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04.05.06 , 10:04 Uhr
CDU

Claus Ehlers zu TOP 18: Nachwachsende Rohstoffe voranbringen

Nr. 165/06 04. Mai 2006


IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG
PRESSEMITTEILUNG Pressesprecher Dirk Hundertmark Landeshaus, 24105 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.de
Es gilt das gesprochene Wort Agrarpolitik Claus Ehlers zu TOP 18: Nachwachsende Rohstoffe voranbringen Der Antrag zur thermischen Verwertung von Getreide soll dazu beitragen, auf allen Ebenen den Durchbruch für nachwachsende Rohstoffe zu schaffen. „Heizen mit Weizen“ ist eine Möglichkeit, nachwachsende Rohstoffe voranzubringen, auf die wir nicht verzichten sollten.
Getreide zu verbrennen, ist keine Selbstverständlichkeit in unserer Welt, in der viele Menschen hungern müssen. Wir haben uns daher mit unserem Koalitionspartner darauf verständigt, nur das Getreide für die Verbrennung zuzulassen, das nicht für die menschliche Ernährung geeignet ist.
Es hat im Vorfeld mit den Kirchen Gespräche gegeben, die Zustimmung signalisiert haben.
Ob jedoch – wie im Antrag formuliert – nur heimisches Getreide eingesetzt werden kann, bedarf einer näheren Prüfung. Die Europäische Union könnte hier einen Riegel vorschieben.
Die Verbrennung von Getreide ist eine der Möglichkeiten, nachwachsende Rohstoffe wirtschaftlich zur Energiegewinnung einzusetzen. Aktuell kostet ein Liter Heizöl ca. 60 Cent. Um einen Liter Heizöl zu ersetzen, braucht man 2,5 kg Getreide, die etwa 25 Cent kosten. Mit diesen Zahlen wird deutlich, dass beide Seiten davon profitieren können: Die Verbraucher ebenso wie die Landwirtschaft.
Die Rechnung wird noch günstiger dadurch, dass nicht oder nur schwer vermark- tungsfähige Getreide-Partien eingesetzt werden sollen.
Die Vorteile nachwachsender Rohstoffe liegen auf der Hand: Getreide ist CO2-neutral und damit nicht klimaschädlich. Die weiter knapp werdenden Ressourcen werden geschont und die Abhängigkeit von Importen verringert. Wir sind mit unserem Antrag auf dem richtigen Weg in eine größere Unabhängigkeit von politisch sensiblen Regionen, die möglicherweise nicht immer sicher sind.
Unser Landwirtschaftsminister ist während der langen Vorlaufzeit des Antrages nicht untätig gewesen. So können schon jetzt Ausnahmegenehmigungen für Klein- verbrennungsanlagen erteilt werden. Ein Problem stellen derzeit noch die Emissi- onswerte dar, die erst mit einer Weiterentwicklung in den Griff zu bekommen sind.
Ich bin sicher, dass es hierfür Lösungen geben wird. Voraussetzung dafür ist aller- dings, dass Getreide Regelbrennstoff wird. Andernfalls wird die Industrie kein Inte- resse an der Weiterentwicklung der Verbrennungsanlagen haben. Die Emissions- grenzwerte spielen deshalb eine große Rolle, weil wir die Vorteile der nachwachsen- den Rohstoffe für den Klimaschutz nicht mit Emissionen, wie etwa Feinstaub, wieder zunichte machen wollen.
Ich habe bereits darauf hingewiesen, diese Probleme werden gelöst, davon bin ich fest überzeugt. Je mehr wir unsere Energieversorgung auf heimische Ressourcen stützen, um so mehr werden wir an Wertschöpfung im Land generieren können. Da- zu gehören auch zusätzliche einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft. Auch deshalb wollen wir nachwachsende Rohstoffe voranbringen.
Das theoretisch nutzbare Biomasseaufkommen in Schleswig-Holstein beträgt etwa 13 Prozent des Energieverbrauchs. Derzeit werden nur ein Prozent des Verbrauchs mittels Biomasse erzeugt. Hier besteht noch ein erhebliches Potenzial, das wir unbe- dingt nutzen sollten.
Angesichts der Preisentwicklung für Heizöl können wir uns Verzögerungen bei der Umsetzung alternativer Energien kaum noch leisten. Die Weiterentwicklung der Technik wird Alternativen noch wirtschaftlicher machen und dann erst recht die Nut- zung als Weg in die Zukunft aufzeigen.
Die Getreideverbrennung ist ein Teilaspekt, den wir in unsere Überlegungen einbe- ziehen. Wir wollen nachwachsende Rohstoffe voranbringen, und wir werden im Weg stehende Hindernisse beiseite räumen müssen, wenn wir die Energieversorgung auch künftig sicherstellen wollen.

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