbeauftragte auch im Land Schleswig-Holstein noch ein weites Betätigungsfeld, das gemeinsam mit dem Ministerium, Migranten- vereinen und Beratungsstellen beackert werden muss.