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Ekkehard Klug: "Eine ,Lehrerbildung aus einem Guß' ist der Bachelor-/Master-Struktur bei weitem überlegen"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 155/2006 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 4. Mai 2006 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdLEs gilt das gesprochene Wort!Bildungspolitik / LehrerbildungEkkehard Klug: „Eine ‚Lehrerbildung aus einem Guß’ ist der Bachelor-/Master-Struktur bei weitem überlegen“ In der Landtagsdebatte zu TOP 20 - Neuordnung der Lehrerbildung - erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Für die Qualität der Lehrerbildung ist die Verzahnung der wesentlichen Inhalte des Studiums – nämlich der Fachwissenschaft, der Fachdidaktik, der Pädagogik sowie der Lehr- und Lernmethoden - von wesentlicher Bedeutung.Deshalb ist eine ‚Lehrerbildung aus einem Guß“, wie sie in Hessen zuletzt durch ein besonderes Lehrerbildungsgesetz reformiert worden ist, nach unserer Überzeugung die sinnvollste und beste Lösung.Eine zweistufige Studienstruktur nach dem Bachelor-/Master-Modell ermöglicht eine solche Lösung nicht. Im Gegenteil: Sie verhindert sie geradezu. Bereits heute herrscht bei den bundesweit sehr unterschiedlichen Formen der Umsetzung des BA/MA-Modells im Bereich der Lehramtsstudiengänge eine enorme Konfusion. Der Wechsel von einem Studienort zum anderen wird damit erheblich erschwert. Statt im Rahmen des Bachelor-/Master-Modells einen ‚europäischen Hochschulraum’ zu eröffnen, entstehen eingezäunte hochschulpolitische Kleingärten, die sich de facto voneinander abschotten.Auch die wichtigsten Akteure haben für diese wachsenden Probleme gesorgt: Während der Wissenschaftsrat eine lehramtsunspezifische Bachelor-/Master-Struktur fordert, will die Kultusministerkonferenz bereits im Bachelor-Studiengang lehramtsspezifische Inhalte verankert wissen. Dieses Durcheinander zeigt: Es ist dringend erforderlich, weitere Fehlentwicklungen zu vermeiden. Vor allem aber brauchen die Schulen qualifizierte Lehrkräfte, die im Studium optimal auf ihren künftigen Beruf vorbereitet sind. Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Die Kultusministerkonferenz will, wie gesagt, bereits im Bachelor- Studiengang lehramtsspezifische Inhalte verankern. Damit werden die Studierenden von Anfang an auf den Lehrerberuf festgelegt. Nach dem Bachelor-Examen in rein fachwissenschaftliche Master-Studiengänge zu wechseln, ist jedenfalls dann kaum noch möglich, wenn zuvor die fachwissenschaftlichen Anteile im Rahmen des ‚Lehramts- Bachelorstudiengangs’ erheblich ausgedünnt worden sind. Andererseits soll überhaupt nur ein Teil der Bachelor-Absolventen in Master-Studiengänge aufgenommen werden können. Und nur derjenige, der einen Masterabschluss erreicht, kann in den Lehrerberuf gelangen. Aus diesen unterschiedlichen Rahmenbedingungen folgt: Lehramtsstudiengänge bergen für jene Studenten, die nur den Bachelor erreichen, das Risiko, in eine Sackgasse des Arbeitsmarktes zu geraten. Außerdem führt die Notwendigkeit, zwei Studiengänge und zwei Examina abzulegen - Bachelor und Master - zu einer Verlängerung des Lehrerstudiums.Der einzig sinnvolle Ausweg aus diesem Dilemma ist meines Erachtens eine ‚Lehrerbildung aus einem Guß’ im Sinne der hessischen Konzeption. Der Abschluss muss dabei nicht unbedingt, wie in Hessen, ein Staatsexamen sein. Es könnte sich auch um einen auf gleichem Niveau angesiedelten ‚grundständigen’ Masterabschluss handeln. Solche Studiengänge sind im ‚Mutterland des Bachelor-/Master- Modells’, in Großbritannien, in manchen Fachgebieten durchaus üblich. Ich sehe keine Notwendigkeit, in Deutschland das Dogma der Zweistufigkeit aller Studiengänge auf Biegen und Brechen durchsetzen - und es auch dort gelten zu lassen, wo mit der Einführung erhebliche Probleme verbunden sind.Zudem hat der Koalitionsvertrag der großen Koalition auf Bundesebene zuletzt einen Präzedenzfall geschaffen: die Ausklammerung des Jura- Studiums aus dem so genannten ‚Bologna-Prozess’. Darüber ist bei den Dogmatikern, die das zweistufige Modell ‚globalgalaktisch’ in allen Fächern durchsetzen wollen, ein großes Gejammer ausgebrochen. Ich halte dagegen sehr viel von pragmatischen Lösungen, die auf die Bedingungen der einzelnen Fächer und Berufe Rücksicht nehmen. Wer dies nicht tut, riskiert bei der Einführung der neuen Studienstruktur einen Super-GAU: und zwar nicht nur für die Qualität der akademischen Bildung, sondern auch für die Aussichten der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt, auf ihre Einsetzbarkeit im Beruf. Differenzierte Lösungen, die dies berücksichtigen, sind daher in jedem Falle besser, und nach meiner Überzeugung gilt dies ganz besonders auch für die Lehrerbildung.“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/