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03.05.06 , 17:46 Uhr
SPD

Detlef Buder zu TOP 11: Neue Erhebungen und Konzepte oder Entbürokratisierung?

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 03.05.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 11 – Verbesserung der Schwimmausbildung an schleswig-holsteinischen Schulen

Detlef Buder:

Neue Erhebungen und Konzepte oder Entbürokratisierung?

Unter der Überschrift „Wie man dem Wahlvolk Fitness zeigt“ formulierte die ZEIT einmal als Beispiel: „Mao Zedong schwamm, um nicht ins Schwimmen zu geraten“. Daran fühlte ich mich lebhaft erinnert, als ich den vorliegenden Antrag der FDP sah. Mao ist offenbar der kleinste gemeinsame Nenner der Opposition geworden.

Ich hätte es als angemessen empfunden, wenn dieser Punkt zur Diskussion im Bildungs- ausschuss angemeldet worden wäre. Dies gilt umso mehr, als das Bildungsministerium den Sachstand bereits vor wenigen Wochen in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage von Herrn Dr. Klug dargelegt hat. Das Ministerium hat in der Drucksache 16/617 den Stellenwert des Schwimmunterrichts im Lehrplan dargelegt und Daten zur Mitgliedschaft von Kindern und Jugendlichen in den Schwimmvereinen des Landes geliefert. Es hat auf einige Fragen nach der Statistik des Schwimmunterrichts geantwortet, dass diese Daten nicht erhoben werden.

Die FDP kartet nach und verlangt mit ihrem heutigen Antrag, diese statistischen Daten nun doch zu erheben. Das ist ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie gerade FDP-Politiker draußen im Lande das hohe Lied der Entbürokratisierung singen und gleichzeitig im Par- lament den Erhebungsaufwand für Verwaltung und Schulen immer wieder nach oben schrauben. Und dann soll die Regierung einmal wieder ein „Konzept“ entwickeln. Für alles und jedes wird ein „Konzept“ gefordert!
Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



Die Landesregierung hat dieses Konzept aber bereits vor fast zehn Jahren vorgelegt. Es nennt sich „Lehrplan für die Sekundarstufe I“, der als Themenbereich IV die verschiedenen Aspekte des Schwimmens berücksichtigt und sie verbindlich für die Klassenstufen 5 bis 10 festlegt. Dazu gehört übrigens auch die von der FDP zu Recht problematisierte Fähig- keit, Menschen aus dem Wasser zu retten.

Wir gehen davon aus, dass der Ausbau der Ganztagsschulangebote in enger Zusam- menarbeit mit den Sportvereinen am besten geeignet ist, eventuell vor Ort vorhandene Defizite beim Schwimmunterricht auszugleichen.

Es ist auch ein bisschen zu kurz gegriffen, wenn mit Verweis auf eine Ansprache beim Lan- dessportverband automatisch unterstellt wird, dass Todesfälle beim Baden automatisch Folge von unzureichenden Schwimmfähigkeiten seien. Es gibt genügend Fälle – das kön- nen Sie mir als Abgeordnetem von der Küste durchaus glauben –, in denen gerade geübte Schwimmer ihre Fähigkeiten überschätzen und sich beim Schwimmen, Segeln oder Sur- fen in Situationen bringen, aus denen sie sich nicht mehr retten können.

Ich schlage deshalb vor, dass wir den Antrag der FDP zur Diskussion und abschließenden Beratung in den Bildungsausschuss überweisen und dass das Bildungsministerium im Rahmen des Möglichen weitere Informationen gibt. Meine Fraktion ist jedoch nicht bereit, dem Bildungsministerium einen weiteren und völlig unnötigen Konzeptauftrag aufzubürden.

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