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05.05.06 , 11:13 Uhr
SPD

Jutta Schümann zu TOP 30: Mit allen Beteiligten gemeinsam pragmatische Lösungen entwickeln

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 05.05.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 30 - Entwicklung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum (Drucksache 16/718)

Jutta Schümann:

Mit allen Beteiligten gemeinsam pragmatische Lösungen entwickeln

Die „gesunde“ Branche boomt. Schleswig-Holstein ist ein starker und innovativer Ge- sundheitsstandort, den die Landesregierung bereits in der Vergangenheit, aber auch zukünftig weiter stärken und ausbauen wird. Die soeben eröffnete dritte Landesge- sundheitsmesse Schleswig-Holstein liefert dafür einen eindrucksvollen Beweis.

Die Gesundheitsadresse Schleswig-Holstein zu stärken ist Absicht vieler Beteilig- ter; im Interesse der Bewohner, aber auch der zahlreichen Feriengäste, deren Durch- schnittsalter steigt, was auch eine zunehmende Inanspruchnahme ärztlicher Dienst- leistungen nach sich zieht.

Bisher ist eine ärztliche Versorgung in Schleswig-Holstein meist in erreichbarer Nähe, dennoch scheint zukünftig dieses - insbesondere für den ländlichen Raum - nicht mehr selbstverständlich. Der Bericht der Gesundheitsministerin beschreibt die derzeitige Versorgungssituation in Schleswig-Holstein und er weist auf die zukünftige Entwick- lung hin. Ich bedanke mich für die Erarbeitung des Berichts. Er entspricht in vielen De- tails dem in diesen Tagen vorgelegten Versorgungsbericht der Kassenärztlichen Ver- einigung Schleswig-Holstein. Beide Berichte zeigen auf, dass die derzeitige ärztliche Versorgung noch gesichert ist. Das gilt für den städtischen Bereich und bis auf klei-


Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



ne Ausnahmen auch für den ländlichen Bereich. Das gilt für Fachärzte genauso wie für Hausärzte.

Dennoch müssen wir berücksichtigen, dass das hohe Durchschnittsalter der Hausärzte in Schleswig-Holstein und fehlender Nachwuchs besonders an der gesamten West- küste, in Angeln, im Kreis Steinburg sowie im östlichen Kreis Herzogtum Lauenburg mittelfristig zu Versorgungsengpässen führen könnte. Wir müssen auch berück- sichtigen, dass für Vertragsarztsitze in eher attraktiven Lagen, z.B. mit hoher Bevölke- rungsdichte, die Nachfolgefrage leichter zu lösen ist als in weniger attraktiven Lagen.

Der Bericht der Landesregierung weist darauf hin, dass direkte Einflussmöglichkeiten des Landes auf die Bedarfsplanung und die Zulassungsentscheidungen für die 13 Pla- nungsbereiche nicht gegeben sind. Dennoch ist zu begrüßen dass die Landesregie- rung und die Ministerin beabsichtigen, alle Möglichkeiten zu nutzen, um einem zukünf- tig drohenden Versorgungsengpass entgegenzuwirken. Dazu zählt die dauerhafte Einrichtung eines Lehrstuhls für Allgemeinmedizin, genauso wie der weitere Aus- bau integrativer Versorgungsformen.

Wir sollten aber auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgeschlagenen Lö- sungsansätze - wie z.B. Verbesserung der Notdienstsysteme -berücksichtigen. Be- sonders die Landarztpraxen müssen von zu häufigen Diensten entlastet werden, damit die Tätigkeit dort wieder attraktiver wird. Wir benötigen weiterhin die systematische Weiterbildungsförderung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Wir sollten prüfen, in- wieweit durch neue Kooperationsformen mit anderen medizinischen Dienstleistern und Krankenhäusern oder durch die Schaffung von Anlaufpraxen, Gemeinschaftspraxen usw. die Versorgungssituation verbessert werden könnte.

Sicher ist: Es gibt keine identischen Patentlösungen für alle Versorgungsregio- nen. Wir benötigen pragmatische Lösungen unter Beteiligung der Ärztevertretungen, -3-



des Landes, der Kommunen und der Kostenträger. Schließlich ist die Situation der ärztlichen Versorgung auf Sylt oder Helgoland anders als in Dithmarschen oder in Kappeln und sie ist auch nicht vergleichbar mit der Versorgungssituation in Kiel oder dem Hamburger Umland.

Die Menschen im Land haben kein Verständnis für theoretische Diskussionen, wenn der Hausarzt in der Umgebung fehlt; sie erwarten von uns sichtbare Lösungen. Falls wir diese nicht erbringen, würde die Attraktivität des Gesundheitslandes Schleswig- Holstein für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die hoffentlich immer zahlreicher kommenden Gäste und Urlauber Schaden nehmen.

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