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03.05.06 , 17:45 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk zu TOP 11 - Schwimmausbildung an Schulen

Presseinformation
Kiel, den 03.05.2006 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk
TOP 11 Verbesserung der Schwimmausbildung Drs. 16/725

Immer weniger Kinder können sich zum Zeitpunkt ihrer Einschulung ohne
Schwimmhilfe über Wasser halten. Viele Kinder waren noch nie im tieferen Wasser.
Gerade Eltern aus einkommensschwachen Familien können sich den Eintritt in ein
Schwimmbad nicht leisten. Schätzungsweise Zweidrittel der Grundschüler sind
Nichtschwimmer.


Das ist nur solange nicht relevant, als dass die Schulen dieses Manko auffangen.
Schwimmen gehört zu den grundlegenden Kulturtechniken, die nicht nur Kondition,
sondern auch die Motorik schult und darüber hinaus ein schönes Gemeinschaftserlebnis
darstellt. Gerade derartiges fachübergreifendes Erleben ist sehr wichtig, befindet sich
aber in einer leistungsorientierten Gesellschaft der frühzeitigen Auslese auf dem
Rückzug. 2
Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. In den Schulen des Dänischen Schulvereins
wird ab der dritten Klasse regelmäßiger Schwimmunterricht durchgeführt. Das stärkt
den Klassenzusammenhalt. Fast alle Kinder lernen in kurzer Zeit schwimmen. Viele
finden Gefallen daran und werden Mitglied im Schwimmverein oder wenden sich
anderen Wassersportarten zu.


Hier werden im besten Sinne den Kindern Werkzeuge an die Hand gegeben, mit denen
sie ihre eigenen Neigungen nachgehen können. Ganz nebenbei sinkt bei diesen Kindern
natürlich die Gefahr des Ertrinkens in Ferien oder Freizeit.


Die Kleine Anfrage des Kollege Klug zeigt, dass die Landesregierung beim Thema
Schwimmen weitgehend im Dunkel tappt. Ich möchte hier nicht der weiteren
Ausweitung der statistischen Pflichten für Schulen das Wort reden. Tatsache ist aber,
dass die Landesregierung den Umfang des Schwimmunterrichtes in Schleswig-Holstein
nicht benennen kann. Das bedauert der SSW und unterstützt daher den Antrag
ausdrücklich. Wir müssen wissen, worüber wir reden. Der Sachstand muss auf den Tisch!


Werden aufgrund gekürzter Zuschüsse für die Kommunen weitere Bäder geschlossen,
wird es zwangsläufig weniger Schwimmunterricht in den Schulen geben. Doch nicht
einmal diese Entwicklung könnte die Landesregierung aufgrund fehlender Daten
nachvollziehen.


Die Kooperation mit Schwimmvereinen ist eine gute Idee. Der SSW möchte die Vereine
allerdings nicht als Lückenbüßer verstanden wissen. Die Schulen kommen um einen
verpflichtenden Schwimmunterricht nicht herum.

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